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Fahrgemeinschaften fördern: Für Unternehmen ein heikles Thema

Fahrgemeinschaften Symbolbild
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Fahrgemeinschaften Symbolbild
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Deutschland ist ein „Autofahrer-Staat“. Immerhin sind über 49 Millionen Pkw zugelassen – die meisten davon noch mit umweltschädlichen Verbrenner-Motoren. Vor allem in ländlichen Regionen sehen sich Unternehmen mit einem Nachhaltigkeitsproblem konfrontiert. Denn das öffentliche Verkehrsnetz ist oft nicht praxistauglich und der Anstoß zu Fahrgemeinschaften kann ein heikles Thema sein.

Anreize schaffen: Die Veränderung mit Goodies erleichtern

Das Auto ist vielen Deutschen heilig und oftmals auch einfach notwendig. Denn bereits der Weg in die Arbeit kann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durchaus beschwerlich sein. Das gilt vor allem dann, wenn Angestellte im ländlichen Raum wohnen oder tagtäglich pendeln müssen. Einfache Lösung: Unternehmen könnten auf Fahrgemeinschaften pochen und so der Umwelt etwas Gutes tun. In der Praxis stößt dieser Gedanke jedoch oft auf taube Ohren. Denn das Auto bedeutet auch ein Stück Freiheit, das man nicht unbedingt mit den Kollegen teilen möchte. Daher braucht es Anreize und Goodies, um Fahrgemeinschaften deutlich attraktiver zu machen. So kann beispielsweise mit einem kostenlosen Mitarbeiterparkplatz für Fahrgemeinschaften geworben werden. Über ein Parksystem können die Belege eingereicht und die Kosten dann einfach rückerstattet werden. Doch auch Tank-Gutscheine oder ein vom Unternehmen gefördertes Sammeltaxi können die Fahrgemeinschaft attraktiver machen. Wichtig ist dabei jedoch, dass sich andere Mitarbeiter durch die zusätzlichen Goodies nicht benachteiligt fühlen.

Mobilität neu denken: Im ländlichen Bereich gar nicht so einfach

Mobilität neu zu denken, ist vor allem im urbanen Raum relativ einfach. Hier können Mitarbeiter mit E-Bikes oder E-Scootern ausgestattet werden und im Sommer ganz bequem und emissionsfrei in die Arbeit kommen. In den kalten Wintermonaten oder an regnerischen Tagen kann dann einfach auf Bus und Bahn zurückgegriffen werden. Auch hier sind immer mehr Arbeitgeber aktiv und leisten Zuzahlungen für die Tickets. Im ländlichen Bereich ist es oft aber einfach nicht möglich, mit dem E-Bike über die Landstraße in die Arbeit zu radeln. Mobilität neu zu denken, ist hier oft eine wesentlich größere Herausforderung und meist mit hohen Kosten verbunden. Vor allem für kleine Unternehmen kann das dann schnell zu einem Mammut-Projekt werden.

Fahrgemeinschaft organisieren: Unternehmen sollten Hilfe anbieten

Obwohl das Nachhaltigkeitsbewusstsein bei vielen Angestellten steigt, braucht es für die Fahrgemeinschaft meist einen Anstoß vom Unternehmen. Denn der Komfort nimmt natürlich etwas ab, wenn man mit mehreren Personen im Auto unterwegs ist. Als Hilfestellung sollten Unternehmen die Fahrgemeinschaften daher aktiv fördern. Bereits bei der Organisation kann es hilfreich sein, entsprechende Listen auszuhängen. Hier können sich Personen eintragen, die Interesse an einer Fahrgemeinschaft haben und dann miteinander in Kontakt treten.

Auch hinsichtlich der Abfahrtszeiten kann das Unternehmen einen Anstoß geben. Spontan länger im Büro bleiben oder ungeplante Meetings kurz vor Dienstschluss sorgen nämlich dafür, dass es zu Verspätungen kommt. Hier empfiehlt es sich, fixe Zeiten etwa 15 Minuten nach Büroschluss zu vereinbaren. Wichtig ist aber auch, dass die Fahrgemeinschaft gerecht bleibt. Auch hier hilft wieder ein Aushang im Eingangsbereich. Hier können sich die Fahrer jeden Morgen eintragen. So ist immer klar, wer bereits wie oft im Monat gefahren ist.