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Dritter Lernort zwischen Theorie und Praxis: Das neue Skills- und Simulationslabor für angehende Hebammen

Angehenden Hebammen stehen im dualen Studiengang Hebammenwissenschaft an der Hochschule Osnabrück im neuen Skills- und Simulationslabor unter anderem computergesteuerte Ganzkörpersimulatoren in zwei Kreissälen zur Verfügung.  Oliver Pracht  Hochschule Osnabrück/ Oliver Pracht
Angehenden Hebammen stehen im dualen Studiengang Hebammenwissenschaft an der Hochschule Osnabrück im neuen Skills- und Simulationslabor unter anderem computergesteuerte Ganzkörpersimulatoren in zwei Kreissälen zur Verfügung. Oliver Pracht Hochschule Osnabrück/ Oliver Pracht
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Angehenden Hebammen stehen im dualen Studiengang Hebammenwissenschaft an der Hochschule Osnabrück im neuen Skills- und Simulationslabor unter anderem computergesteuerte Ganzkörpersimulatoren in zwei Kreissälen zur Verfügung.  Oliver Pracht  Hochschule Osnabrück/ Oliver Pracht
Angehenden Hebammen stehen im dualen Studiengang Hebammenwissenschaft an der Hochschule Osnabrück im neuen Skills- und Simulationslabor unter anderem computergesteuerte Ganzkörpersimulatoren in zwei Kreissälen zur Verfügung. Oliver Pracht Hochschule Osnabrück/ Oliver Pracht

Hochmoderne Trainingsräume für den dualen Studiengang Hebammenwissenschaft
an der Hochschule Osnabrück feierlich eröffnet

Hebammen sind die Expert*innen für die Versorgung von Frauen und Familien
in der Lebensphase von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und früher
Elternzeit. Sie fördern die physische und psycho-soziale Gesundheit und
leisten damit einen gesellschaftlich relevanten Beitrag für Frauen und
ihre Familien. Damit sie an diese komplexen Aufgaben herangeführt und
geschützt in diese verantwortungsvolle Tätigkeit hineinwachsen können,
entwickelten Verantwortliche der Hochschule Osnabrück ein 500 Quadratmeter
großes Skills- und Simulationslabor, kurz Skills Lab, im Osnabrücker
Wissenschaftspark. Im Beisein von Professorin Dr. Tina Cornelius-Krügel,
Leiterin der Abteilung Hochschulen im niedersächsischen
Wissenschaftsministerium wurde der neue Lernort jetzt offiziell eröffnet.

„Mit dem Skills Lab verfügt die Hochschule Osnabrück über einen weiteren
innovativen Lehr- und Lernort für simulationsbasiertes Lernen und
praxisnahes Studieren. Damit erreichen wir eine noch höhere Qualität der
Ausbildung. Es freut mich, dass wir dieses Projekt mit Unterstützung des
Landes Niedersachsen realisieren konnten,“ unterstrich Hochschulpräsident
Prof. Dr. Andreas Bertram.

Rund 500.000 Euro steuerte das Ministerium für den Bau des Skills Labs
bei, die Hochschule investierte weitere 400.000 Euro. „Ich freue mich
besonders, das Skills- und Simulationslabor heute eröffnen zu dürfen. Denn
der Fachbereich wird mit den hier getätigten zusätzlichen Investitionen in
die Infrastruktur und der Fertigstellung des Labors seine
Erfolgsgeschichte fortsetzen. Die Hochschule hat mit dem Skills Lab einen
ausgezeichneten Lehr- und Lernort geschaffen, in welchem Theorie und
Praxis eng verzahnt sind“, sagte Cornelius-Krügel im Namen von
Wissenschaftsminister Falko Mohrs.

Die Dekanin der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften,
Professorin Dr. Andrea Braun von Reinersdorff, bezeichnete das Skills Lab
als beeindruckenden Meilenstein im Prozess der Akademisierung der
Gesundheitsberufe und für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in
der Region. „Die 2020 gesetzlich verankerte Verlagerung der
Hebammenausbildung an die Hochschulen, trägt den steigenden Anforderungen
im Gesundheitswesen Rechnung,“ so Braun von Reinersdorff.

Durch die frühzeitig vereinbarte Zusammenarbeit mit dem ausführenden
Unternehmen Köster/ LANI Immobilien konnte die Hochschule bereits im
frühen Entwurfs- und Planungsstadium die exakten Anforderungen für ein
Skills Lab definieren, so dass die Räume für die gestellten Anforderungen
nahezu ideal geeignet sind.

Das Skills Lab umfasst drei komplett ausgestattete Demoräume, zwei
Simulationskreißsäle und eine Simulationswohnung, außerdem drei Regieräume
und drei Debriefingräume, daneben einen Lernbereich, zwei Umkleiden und
ein Lager. Die umfangreiche technische und apparative Ausstattung
unterstützt die Annäherung an reale Berufssituationen im klinischen, wie
auch im außerklinischen Setting und ermöglicht es, verschiedene Szenarien
mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad aufzubauen und diese als
Vorbereitung auf die Praxis einzuüben.

Dass im Skills Lab mit Hilfe computergesteuerter Ganzkörpersimulatoren und
Simulationsschauspieler*innen auch sehr komplexe Geburtsszenarien und
Notfälle nachgestellt und intensiv geübt werden können, stärkt die
Handlungskompetenz der Studierenden. Dies gilt etwa für spezifische
Situationen, die in der Berufspraxis seltener auftreten, wie zum Beispiel
die Begleitung einer vaginalen Beckenendlagengeburt. Mit Hilfe der Regie-
und Debriefing-Räume lassen sich die nachgestellten Szenen zudem durch die
Lehrenden anleiten und abschließend videobasiert besprechen. Die
systematische Reflexion komplexer Situationen ermöglicht das Einüben einer
konstruktiven Fehlerkultur und fördert das Lernen.

„Im Rahmen der akademischen Qualifikation zur Hebamme sind im Studiengang
Hebammenwissenschaft alle drei Lernorte - Lernen in der Theorie, Lernen im
Skills- und Simulationslabor sowie Lernen in der direkten beruflichen
Praxis wechselseitig eng miteinander verbunden, wodurch im gesamten
Studienverlauf eine fachwissenschaftlich begründete Hebammenarbeit
kompetenzorientiert unterstützt wird,“ erläuterte Studiengangbeauftragte
Professorin Dr. Claudia Hellmers.

Studierende der Hebammenwissenschaft stellten während der
Eröffnungsveranstaltung verschiedene Situationen aus dem Berufsalltag
einer Hebamme nach. Mit Hilfe der Modelle simulierten sie die Untersuchung
einer Schwangeren, den Umgang mit einem Neugeborenen sowie wichtige
Handgriffe bei der Betreuung einer Wöchnerin.