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Mobilität der Zukunft: Landesregierung informiert sich in Karlsruhe

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Für die zukünftige Mobilität sind umweltfreundliche, vernetzte und
automatisierte Lösungen gefragt. Forschende des Karlsruher Instituts für
Technologie (KIT) und der Hochschule Karlsruhe (HKA) entwickeln
Technologien unter anderem für intelligente nachhaltige Verkehrssysteme,
Elektromobilität und autonomes Fahren. Bei einem Besuch haben sich der
baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann,
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Verkehrsminister Winfried
Hermann vor Ort über aktuelle Forschungsprojekte informiert.

Fotos von der Veranstaltung finden Sie in diesem Album:
https://mediendb.aserv.kit.edu/fotoweb/albums/ZaAKe33q9wnbwit3/

„Die Automobilbranche erlebt gerade den größten Umbruch in ihrer
Geschichte. Damit sie auch in Zukunft eine unserer Schlüsselbranchen und
ein bedeutender Innovationstreiber bleibt, haben wir in Baden-Württemberg
schon vor einigen Jahren den Strategiedialog Automobilwirtschaft als
erfolgreichen Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und
Politik initiiert. Ein wesentlicher Baustein dabei ist der
InnovationsCampus Mobilität der Zukunft, der ins Leben gerufen wurde, um
gemeinsam schnell und flexibel neue Technologien entwickeln zu können.
Dass dies gelungen ist, zeigen die heute vorgestellten Forschungsprojekte.
Ich bin beeindruckt, was das KIT, die Universität Stuttgart, die
Hochschule Karlsruhe sowie alle beteiligten Akteure bisher in kurzer Zeit
erreicht haben“, sagte Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes
Baden-Württemberg.

„Unser InnovationsCampus Mobilität der Zukunft und das Baden-Württemberg
Institut für Nachhaltige Mobilität belegen eindrucksvoll die
Forschungsvielfalt im Land – von emissionsfreien Antriebssystemen über
eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur bis zu neuen
Produktionstechnologien. Als Transformations- und Innovationsland brauchen
wir genau das: Ein interdisziplinäres Umfeld, in dem etablierte sowie
junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam an nachhaltigen
Technologien arbeiten – im Schulterschluss zwischen Grundlagenforschung
und Praxis. Deshalb unterstützen wir diese Zukunftsforschung zur Mobilität
nach Kräften. Allein unseren InnovationsCampus haben wir als Land seit
2019 mit über 65 Millionen Euro gefördert“, so Petra Olschowski,
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

„Um die Mobilitätswende erfolgreich zu meistern, ist eine enge
Zusammenarbeit mit der Wissenschaft unerlässlich. Eine zentrale Rolle
spielt dabei das Baden-Württemberg Institut für Nachhaltige Mobilität
(BWIM), in das mehrere Hochschulen im Südwesten eingebunden sind. Zu den
Aktivitäten des BWIM zählen unter anderem Informations- und
Qualifizierungsmaßnahmen für Verantwortliche auf kommunaler Ebene,
beratende Stellungnahmen und Entwicklung von ÖPNV-Konzepten sowie die
Evaluation von Mobilitätspakten. Das dezentrale und interdisziplinäre
wissenschaftliche Netzwerk unterstützt und begleitet Themen der Verkehrs-
und Mobilitätswende in der Hochschulausbildung, in der Weiterbildung sowie
in der Praxis vor Ort. Das BWIM ist ein erfolgreicher Think- und Do-Tank“,
sagte Winfried Hermann, Minister für Verkehr Baden-Württemberg.

„Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit und Verstädterung
erfordern für die Mobilität der Zukunft einen radikalen Wandel. Diesen
befördern wir am KIT mit exzellenter Forschung und wegweisenden
Technologieentwicklungen in der Mobilitätsforschung. In Zusammenarbeit mit
der Universität Stuttgart gestalten wir zusätzlich neue Mobilitätskonzepte
für eine nachhaltige Verkehrs- und Mobilitätswende“, sagte Professor
Oliver Kraft, in Vertretung des Präsidenten des KIT.

