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Gebäude begrünen, Bäume und Freiflächen schützen: Forschung unterstützt Städte bei der Klimaanpassung

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Gemeinsame Pressemitteilung des Instituts für ökologische
Wirtschaftsforschung und der Referate für Stadtplanung und Bauordnung
sowie für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München

► Zielkonflikte zwischen Stadtgrün und Wohnungsbau müssen besser gelöst
werden, um die Lebensqualität in Städten zu erhalten

► Effektiver Schutz fürs Stadtklima: Dach- und Fassadenbegrünung
ausweiten, große Bäume erhalten, Grünflächen und Kaltluftleitbahnen vor
Bebauung schützen

► BMBF-gefördertes Projekt bietet Stadtplaner*innen Steckbriefe,
Checklisten und Leitfäden zur Umsetzung dieser Maßnahmen: https://gruene-
stadt-der-zukunft.de/

Berlin/München, 31. Januar 2024 – Um sich an die Folgen des Klimawandels
anzupassen, haben Städte eine wirksame natürliche Ressource: das
Stadtgrün. Doch wie werden Bestandsquartiere grüner und wie lassen sich
klimaangepasste Neubauprojekte realisieren? Oft mangelt es nicht an gutem
Willen, wenn Dach- oder Fassadenbegrünungen geplant werden sollen, sondern
an Beispielen und konkreten Lösungsvorschlägen. Darum unterstützt das
Forschungsprojekt „Grüne Stadt der Zukunft“ Kommunen und Stadtplaner*innen
mit Umsetzungshilfen für die klimaresiliente Planung. In dem vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt
arbeiteten Forschung und Praxis eng zusammen, um Steckbriefe, Checklisten
und Leitfäden für grüne, klimaangepasste Städte zu entwickeln.

„Viele Kommunen haben sich mehr Klimaanpassung bereits zum Ziel gesetzt.
Durch das geplante Klimaanpassungsgesetz des Bundes könnten sie dazu sogar
bald verpflichtet werden. Mit unserer Website bieten wir der Stadtplanung
einen Werkzeugkasten, um Stadtgrün gezielt für die Klimaresilienz
auszubauen“, erklärt Professorin Simone Linke, die das Projekt an der
Technischen Universität München koordinierte. Zum Projektteam gehörten
auch das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das Institut
für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und die
Referate für Klima- und Umweltschutz sowie Stadtplanung und Bauordnung der
Landeshauptstadt München.

Beispiel München: mehr Grün – und mehr Wohnraum?

„Die Auswirkungen des Klimawandels, die knappen Flächenressourcen und die
gleichzeitige Wohnraumbeschaffung stellen große Herausforderungen für
wachsende Städte wie München dar“, betont Christine Kugler, Referentin für
Klima- und Umweltschutz in München. Um diese Zielkonflikte möglichst gut
zu lösen, erprobte München mit den Forschenden, wie Klimaanpassung von
Anfang an in der Stadtplanung mitgedacht werden kann. So gibt es etwa in
Bebauungsplänen verschiedene Möglichkeiten, Stadtgrün zu fördern oder
Kaltluftleitbahnen vor Bebauung zu schützen. (https://gruene-stadt-der-
zukunft.de/integration-in-planung-und-verwaltung/)

Die Münchner Stadtbaurätin Elisabeth Merk lobt die gemeinsame Forschung:
„In dem Projekt entstanden wichtige Erkenntnisse für die Umsetzung von
Klimaresilienz. Nicht nur in Neubauquartieren, sondern auch für
Bestandsquartiere wurden zahlreiche praxisnahe Handlungsoptionen
aufgezeigt, die Eingang in unsere Arbeit finden werden.“ Das Team
begleitete verschiedene Verfahren, befragte Anwohner*innen und nahm
mikroklimatische Simulationen vor.

Gebäudebegrünung spart Kühl- und Heizenergie

Dach- und Fassadenbegrünung bieten sich sowohl für Bestands- als auch für
Neubauquartiere an. Sie kühlen das Gebäude im Sommer und schützen es im
Winter vor Kälte: Die Dämmwirkung steigt durch begrünte Dächer um circa
zehn Prozent. Außerdem speichern Dachbegrünungen Wasser, kühlen so im
Sommer die Umgebung und entlasten bei Starkregen die Kanalisation.

„Fassadenbegrünung kühlt nicht nur die Gebäude, sondern steigert auch die
Aufenthaltsqualität im Quartier, besonders in sonst unbegrünten Straßen.
Dachgärten können – neben begrünten Innenhöfen – gerade in dichten
Quartieren wichtige Erholungsorte für die Bevölkerung sein“, sagt die
Soziologin Amelie Bauer von der LMU. Das Projekt zeigt in Steckbriefen,
worauf es bei der Gebäudebegrünung ankommt. (https://gruene-stadt-der-
zukunft.de/bauen-und-gebaeude/)

Gegen die Sommerhitze: große Bäume und Freiflächen erhalten

Bei starker Hitze sind Stadtparks und Freiflächen wichtig für die
nächtliche Abkühlung. Als Erholungsorte sollten sie fußläufig erreichbar
sein und schattige Sitzplätze bieten. Gleichzeitig lohnt es sich, in
Straßen und Innenhöfen die Versiegelung zu verringern und große Bäume zu
erhalten. Bislang müssen immer wieder Bäume etwa für den Bau von
Tiefgaragen gefällt werden. Das Problem ließe sich beispielsweise durch
innovative Mobilitätskonzepte mit mehrstöckigen, oberirdischen
Quartiersgaragen eindämmen. So entsteht mehr Platz für wohnungsnahes,
qualitativ hochwertiges Grün. (https://gruene-stadt-der-
zukunft.de/quartiersentwicklung/)

Nachbarschaft und lokale Unternehmen gestalten mit

„Städte könnten die Bevölkerung, die Immobilienwirtschaft und Unternehmen
stärker in die Entwicklung grüner, lebenswerter Quartiere einbinden“,
betont Johannes Rupp vom IÖW. Das Projekt stellt dafür viele Formate vor,
etwa Gemeinschaftsbeete, Gießpatenschaften, Beratungsangebote oder einen
Preis für den schönsten Firmengarten. (https://gruene-stadt-der-zukunft.de
/aktivierung-und-teilhabe/)

Um Fachkräfte in Stadtverwaltung und Planungsbüros zu unterstützen, fasst
die Website https://gruene-stadt-der-zukunft.de/ die Forschungsergebnisse
in Steckbriefen, Checklisten und Leitfäden zusammen. Das Projekt wurde
2018 bis 2024 vom BMBF in der Leitinitiative „Zukunftsstadt“ gefördert.

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Weiterführende Links:

• Mehr zum Projekt „Grüne Stadt der Zukunft“: https://gruene-stadt-der-
zukunft.de/ueber-das-projekt/
• Kurzfilm aus der ersten Projektphase:
https://www.youtube.com/watch?v=EI49qRHGVPI
• Pressebild und weitere Illustrationen: https://flic.kr/p/2mPUeYf
• Kontakt zum Projekt: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>