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Hochschule Rhein-Waal startet Projekt zur Verbesserung der Lebenssituation von Arbeitsmigrant*innen der Grenzregion

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Eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von transnationalen
Arbeitsmigrant*innen in der Euregio Rhein-Waal durch grenzüberschreitende
Austauschstrukturen für soziale Beratungen – das hat das durch Interreg VI
geförderte Projekt ‚TRAM – transnationale Arbeitsmigration in der Euregio‘
(kurz: TRAM) zum Ziel. Ende 2023 startete das Projekt unter Leitung von
Prof. Dr. Ingrid Jungwirth in Kooperation mit der Radboud Universiteit,
der Gemeente Apeldoorn und der Euregio Rhein-Waal.

Spätestens mit der Covid19-Pandemie wurde deutlich, unter welch prekären,
häufig ausbeuterischen Bedingungen die hochmobilen EU-Bürger*innen, im
Volksmund meist als Leiharbeiter*innen bezeichnet, arbeiten und leben. Die
transnationalen Arbeitsmigrant*innen stellen dabei einen erheblichen
Anteil an den Beschäftigten in der Fleischwirtschaft und in der
Landwirtschaft in der Euregio Rhein-Waal (kurz: Euregio). Sie kommen
überwiegend aus osteuropäischen Staaten wie Rumänien, Bulgarien oder Polen
und arbeiten auf der deutschen und niederländischen Seite der Euregio. Das
Projekt TRAM setzt hier an und zielt darauf, Modelle für gutes Arbeiten
und gutes Wohnen für transnationale Arbeitsmigrant*innen in einer
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von 13 wohlfahrtsstaatlichen,
zivilgesellschaftlichen und kommunalen Organisationen in der Euregio zu
entwickeln.

Um diese Umstände näher zu beleuchten, wurde an der Hochschule Rhein-Waal
bereits 2022 eine Pilotstudie durchgeführt. Das Projekt ‚Arbeitsmigration
zwischen den Grenzen‘ lieferte bereits erste Erkenntnisse. Diese sollen
nun ausgebaut werden: In den kommenden drei Jahren werden im Rahmen von
TRAM regelmäßige so genannte Field Labs zum Auf- und Ausbau von
grenzüberschreitendem Austausch in den drei Themenfeldern ‚Soziale
Beratung‘, ‚Arbeit und Betriebe‘ und ‚Wohnen und Zusammenleben‘ sowie
Thematische Projektaktivitäten zur Vertiefung der Kenntnisse in den drei
Themenfeldern stattfinden. Voraussetzung dafür ist die Untersuchung der
Arbeits- und Lebensbedingungen von transnationalen Arbeitsmigrant*innen in
Fleisch- und Landwirtschaft, die mit dem Projekt TRAM erstmals in
umfassender Weise für die deutsche Seite der Euregio an der HSRW umgesetzt
wird.

TRAM wird durch das Interreg-Programm Deutschland-Nederland gefördert:
Förderinstitutionen sind das Ministerium für Wirtschaft, Industrie,
Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und die Provincie
Gelderland – kofinanziert von der Europäischen Union. Das Projekt umfasst
eine Laufzeit der Jahre 2023 bis 2026; das Projektvolumen beträgt rund
780.000 Euro. TRAM wird in Kooperation mit der Radboud Universiteit, der
Euregio Rhein-Waal, der Gemeente Apeldoorn sowie weiteren neun
assoziierten Projektpartnern auf beiden Seiten der Grenze durchgeführt.

Prof. Dr. Ingrid Jungwirth ist seit 2012 Professorin für
Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Diversität und Inklusion an der
Fakultät Gesellschaft und Ökonomie. Ihre Forschungsgebiete sind Mobilität
und Migration, Gender and Diversity Studies, Arbeit und Gender sowie
Sozialtheorien.