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Wann schlägt eine Immuntherapie an?

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Forscher nehmen die CAR-T-Zell-Therapie genau unter die Lupe
Schlägt die Chemotherapie bei Patienten mit einem diffusen
großzelligen B-Zell-Lymphom nicht an oder kommt der Krebs zurück, muss das
Behandlungsteam weitere Therapiepfade in Betracht ziehen. Wo früher nur
eine höher dosierte Chemo- oder eine Stammzelltherapie in Frage kamen,
wird seit wenigen Jahren eine sogenannte CAR-T-Zell-Therapie angewendet.
Damit lassen sich zwar mehr Patienten als mit den bisherigen Ansätzen
erfolgreich behandeln, eine Forschergruppe am Universitätsklinikum Essen
will die Heilungschancen aber noch weiter verbessern. Sie hat sich zum
Ziel gesetzt, die Wirkmechanismen der CAR-T-Zellen genauer zu verstehen
und wird für ihre Forschungsarbeiten mit rund einer Million Euro von der
Deutschen Krebshilfe unterstützt.

Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist die häufigste
Lymphomerkrankung bei Erwachsenen. Dabei führt eine Genveränderung in
Immunzellen dazu, dass diese sich unkontrolliert vermehren und einen Tumor
bilden. Heutzutage können etwa 65 Prozent der DLBCL-Patienten mit Hilfe
einer Chemotherapie langfristig geheilt werden. Wenn diese allerdings
nicht anschlägt oder ein Patient einen Erkrankungsrückfall erleidet, wird
auf eine höhere Dosierung oder eine Stammzelltherapie zurückgegriffen.
Seit einigen Jahren kann aber in solchen Fällen auch eine CAR-T-Zell-
Therapie eingesetzt werden. Sie steigert die Heilungschancen der
Patienten, jedoch gelingt selbst mit dieser modernen Methode eine
erfolgreiche Behandlung in nur weniger als der Hälfte der Fälle.

T-Zellen sind Immunzellen, die kranke körpereigene Zellen zerstören.
Lymphomzellen, wie auch die Zellen vieler anderer Krebsarten, sind
allerdings oft in der Lage, sich vor dem Immunsystem zu verbergen. Das
Ziel der CAR-T-Zell-Therapie ist es, die T-Zellen eines Patienten auf
gentechnische Weise so zu verändern, dass sie die Tumorzellen dennoch
identifizieren können. Was dafür im Labor passiert, ist Hightech: Aus dem
Blut eines Patienten werden T-Zellen herausgefiltert und mit dem
sogenannten chimären Antigenrezeptor (CAR) ausgestattet. Dieser kann an
bestimmte Moleküle auf der Oberfläche von Tumorzellen andocken. Nachdem
die CAR-T-Zellen dem Patienten wieder übertragen wurden, vermehren sie
sich und bekämpfen den Tumor.

Professor Dr. Christian Reinhardt verfolgt mit seinem Team an der Klinik
für Hämatologie und Stammzelltransplantation des Universitätsklinikums
Essen mehrere Ansätze, um die Wirkung der CAR-T-Zell-Therapie bei
Patienten mit DLBCL zu verbessern. Als „lebendes Arzneimittel“ durchlaufen
CAR-T-Zellen eine Vielzahl biologischer Prozesse wie beispielsweise
Wachstum, Ausbreitung und Zelltod. Die Essener Wissenschaftler
untersuchen, welche Gene und Signalwege diese Prozesse beeinflussen, um
besser zu verstehen, wann eine CAR-T-Zell-Therapie erfolgreich ist und
wann nicht. Auch bieten diese Mechanismen potenzielle Ziele für
Kombinationstherapien. Dabei werden zusätzliche Medikamente verabreicht,
um die therapeutische Wirksamkeit der CAR-T-Zellen zu erhöhen. Auf diese
Weise könnte beispielsweise das Wachstum der CAR-T-Zellen beschleunigt
oder die Zerstörung von Tumorzellen gestärkt werden. Das Team von
Professor Reinhardt ist auf das umfangreiche Vorhaben gut vorbereitet:
„Dieses Projekt baut auf unseren Forschungsarbeiten der letzten zehn Jahre
auf, sowie auf unser klinisches DLBCL-Programm, in dem wir pro Jahr über
40 Patienten mit einer CAR-T-Zell-Therapie behandeln.“, so Reinhardt.

Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Projekt im Rahmen ihres
„Exzellenzförderprogramms für etablierte Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler“. Dieses Programm richtet sich gezielt an Wissenschaftler,
die bereits erfolgreich in der onkologischen Forschung arbeiten. Die
geförderten Projekte sollen dabei innovativ, aber auch „gewagt“ sein und
das Potential haben, die Krebsmedizin einen entscheidenden Schritt
voranzubringen. Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Krebshilfe, betont die Bedeutsamkeit des Forschungsvorhabens: „In den
letzten Jahren haben CAR-T-Zell-Therapien unser Behandlungsarsenal im
Kampf gegen den Krebs revolutioniert. Mit der Förderung des Projekts von
Professor Reinhardt, der ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet ist,
wollen wir weitere wichtige Erkenntnisse für die Patientenversorgung
gewinnen.“