„Die Entwicklung innovativer Mobilitätskonzepte ist einer unserer vier
zentralen Forschungsschwerpunkte an der Hochschule Karlsruhe“, so Rektor
Professor Frank Artinger von der Hochschule Karlsruhe, „und die Themen
Klimawandel bzw. Klimaneutralität finden sich in all unseren
Wissenschafts- und Lehrfeldern. Wir möchten damit an der HKA Beiträge zur
C02-Reduzierung und Einhaltung der nationalen Klimaziele leisten. Die
Gestaltung innovativer Konzepte für die künftige Mobilität von Menschen
und Waren – insbesondere am hochschulübergreifenden Baden-Württemberg
Institut für Nachhaltige Mobilität BWIM – wird einen großen Einfluss auf
unsere Lebensqualität haben, in Städten und Ballungsgebieten, aber auch im
ländlichen Raum.“

„Mit dem ICM können wir schnell und flexibel neue Technologien entwickeln,
erproben und die Basis für sichere und nachhaltige Mobilitätslösungen
schaffen. Mit den Partnern aus Forschung und Industrie treiben wir die
Innovationen für eine zukunftsfähige Mobilität und Produktion erheblich
an“, so Professor Thomas Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales
des KIT.

„Die gemeinsame Initiative der Universität Stuttgart und des KIT markiert
einen Meilenstein für eine nachhaltige Innovationslandschaft. Sie schafft
eine Plattform, um die Herausforderungen unserer Zeit durch den Austausch
von Fachwissen und Ideen zu bewältigen und eine lebendige
Innovationskultur zu fördern“, sagte
Professor Peter Middendorf, Prorektor für Wissens- und Technologietransfer
der Universität Stuttgart.

Projekte und Demonstratoren von E-Motoren bis Batterierecycling

Den ICM stellten beim Besuch der Landesregierung dessen Geschäftsführende
Dr. Sandra Kauffmann-Weiß vom KIT und Dr. Max Hoßfeld von der Universität
Stuttgart vor. Forschende des ICM präsentierten zudem Projekte und
Demonstratoren, insbesondere zur nachhaltigen Produktion von E-Motoren,
vor. Ein Beispiel ist der fahrbereite Elektroauto-Demonstrator „eVee“: In
ihn bauen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neuartige E-Motoren
ohne Seltene Erden ein, die sie eigens entwickelt haben. Das Konzept
entspricht einem flexibel einsetzbaren Leichtfahrzeug, das zum Beispiel
als Teil einer autonomen Carsharing-Flotte zur nachhaltigen und vernetzten
Mobilität beiträgt. Als modulare Testplattform dient das Fahrzeug der
Erprobung von Hard- und Softwarekomponenten. Des Weiteren stellten die
Forschenden des ICM Industrietransferprojekte vor, beispielsweise zu
Möglichkeiten durch die Digitalisierung im Energiemanagement und zum
Recycling von Batterien.

Der InnovationsCampus Mobilität der Zukunft

Wie wir mobil bleiben und dabei die natürliche Regenerationsfähigkeit der
Erde beachten – dieser Frage gehen die Forschenden der Universität
Stuttgart und des KIT und weiteren Partnern gemeinsam im ICM nach. Seit
2019 arbeiten dort über 300 Forschende an neuen Lösungen für die Verkehrs-
und Mobilitätswende. Wichtige Forschungsthemen sind hierbei neue Ansätze
für Elektromotoren ohne Seltene Erden, ressourcenschonende
Fertigungsverfahren und selbstlernende Software-Systeme für Fahrzeuge.
Ziel des ICM ist es, standort- und disziplinenübergreifend neue,
bahnbrechende Technologien für eine nachhaltige und effiziente Mobilität
und Produktion von morgen hervorzubringen sowie deren Transfer in die
Industrie zu fördern. Gleichzeitig ist es dem ICM ein wichtiges Anliegen,
exzellente Nachwuchsforschende zu gewinnen und Gründungen aus der
Wissenschaft zu unterstützen. Der ICM ist eine der größten Initiativen zur
Mobilität und Produktion der Zukunft in Deutschland und wird durch das
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg – als
einer der Schwerpunkte im „Strategiedialog Automobilwirtschaft“ des Landes
– seit 2019 mit über 65 Millionen Euro gefördert.

