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Behinderten- und Erziehungshilfe: Smart Home und digitale Lösungen erkunden. Forschungsprojekt entwickelt Methodenkoffer

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Der Zugang zu und das Verständnis von modernen Technologien wie digitale
Medien ist für junge Menschen essentiell. In stationären Einrichtungen der
Behinderten- und Erziehungshilfe erleben Kinder und Jugendliche jedoch
häufig eine mangelnde digitale Teilhabe. Daher hat die TH Köln mit ihren
Partnern in einem Forschungsprojekt Methoden zur Entwicklung von
Technikideen für den Alltag konzipiert. Das Ergebnis ist ein
Methodenkoffer, der kostenlos ausgeliehen oder nachgebaut werden kann.

„Jugendliche, die stationär untergebracht sind, haben laut verschiedener
Studien weniger Zugang zu digitalen Medien als ihre Altersgenossen. Das
bedeutet für sie einen entscheidenden Nachteil und verringert ihre Chancen
auf ein selbstbestimmtes Leben“, erläutert Projektleiterin Prof. Dr.
Isabel Zorn von der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der TH
Köln. Um diese Zielgruppe an die Nutzung digitaler Tools heranzuführen,
haben sich Professor*innen der TH Köln aus den Fachbereichen
Medienpädagogik, Informatik und Design sowie Träger von stationären
Einrichtungen im interdisziplinären Projekt INTIA zusammengeschlossen.

Lösungen für Alltagsprobleme

In mehreren Workshops erkundeten die Forscher*innen gemeinsam mit den
Jugendlichen, welche Technologien diese bereits nutzen und welchen
Problemen und Schwierigkeiten sie in ihrem Umfeld begegnen. „Dann kam die
Corona-Pandemie und wir konnten nicht mehr vor Ort sein. Unseren
partizipativen Ansatz wollten wir aber nicht aufgeben und so haben die
Bewohner*innen Polaroidkameras erhalten, um festzuhalten, was sie im
Alltag stört. Auf dieser Basis haben wir dann technische Lösungen
entwickelt, die auch Laien anwenden können und die einen direkten
positiven Effekt haben“, sagt Zorn.

So wurde beispielsweise eine smarte Trinkflasche für eine ausreichende
Flüssigkeitszufuhr erdacht. Ein Erschütterungssensor erkennt, wenn die
Flasche zum Trinken gekippt wird und startet einen Timer. Wenn dieser
abläuft, ohne dass die Flasche vorher erneut gekippt wird, gibt ein
Lautsprecher ein akustisches Signal ab, das an das Trinken erinnert. „Mit
dieser und ähnlichen Lösungen führen wir die Jugendlichen an Grundlagen
der Informatik wie Wenn-Dann-Programmierungen heran, motivieren sie durch
den direkt sichtbaren Erfolg und verbessern ihren Alltag“, fasst Zorn
zusammen.

INTIA-Koffer leihen oder nachbauen

Aus diesen Experimenten und Entwicklungen entstand der sogenannte INTIA-
Koffer, der es stationären Einrichtungen ermöglicht, ähnliche Projekte
umzusetzen. Um die Jugendlichen mit den Grundlagen vertraut zu machen,
erarbeiteten die Forscher*innen ein Escape Game. Während die Spieler*innen
die darin enthaltenen Rätsel lösen, lernen sie Grundprinzipien von Smart
Home wie Kontakt- oder Berührungssensoren kennen und erkunden die
Anwendungsmöglichkeiten. Der Koffer enthält auch Spielkarten, um Wenn-
Dann-Logiken analog zu konstruieren, und ein Gefühl für die Möglichkeiten
zu erhalten.

„Mit unserem Koffer vermitteln wir den Jugendlichen ein Grundverständnis
für Smart Home sowie technische Prinzipien und hoffen, sie für diesen
Bereich zu interessieren, der unser Leben künftig immer stärker bestimmen
wird. Für Fachkräfte der Sozialen Arbeit ist das Projekt spannend, weil
technische Lösungen bestimmte Alltagsprobleme erleichtern und die
Tätigkeit in der Sozialarbeit bereichern können“, so Zorn. Der INTIA-
Koffer kann ausgeliehen oder nachgebaut werden. Weitere Informationen und
Unterstützung beim Einsatz gibt Fabian Hesterberg, Bildungsfachkraft an
der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der TH Köln, unter
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Über das Projekt

„INTIA – Inklusive Entwicklung von Methoden und Technologien für Hilfen
zur Alltagsbewältigung in der Behinderten- und Erziehungshilfe“ war ein
Projekt des Instituts für Medienforschung und Medienpädagogik IMM, des
Cologne Institute for Digital Ecosystems und der Köln International School
of Design der TH Köln. Partner waren die Diakonie Michaelshoven, die
Evangelische Jugendhilfe Godesheim gGmbH und die Fachstelle für
Jugendmedienkultur NRW. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
förderte das Vorhaben über vier Jahre.

Weitere Informationen: www.intia.de

Die TH Köln zählt zu den innovativsten Hochschulen für Angewandte
Wissenschaften. Sie bietet Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland ein inspirierendes Lern-,
Arbeits- und Forschungsumfeld in den Sozial-, Kultur-, Gesellschafts-,
Ingenieur- und Naturwissenschaften. Zurzeit sind rund 23.500 Studierende
in etwa 100 Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben. Die TH Köln
gestaltet Soziale Innovation – mit diesem Anspruch begegnen wir den
Herausforderungen der Gesellschaft. Unser interdisziplinäres Denken und
Handeln, unsere regionalen, nationalen und internationalen Aktivitäten
machen uns in vielen Bereichen zur geschätzten Kooperationspartnerin und
Wegbereiterin.