Teddy und Co. müssen ins Krankenhaus
Teddy, Stoff-Dino, Kuschelwolf – wenn sich die plüschigen Begleiter von
Kindern wehgetan haben, müssen sie ins Krankenhaus. Das öffnet in dieser
Woche (23. bis 25. April) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Dresden wieder seine Türen. Studierende der Medizinischen Fakultät an der
TU Dresden organisieren zum 20. Mal das beliebte Teddy-Krankenhaus. Die
Idee: Wenn Kinder spielerisch erfahren, was bei einem Arztbesuch passiert,
haben sie weniger Angst, wenn sie selbst mal krank sind. Die
Medizinstudierenden wiederum erfahren in der Praxis, wie sie medizinisch
komplizierte Sachverhalte einfach und verständlich kommunizieren.
Bis zu 20.000 Kinder aus Dresden und Umgebung haben in den vergangenen 20
Jahren an dem Projekt teilgenommen. In diesem Jahr sind 1.048 Kinder aus
60 Kitas dabei. Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen Sponsoren.
„Das Projekt greift auf unterschiedlichen Ebenen an – für unsere
Medizinerinnen und Mediziner in der Kinderklinik ist es wichtig, wenn
Kinder weniger angstvoll zu uns kommen. Für die Studierenden ist es eine
wichtige praxisnahe Erfahrung in ihrer Ausbildung. Wir sind stolz, dass
das Teddykrankenhaus auf eine solch lange Tradition zurückblickt“, sagt
Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum.
Vom 23. bis 25. April öffnet das Dresdner Teddykrankenhaus in der Kinder-
und Frauenklinik des Universitätsklinikums Dresden. Über 1.000 Kinder
kommen mit ihren plüschigen Freunden – der Stoff-Dino hat sich den Kopf
angeschlagen, der Plüsch-Bär hat einen gebrochenen Arm und der Kuschelwolf
hustet. Diesen und vielen anderen Beschwerden nimmt sich das Team aus 150
Studierenden der Medizinischen Fakultät an der TU Dresden an. Sie kommen
aus den Bereich Human- und Zahnmedizin, aus der Psychologie, der Carus
Akademie und vom Modellstudiengang Humanmedizin in Chemnitz. Mit großer
Sorgfalt erklären sie den Teddyeltern, was bei einem Arztbesuch wichtig
ist. Ganz wie bei den regulären Patientinnen und Patienten zählt dazu eine
umfangreiche Untersuchung inklusive Abtasten und Abhören. Auch ein
Ultraschallgerät gibt es in der Teddyklinik. Im Vorführ-OP-Saal wird ein
XXL-Bär am Bein operiert. Schließlich erhalten die Kinder ein Rezept,
damit es Dino, Wolf und Bär bald wieder besser geht.
Was nach Spiel und Spaß klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Wenn Kinder
krank sind und zum Arzt oder zur Ärztin oder sogar ins Krankenhaus müssen,
ist die Angst oft groß. Eine ungewohnte Situation verbunden mit Schmerzen
oder Unbehagen macht ein ungutes Gefühl. Oftmals löst der bloße Anblick
von Ärztinnen und Ärzten in weißen Kitteln, die einem mit Spritzen und
bitteren Pillen zu Leibe rücken, Unwohlsein und sogar Panik bei den
Kleinen hervor. Dies wollen die Studierenden den Kindern nehmen. „Da beim
Teddykrankenhaus nicht die Kinder selbst, sondern ihre Kuscheltiere die
Kranken sind, haben die Kinder die Möglichkeit, das Geschehen aus der
Elternrolle heraus zu erleben. Sie können Fragen stellen, Einfluss auf das
weitere Vorgehen nehmen und sich ungezwungen mit dem ärztlichen Handeln
vertraut machen. Viele Kinder sind sehr neugierig in dieser Situation.
Nicht nur für sie, sondern auch für uns Studierende ist dies eine
spannende Erfahrung“, sagt Nele Weber, die im zweiten Semester
Humanmedizin studiert. „Wir unterstützen sehr, dass unsere Studierenden
möglichst früh und schnell einen intensiven Praxisbezug erleben. Das
Teddykrankenhaus gibt ihnen die Möglichkeit, auf einer ganz speziellen
Ebene medizinisches Wissen zu vermitteln und gleichzeitig Empathie und
Geduld zu trainieren – auch darauf kommt es später im oft anstrengenden
medizinischen Alltag an“, sagt Prof. Esther Troost, Dekanin der
Medizinischen Fakultät.
Das Angebot ist nicht nur Dank des Engagements der Studierenden möglich.
Zahlreiche Sponsoren unterstützen das Teddy-Krankenhaus mit Sach- und
Geldspenden und sind über die Jahre treue Begleiter. Darunter sind die
Dresdner Kinderhilfe, die Techniker Krankenkasse, MLP
Finanzdienstleistungen AG, die Deutsche Apotheker- und Ärztebank,
Apogepha, Schneider + Partner GmbH, die Deutsche Ärzte Finanz, der
Marburger Bund Sachsen, die Apotheke am Universitätsklinikum Dresden,
REWE, das Café Eisold an der Uniklinik, Putzi – DENTAL-Kosmetik GmbH & Co.
KG, Copyland, Rogg-Verbandstoffe, die GERL. Akademie, die Netzmanufaktur
GmbH, das Deutsche Rotes Kreuz, die UKD Service GmbH und die Ostsächsische
Sparkasse. „Wir sind sehr dankbar, dass uns so viele Sponsoren
unterstützen und damit unser Projekt wertschätzen“, sagt Nele Weber. So
wird es möglich, dass die Kinder „Medizin“ und „Therapie“ für die
Plüschfreunde in Form von Obst und Gummibärchen sowie Zahncreme und
Malstiften erhalten.
20 Jahre Teddy-Krankenhaus
Seit 20 Jahren gibt es das Format an der Hochschulmedizin Dresden. Bis zu
20.000 Kinder haben bisher daran teilgenommen. Die Anmeldung für Kitas und
Privatpersonen startet jeweils im Januar. Zudem ist das Team treuer
Teilnehmer bei der Langen Nacht der Wissenschaften. Am 14. Juni können
Kinder mit ihren plüschigen Freunden ohne Anmeldung zum Stand des Teddy-
Krankenhauses in das Haus 21 kommen.
