Der Arktis ihr Eis zurückgeben
Selbst wenn sich die Welt beim Klimaschutz mehr anstrengt, wird sie es
nicht schaffen, dem Arktischen Ozean sein Eis zurückzugeben. Symbolisch
hat die Hamburger Konzeptkünstlerin Swaantje Güntzel genau das aber jetzt
getan: In Båtsford, Nordnorwegen, stellte sie am 18. November aus
Schmelzwasser vom Nordpol Eiswürfel her und ließ diese ins Meer gleiten.
Die künstlerische Intervention ist Teil von Güntzels einjährigem
Fellowship am Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit – Helmholtz-Zentrum
Potsdam (RIFS).
Das Schmelzwasser wurde Swaantje Güntzel von der Journalistin und Autorin
Birgit Lutz zur Verfügung gestellt. Für die Reise, die sie von Hamburg
über Stockholm und Umeå nach Vaasa, Oulu, Rovaniemi und Inari bis zur
finnisch-norwegischen Grenze und schließlich an den Arktischen Ozean nach
Båtsfjord führte, nutzte die Künstlerin ausschließlich öffentliche
Verkehrsmittel, wie Bahn, Bus und Fähre. Ausgeschlossen war die Nutzung
von Flugzeugen und Kreuzfahrtschiffen. Die Eiswürfelmaschine betrieb sie
mit einem Solarakku, den sie im Vorfeld mit westfälischer Sonne betankt
hatte.
Die in Båtsfjord realisierte Intervention „NORD / Eiswürfel I“ ist das
erste künstlerische Ergebnis aus Güntzels Arbeit am RIFS. In ihrem Projekt
„Können Sie nicht mal was Schönes machen? / Arktis" wirft sie einen
kritischen Blick auf die Wahrnehmung der Arktis und die Bilder, aus denen
unsere Vorstellung der Region gespeist wurde. Die Intervention reiht sich
in vorangegangene künstlerische Handlungen ein, in denen Güntzel mit
ausgewählten Landschaften interagiert und anthropogene Veränderungen
derselben kommentiert.
