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Zwischen Akzeptanz, Ohnmacht und Widerwillen: Die Reaktion der Kirche und ihrer Repräsentanten auf Martin Luther

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agung zu den Herausforderungen der Reformation für Bischöfe, Domkapitel
und Kathedralstädte im Alten Reich – Öffentlicher Abendvortrag am Freitag,
23. Februar im Landesmuseum

Mit der Veröffentlichung der 95 Thesen wandte sich Martin Luther im Jahr
1517 insbesondere gegen den Ablasshandel der römisch-katholischen Kirche –
und lieferte damit den Anstoß für die Reformation, die schließlich massive
religiöse, politische und soziale Umbrüche zur Folge hatte. „Die
Reformation stellt eine Zäsur beim Übergang vom Mittelalter zur Frühen
Neuzeit dar, sie war damals aber auch eine enorme Herausforderung für die
Geistlichen und die kirchlichen Institutionen“, teilt Prof. Dr. Nina
Gallion, Historikerin von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU),
mit. Wie sich die Reformation in den ersten Jahrzehnten nach 1517 auf die
Bischöfe, Domkapitel und Kathedralstädte des römisch-deutschen Reichs
auswirkte, ist das Thema einer Tagung, die vom 22. bis 24. Februar 2024 in
Mainz stattfindet. Ein öffentlicher Abendvortrag ist im Rahmen der Tagung
am Freitag, den 23. Februar vorgesehen.

Von Konstanz im Süden bis Lübeck im Norden: Entwicklungen in den
geistlichen Herrschaftsgebieten

Die Tagung „Zwischen Akzeptanz, Ohnmacht und Widerwillen – Die
Herausforderungen der Reformation für Bischöfe, Domkapitel und
Kathedralstädte im Alten Reich“ nimmt zunächst die Situation der Bischöfe
in den Fokus. „Die Bischöfe und die Bistümer waren mit einer neuen
Glaubenslehre konfrontiert und haben darauf recht unterschiedlich
reagiert“, so Nina Gallion. Dasselbe gilt für die Domkapitel, wichtige
Instanzen in den Bistümern mit Entscheidungsgewalt, die in der Beurteilung
der Vorgänge nicht selten gespalten waren. Schließlich wird ein Blick auf
die Kathedralstädte gelegt, die zu Kulminationspunkten wurden, zumal sich
die Reformation gerade in den Städten stark manifestierte.

Bei der Tagung werden ausgewählte Fallbeispiele vorgestellt, um die
Handlungsspielräume hochrangiger Entscheidungsträger und die Entwicklungen
in den geistlichen Herrschaftsgebieten zu beleuchten. Eine Exkursion ist
zum alten Dom St. Johannis und zum neuen Dom St. Martin in Mainz
vorgesehen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Projekt „Germania Sacra.
Die Kirche des Alten Reiches und ihre Institutionen“ der Niedersächsischen
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen statt. Zur Tagungsleitung gehört
außer Nina Gallion von der JGU auch Dr. Frederieke Maria Schnack vom
Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte und Historische
Grundwissenschaften der Universität Würzburg. Für die Teilnahme an der
Tagung ist eine Anmeldung beim Historischen Seminar der Universität Mainz
unter der Telefonnummer +49 (0)6131 39-24462 oder der E-Mail-Adresse
landesgeschichte-mittelalter@uni-mainz.de bis zum 9. Februar erforderlich.

Öffentlicher Abendvortrag „Die Reformation als Herausforderung“

Bei einem öffentlichen Abendvortrag wird am Freitag, den 23. Februar um
18:30 Uhr Prof. Dr. Matthias Pohlig vom Institut für
Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin über die
„Reformation als Herausforderung“ sprechen und auf die Konfliktfelder und
Problematiken eingehen. Der Vortrag kann ohne Anmeldung besucht werden und
findet wie auch die Tagung im Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49–51,
55116 Mainz statt.

Eine finanzielle Förderung erhält die Tagung durch das Bistum Dresden-
Meißen, das Bistum Mainz, das Bistum Würzburg, die Erzbischof Hermann
Stiftung der Erzdiözese Freiburg, das Erzbistum Paderborn, die
Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die G. und I. Leifheit Stiftung
und die Stiftung der LBBW Rheinland-Pfalz Bank.