Baden-Württemberg Institut für Nachhaltige Mobilität

„Mobilitätskompetenzen fördern und vernetzen, interdisziplinär und
hochschulübergreifend Strategien entwickeln und forschen, Verwaltung und
Politik beraten und die Zukunft der Mobilität für alle erlebbar machen:
Dafür steht das Baden-Württemberg Institut für Nachhaltige Mobilität mit
seinen Teams an den Hochschulen Karlsruhe, Biberach, Nürtingen-Geislingen,
Offenburg und der Universität Konstanz“, veranschaulichte der
stellvertretende BWIM-Sprecher Professor Markus Stöckner und präsentierte
gemeinsam mit jungen Forschenden der Hochschule Karlsruhe einige aktuelle
Projekte.

So werden am BWIM unter anderem der Einsatz von Lastenrädern für den
Warentransport von Logistik- und Handelsunternehmen erprobt, nachhaltiges
Asset-Management der Verkehrsinfrastruktur entwickelt sowie die
Nutzungsmotive des Nahverkehrs oder die Wirksamkeit des Deutschlandtickets
auf das Verkehrsverhalten der Menschen untersucht. Eine Virtual-Reality-
Simulation – installiert auf einem mobilen Truck – soll lokale
Mobilitätsszenarien direkt vor Ort interaktiv erlebbar machen. Ebenso wie
temporäre Raum- und Verkehrsexperimente in baden-württembergischen
Kleinstädten, die im Frühling 2024 in Weil der Stadt und Sulz am Neckar
starten werden.

Verbundprojekt move.mORe

Das Verbundprojekt „Nachhaltige Mobilität in der Oberrheinregion –
move.mORe“ der Hochschulen Karlsruhe und Offenburg verfolgt das Ziel,
Lösungen für die nachhaltige Mobilität von Menschen und Waren und zur
Energiewende in der Region Oberrhein – vor allem im ländlichen Raum – zu
erarbeiten und regionalspezifisch zu implementieren. Der Fokus liegt auf
der Verkürzung oder Vermeidung von Wegen zur Arbeit oder zur täglichen
Versorgung sowie auf der Nutzung effizienter und emissionsfreier Mobilität
wie Fußverkehr, E-Bikes, ÖPNV oder Sharing-Angebote. Bei der Umsetzung
wird vor allem auf die Partizipation der Beteiligten und den
gesellschaftlichen Dialog gesetzt. Die bedarfsgerechte Energieversorgung
mit lokal zur Verfügung stehenden regenerativen Energien für die Mobilität
von Personen und Waren stehen ebenso im Mittelpunkt wie multimodale
regionale Logistikkonzepte für den Gütertransport und digitale Dienste für
die Benutzer.

Ausführliche Bildunterschrift:

Über die Forschung zu nachhaltiger und effizienter Mobilität und
Produktion von morgen informierte sich die baden-württembergische
Landesregierung in Karlsruhe. V. l. n. r.: Prof. Nejila Parspour,
Direktorin des Instituts für  Elektrische Energiewandlung, Universität
Stuttgart; Prof. Thomas Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales
des KIT; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski; Verkehrsminister
Winfried Hermann; Ministerpräsident Winfried Kretschmann; Prof. Oliver
Kraft, in Vertretung des Präsidenten des KIT; Prof. Rose Marie Beck,
designierte Rektorin der Hochschule Karlsruhe; Prof. Frank Artinger,
Rektor der Hochschule Karlsruhe; Prof. Tobias Düser, Institut für
Produktentwicklung, KIT. (Foto: Markus Breig, KIT)