Daten für die Zukunft: RatSWD legt Arbeitsschwerpunkte für drei Jahre fest
Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) wird sich in seiner 8.
Berufungsperiode (2023-2026) mit Lösungsansätzen für die Verfügbarmachung
und Verknüpfung verschiedener Arten von Daten beschäftigen. In fünf
Arbeitsgruppen sollen Empfehlungen zu Gesundheitsdaten, Daten für Krisen,
Unternehmensdaten, Politikdaten und einem Datentreuhändermodell für die
Wissenschaft entstehen. Drei Task Forces behandeln darüber hinaus
bestimmte Querschnittsthemen. Bei allen Aktivitäten wird der RatSWD die
Forschungscommunity eng einbeziehen.
In seinem nun veröffentlichten Arbeitsprogramm für die 8. Berufungsperiode
(2023–2026) definiert der RatSWD neun permanente Aufgaben, mit denen er
seine Rolle als Beirat der Bundesregierung innerhalb des Konsortiums für
Sozial-, Verhaltens-, Bildungs- und Wirtschaftswissenschaften (KonsortSWD)
schärft. Das Beratungsportfolio des RatSWD, das sich sowohl an politische
Akteure als auch die wissenschaftliche Community richtet, schließt Fragen
des Datenzugangs und der Dateninfrastruktur sowie deren Weiterentwicklung
ein. Insbesondere setzt er sich für das von der Bundesregierung geplante
Forschungsdatengesetz ein.
Fünf Arbeitsgruppen (AG) werden zu den thematischen Schwerpunkten der 8.
Berufungsperiode des RatSWD arbeiten. Die AG Datentreuhänder für die
Wissenschaft wird über die Zusammenführung von Datenbeständen diskutieren.
Eine weitere AG wird sich mit dem vielfältigen Spektrum der
Gesundheitsdaten auseinandersetzen. Die AG Erschließung und Nutzung von
Unternehmensdaten für die Wissenschaft wird geeignete Rahmenbedingungen
für Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft eruieren. Beide AGs
werden Publikationen in der RatSWD Output Series entwickeln sowie
Stellungnahmen veröffentlichen und Workshops durchführen.
Die AG Dateninfrastrukturen in Krisen begleitet ein an der Freien
Universität Berlin und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
(WZB) angesiedeltes Projekt und wird in diesem Rahmen ein Online-
Informationstool zu krisenrelevanten Daten entwickeln. Außerdem wird eine
Sammlung von Erhebungsinstrumenten zu Vulnerabilität, Preparedness und
Resilienz in Krisen und ein Kurzmodul zur Platzierung in einem etabliertem
Panelsurvey erarbeitet. Ziel der AG Politikdaten ist es, eine
Veranstaltungsdokumentation und ein Positionspapier zu den Potenzialen von
Daten aus dem parlamentarischen Raum für die im RatSWD vertretenen
Disziplinen zu veröffentlichen. Über die Aktivitäten der Arbeitsgruppen im
Verlauf der Berufungsperiode kann man sich auf der Website des RatSWD
informieren.
Darüber hinaus werden drei Task Forces zu den Themen Politik und Recht,
Internationales und Forschungsethik anlassbezogen zusammentreffen.
Das vollständige Arbeitsprogramm der 8. Berufungsperiode des RatSWD findet
sich unter https://www.konsortswd.de/wp-c
RatSWD-2023-2026.pdf
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Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) berät seit 2004 die
Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der
Forschungsdateninfrastruktur für die empirischen Sozial-, Verhaltens- und
Wirtschaftswissenschaften. Im RatSWD arbeiten zehn durch Wahl legitimierte
Vertreterinnen und Vertreter der sozial-, verhaltens- und
wirtschaftswissenschaftlichen Fachdisziplinen mit zehn Vertreterinnen und
Vertretern der Datenproduktion zusammen.
Der RatSWD ist Teil des Konsortiums für die Sozial-, Verhaltens-,
Bildungs- und Wirtschaftswissenschaften (KonsortSWD) in der Nationalen
Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Er versteht sich als
institutionalisiertes Forum des Dialoges zwischen Wissenschaft und
Datenproduzenten und erarbeitet Empfehlungen und Stellungnahmen. Dabei
engagiert er sich für eine Infrastruktur, die der Wissenschaft einen
breiten, flexiblen und sicheren Datenzugang ermöglicht. Diese Daten werden
von staatlichen, wissenschaftsgetragenen und privatwirtschaftlichen
Akteuren bereitgestellt. Derzeit hat der RatSWD 41 Forschungsdatenzentren
akkreditiert und fördert deren Kooperation.
