Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Notfall- und Akutversorgung aus?
nnovatives Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Magdeburg untersucht
Verbindung zwischen Wetter und Inanspruchnahme von Notaufnahmen in
Deutschland
Wie wirken sich Wetterphänomene auf die bundesweite Notfall- und
Akutversorgung aus? Ein interdisziplinäres Forschungsteam unter der
Leitung von Prof. Dr. med. Felix Walcher, Direktor der Universitätsklinik
für Unfallchirurgie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, geht
dieser Frage in dem Projekt „KlimaNot“ auf den Grund. Ein
interdisziplinäres Team aus den Bereichen Medizin, Informatik und
Mathematik untersucht die konkreten Auswirkungen von Klimawandel-bedingten
Wetterveränderungen auf die Inanspruchnahme von Notaufnahmen bei
bestimmten Wetterkonstellationen. Dabei werden auch die Auswirkungen auf
verschiedene Patientengruppen und regionale Unterschiede betrachtet. Ziel
ist es, evidenzbasierte Maßnahmen für eine verbesserte Versorgungsplanung
zu entwickeln.
„Wetterereignisse, insbesondere Hitzeperioden und extreme Hitze, haben
einen signifikanten Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der
Bevölkerung“, erklärt Walcher. „Das Projekt KlimaNot ermöglicht es uns,
die Zusammenhänge zwischen klimatischen Veränderungen und der
Inanspruchnahme von Notfallversorgung präzise zu erfassen. Unsere
Untersuchungen sollen dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung besser an
die Bedürfnisse der Bevölkerung anzupassen und präventive Maßnahmen zu
entwickeln“, so der Notfallmediziner.
Das Projekt kombiniert Behandlungsdaten des AKTIN-Notaufnahmeregisters aus
derzeit 50 Notaufnahmen mit Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes und
führt zusätzlich prospektive Datenerhebungen in drei Kliniken der
Altersmedizin durch. Schließlich werden geografische Gegebenheiten anhand
von Daten aus der Notaufnahme des Klinikums Stuttgart analysiert. Auf
Grundlage dieser Erkenntnisse werden Handlungsempfehlungen und Leitfäden
erarbeitet.
Gleichzeitig entwickeln Informatikerinnen und Informatiker des
Universitätsklinikums Aachen in Zusammenarbeit mit mathematischen
Modellierern der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg eine Web-
Applikation, die eine Einschätzung des Einflusses von markanten
Wetterlagen auf die Notfallversorgung ermöglicht.
Partner von KlimaNot sind das Robert Koch-Institut, das Institut für
Mathematische Optimierung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das
Klinikum der Landeshauptstadt Stuttgart sowie das Universitätsklinikum
Aachen. Das Projekt „KlimaNot“ wird durch den Innovationsfonds des
Gemeinsamen Bundesausschusses über einen Zeitraum von drei Jahren mit ca.
1,8 Millionen Euro gefördert. Förderkennzeichen: 01VSF23017.
Weitere Informationen unter
https://innovationsfonds.g-ba.
auswirkungen-des-klimawandels-
und-modellierungen-zur-evidenz
Das AKTIN-Notaufnahmeregister wird gefördert durch das Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Netzwerks
Universitätsmedizin 2.0: „NUM 2.0“, Nr. 01KX2121, Projekt: AKTIN@NUM
