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Wenn das Ziel mehr ist als der Weg – Aktionstag „StrandVision“ im IOW zum Besuch der „Save the Baltic Sea“-Expedition

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Aus Anlass des Besuchs der litauischen Umweltaktivistengruppe „Save the
Baltic Sea“, die aktuell zu Fuß die gesamte Ostsee umrundet, luden das
Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), das Landesamt für
Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) und die EUCC – Die Küsten Union
Deutschland e.V. (EUCC-D) am 12. April 2024 zum Aktionstag „StrandVision“
ins IOW ein. Zu den Workshops über Klimaanpassungsstrategien und
Strandmüllreduktion kamen insgesamt rund 90 Teilnehmende. Das Programm mit
Praxisteil sprach die unterschiedlichsten Interessengruppen an; neben
Schüler:innen und interessierten Bürger:innen nahm auch Fachpublikum aus
Tourismuswirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft teil.

Der Aktionstag „StrandVision“ war die erste öffentliche Veranstaltung in
Deutschland im Zusammenhang mit der „Save the Baltic Sea“-Expedition.
Themenschwerpunkte: Die Auswirkungen des Klimawandels und der
Plastikverschmutzung an den Ostseeküsten. „Wir freuen uns sehr, dass die
großartige Truppe von ‚Save the Baltic Sea‘ bei uns zu Gast war und wir
ihr Anliegen mit dem Aktionstag unterstützen konnten. Praxisorientierter
Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ist uns wichtig und wir
wollen ihn künftig weiter ausbauen“, sagt Oliver Zielinski, Direktor des
IOW, der die litauischen Umweltaktivist:innen und die Gäste des
Aktionstages vor Ort begrüßte.

Neben Impulsreferaten zu Methoden und dem aktuellen Stand der Forschung
bot das „StrandVision“-Programm Workshops mit aktiver Einbeziehung der
Teilnehmenden. Der Klimwandelworkshop richtete sich an ein Fachpublikum
aus der Tourismuswirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft. Anhand von
Kartenmaterial diskutierten die Teilnehmenden, wie sich Klimawandelfolgen
an touristisch genutzten Stränden zeigen, welche Probleme sie dort
verursachen sowie mögliche Anpassungsstrategien. „Die Auswirkungen des
Klimawandels sind besonders an den Küsten spürbar. Die Erarbeitung von
Anpassungsmaßnahmen, speziell am touristisch genutzten Strand, ist für die
zukünftige Tourismusentwicklung von großem Vorteil“, erläutert Nardine
Stybel, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins EUCC-D, der sich in
Deutschland für eine nachhaltige Entwicklung der Küsten und Meere
engagiert und der am Aktionstag das Thema Klimawandel fachlich
ausgestaltete.

Zum Thema Plastikverschmutzung fand eine Strandmüll-Erfassung am
Warnemünder Strand statt, an der sich trotz des ungemütlichen Wetters rund
40 Menschen beteiligten, vor allem Schüler:innen. „Bereits seit 2013 ist
das Strandmüll-Monitoring an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns dauerhaft
etabliert. Daher wissen wir, dass das Gros des Strandmülls an der
deutschen Ostseeküste aus Plastik besteht und aus touristischer Nutzung
stammt“, kommentiert Dennis Gräwe vom LUNG. Er koordiniert das Strandmüll-
Monitoring in MV in enger Kooperation mit verschiedenen Vereinen,
Verbänden, Großschutzgebieten und einer Schule. „Eine Kooperation mit so
unterschiedlichen Akteuren ist eine echte Besonderheit und passt daher
sehr gut zum Engagement der ‚Save the Baltic Sea‘-Initiative“, so Gräwe.

*Die Expedition „Save the Baltic Sea“*

6000 Kilometer, 10 Menschen, 9 Monate, 8 Länder, 1 Mission – das sind die
Kennzahlen der „Save the Baltic Sea“-Expedition. Bereits am 11. März
startete die Gruppe litauischer Umweltaktivist:innen unter dem Motto
„Let‘s raise waves of Change“ in Smiltynės, Litauen. Mit ihrem Fußmarsch
um die gesamte Ostsee herum wollen sie die nach wie vor gravierenden
Umweltprobleme des Binnenmeeres in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.
Aber es geht um mehr als nur die Wanderung als öffentlichkeitswirksame
Aktion. Die Gruppe, die die Unterstützung und Schirmherrschaft so
prominenter Institutionen wie die Helsinki-Kommission zum Schutz der
Ostsee (HELCOM), die Europäische Kommission mit ihrer „EU4Ocean Coalition“
und das Litauische Umweltministerium gewinnen konnte, möchte in den
durchquerten Anrainerländern über öffentliche Veranstaltungen mit lokalen
Wissenschaftsinstitutionen, Stakeholdern und Bürger:innen in den Austausch
kommen, um auch ganz konkret die Diskussion um Lösungen anzustoßen. Mehr
Informationen zur Initiative: https://savebaltic.eu