Leibniz-Senat bestätigt Exzellenz der Forschungen am LIKAT Rostock
Dem Leibniz-Institut für Katalyse in Rostock werden nach seiner
diesjährigen Evaluation „hervorragende Forschungsergebnisse“ bescheinigt,
die „international stark wahrgenommen“ werden. Der Senat der Leibniz-
Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern ausdrücklich, die gemeinsame
Finanzierung der Forschungseinrichtung weiterzuführen. Nachzulesen im
soeben veröffentlichten Bericht des Senats, der das Institut Anfang des
Jahres durch ein unabhängiges Expertengremium begutachten ließ.
Mit seiner Forschung schafft das Leibniz-Institut für Katalyse, kurz
LIKAT, wissenschaftliche Grundlagen für Verfahren und Kreislaufprozesse,
die für das Ziel einer klimaneutralen Gesellschaft und für
ressourcenschonendes Wirtschaften essentiell sind. Das Institut stützt
sich dabei auch auf eine solide Expertise aus 70 Jahren
Katalysatorentwicklung in Rostock. Es zählt in diesem Bereich heute zu den
größten Forschungseinrichtungen in Europa und konnte die Kommission bei
seiner jüngsten Evaluierung im Januar 2023 erneut überzeugen: seit der
letzten Bewertung im Jahre 2016 habe sich das Institut „hervorragend
weiterentwickelt“, halten die Gutachter in ihrem Bericht fest. Zu den
„Highlights“ der Forschungsergebnisse gehörten Arbeiten zur Entwicklung
chemischer Verfahren auf der Basis von erneuerbaren Rohstoffen anstelle
fossiler Quellen, wie Erdöl und Erdgas.
Zu den Kriterien für die Einschätzung der wissenschaftlichen Güte eines
Forschungsinstituts zählen u.a. Anzahl und Reichweite von Beiträgen in
Fachzeitschriften oder Büchern sowie angemeldeten Patenten. Die Reichweite
wird daran gemessen, wie häufig die „Paper“ zitiert werden. Darüber hinaus
zählt die Relevanz der Forschung für die Gesellschaft, also die
Möglichkeit, die Forschungsergebnisse in die Praxis umzusetzen. „Das
Institut überführt Forschungsergebnisse […] sehr erfolgreich in die
Anwendung“, heißt es im Gutachten. Allein in den Jahren 2019 bis 2021
waren LIKAT-Forscherinnen und -Forscher an 86 Patentanmeldungen beteiligt
und überführten zehn chemische Prozesse aus dem Labor in die industrielle
Produktion.
Als weiteres Kriterium für die Bewertung von Forschungsleistungen werden
die Gewinnung sogenannter Drittmittel herangezogen, zusätzliche von den
Forscher:innen des LIKAT eingeworbenen Forschungsmitteln. Diese schätzt
der Leibniz-Senat als „bemerkenswert hoch“ ein, sie kämen zu 41 Prozent
aus der Wirtschaft. Überhaupt erweise sich das LIKAT mit jährlich rund 50
Kooperationsprojekten als geschätzter Forschungspartner im In- und
Ausland. Das 2022 eröffnete Transfertechnikum „Catalysis2Scale“ erweitere
„die Kapazitäten des LIKAT, Projekte in den Pilotmaßstab zu überführen,
signifikant“.
Das Institut bietet wissenschaftlichem Nachwuchs „hervorragende
Entwicklungsmöglich-keiten“, heißt es im Evaluationsgutachten weiter.
Zwischen 2019 und 2021 promovierten insgesamt 81 Personen, bei einer
angemessenen Promotionsdauer zwischen drei und vier Jahren.
Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft bekräftigt das LIKAT in seinem Wunsch,
alle gemeinsamen Professuren mit der Universität Rostock auf W3-Niveau zu
heben. Ferner wurde angeregt, ein eigenes, auf die spezifischen Instituts-
Anforderungen zugeschnittenes Doktorandenprogramm zu entwickeln und den
Anteil an Frauen im wissenschaftlichen Bereich, insbesondere auf
Leitungsebene, zu erhöhen.
Das LIKAT freue sich „über die ausgesprochen positive Bewertung“, heißt es
in der Stellungnahme des Instituts. Das Senats-Gutachten gebe wesentliche
Impulse, das LIKAT wissenschaftlich und organisatorisch
weiterzuentwickeln. Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden bereits
umgesetzt.
Leibniz-Gemeinschaft evaluiert im Turnus
Alle Leibniz-Einrichtungen werden spätestens alle sieben Jahre durch ein
unabhängiges Expertengremium evaluiert, um eine objektive Einschätzung zur
inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Institute zu liefern. Der
Bericht dieses Gremiums ist Grundlage für die Empfehlung, ob eine
Einrichtung weiterhin durch Bund und Länder finanziert werden sollte oder
nicht.
Die Verantwortung für das Evaluierungsverfahren hat die Gemeinsame
Wissenschaftskonferenz (GWK) generell dem extern besetzten Senat der
Leibniz-Gemeinschaft übertragen. Er stützt sich dabei auf die Vorschläge
des ebenfalls extern besetzten Senatsausschusses Evaluierung (SAE). Neben
einigen Mitgliedern des Senats gehören dem SAE weitere
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, die nicht an Leibniz-
Einrichtungen arbeiten, sowie Vertreterinnen und Vertreter von Bund und
Ländern.
