Klein, aber anders als die Großen: Risiken erkennen, Kinder schützen
Auf der Grünen Woche in Berlin nimmt das BfR gesundheitliche Risiken für
Kinder in den Blick
Ob verschluckte Knopfzellen-Batterien oder Koffein in Energydrinks –
welchen gesundheitlichen Risiken sind Kinder und Jugendliche im Alltag
ausgesetzt? Sie gelten zum einen als empfindlicher gegenüber potenziell
gesundheitsschädlichen Stoffen, zum anderen können Substanzen auf Kinder
anders als auf Erwachsene wirken. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
und besonders zu schützen“, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel,
Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Bei der
Bewertung gesundheitlicher Risiken müssen wir dies berücksichtigen, damit
der Alltag für Kinder noch sicherer wird.“
Vom 19. bis zum 28. Januar 2024 können Besucherinnen und Besucher der
Grünen Woche in Berlin am BfR-Stand in Halle 3.2 spielerisch erfahren,
welche Besonderheiten und Risikofaktoren es bei Kindern gibt und wie diese
verringert werden können. Zahlreiche Spiele, wie zum Beispiel ein XXL-
Wackelturm oder die Jahrmarktattraktion „Hau den Lukas“ sowie interaktive
Infotürme laden zum Mitmachen ein. Kulinarisches Highlight ist die Live-
Kochshow mit TV-Koch Tino Schmidt, der gemeinsam mit Expertinnen und
Experten vom BfR über das Thema „Ernährung von Kindern und Jugendlichen“
informiert.
Kinder verhalten sich anders als Erwachsene. Das gilt insbesondere für
Kleinkinder, die oft Dinge in den Mund nehmen. Auf diese Weise können sie
vermehrt Stoffe aufnehmen, sich mit Reinigern oder Pflanzen vergiften oder
Münzen und Batterien verschlucken. Bei älteren Kindern und Jugendlichen
hingegen können Energydrinks, Tattoos oder E-Zigaretten gesundheitliche
Risiken bergen. Dies muss bei der Risikobewertung sowie bei der Festlegung
von Richtwerten bedacht werden, denn Substanzen können auf Kinder anders
als auf Erwachsene wirken.
Auf der Grünen Woche macht das BfR die besonderen Risikofaktoren für
Kinder erlebbar, die neben einem anderen Verhalten eine höhere Exposition
und eine höhere Empfindlichkeit im Vergleich zu Erwachsenen umfasst. Möbel
und Exponate am Stand sind dank riesiger Bauklotzformen nicht zu übersehen
und lassen durch die verdrehten Größenverhältnisse auch die Erwachsenen in
eine kleinere Rolle schlüpfen, so dass sie sich wie Kinder fühlen. Das
Geschicklichkeitsspiel „Der heiße Draht“ veranschaulicht beispielsweise
die höhere Empfindlichkeit von Kindern im Vergleich zu Erwachsenen, denn
die Wirkung von Stoffen auf den Körper oder ein bestimmtes Organ kann bei
Kindern stärker oder anders sein. Das sich entwickelnde Gewebe reagiert
häufig empfindlicher gegenüber Stoffen. Zudem gibt es bei der Entwicklung
mancher Körperfunktionen Zeiträume, in denen Störungen zu bleibenden
Veränderungen führen können.
Bei der Jahrmarktattraktion „Hau den Lukas“ geht es nicht um die Größe
oder Stärke der Person, sondern um den Impuls. Sie verdeutlicht den
Risikofaktor Exposition: Kinder können stärker mit bestimmten Stoffen
belastet sein. Je jünger Kinder sind, desto höher ist ihr Energiebedarf,
vor allem wegen des größeren Bewegungsdrangs und des Wachstums. Um diesen
Energiebedarf zu decken, müssen Kinder im Verhältnis zu ihrem
Körpergewicht eine größere Nahrungsmenge zu sich nehmen.
Darüber hinaus vermitteln Touchscreens, Videos und Comics am BfR-Stand
wertvolles Wissen rund um die Themen Vergiftungen sowie Haushaltsmittel
und Chemikalien und zeigen, wie sich gesundheitliche Risiken von Kindern
im Alltag verringern lassen.
Weitere Informationen zum BfR auf der Grünen Woche:
Der BfR-Stand befindet sich in Halle 3.2 „ErlebnisBauernhof“, Nr. 303.
Die Grüne Woche findet vom 19.01. bis zum 28.01.2024 in Berlin statt.
https://www.bfr-akademie.de/de
https://www.gruenewoche.de/de/
Weitere Informationen auf der BfR-Website:
Risiken erkennen, Kinder schützen
https://www.bfr.bund.de/de/ris
Küchenhygiene Informationsmaterial
https://www.bfr.bund.de/de/kue
Gesundheitliche Bewertung von Spielzeug
https://www.bfr.bund.de/de/ges
Broschüre Vergiftungsunfälle bei Kindern
https://www.bfr.bund.de/cm/350
BfR-App: Vergiftungsunfälle bei Kindern
https://www.bfr.bund.de/de/app
