DANK-Kommentar: Zukunftsweisende Empfehlungen des Bürgerrates als Chance für mehr Prävention
Anlässlich des heutigen Treffens des Ausschusses für Ernährung und
Landwirtschaft mit Teilnehmer*innen des Bürgerrates „Ernährung im Wandel:
Zwischen Privatangelegenheit und staatlichen Aufgaben“ äußert sich Barbara
Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten
(DANK) und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG):
„Die Empfehlungen des Bürgerrates zeigen deutlich, was den Menschen in
Deutschland in Hinblick auf ihre Ernährung wirklich wichtig ist. Sie
sollten in der Ernährungspolitik gehört werden. Wir begrüßen es daher,
dass der Bundestagsausschuss Ernährung sich so intensiv mit den
Empfehlungen auseinandersetzt. Die Vorschläge sind ein erster wichtiger
Schritt hin zur Bekämpfung von ernährungsbedingten Krankheiten in
Deutschland, wie Adipositas, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen.
Der Bürgerrat hat sich mehrheitlich für eine einheitliche Besteuerung von
Zucker und zuckerhaltigen Produkten auf 19 Prozent ausgesprochen.
Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland bereits fast 9 Millionen
Menschen mit Diabetes leben und etwa zwei Drittel (67 Prozent) der Männer
sowie über die Hälfte (53 Prozent) der Frauen übergewichtig sind, ist es
unerlässlich, auch fiskalische Präventionsmaßnahmen umzusetzen.
Steuerliche Regelungen, die die gesunde Wahl zur einfachen Wahl machen,
fördern nicht nur die Gesundheit, sondern sind auch wirtschaftlich
sinnvoll, da sie in Zeiten knapper Haushaltsmittel potenzielle
Steuereinnahmen schaffen können. Im Gegenzug könnten gesunde Lebensmittel,
z. B. Obst und Gemüse, komplett von der Mehrwertsteuer befreit werden.
Das Argument, dass steuerliche Anpassungen die Lebensmittelindustrie
unverhältnismäßig belasten, ist nicht haltbar und wird durch die dringende
Notwendigkeit, gesamtgesellschaftlich Gesundheit zu fördern und
Gesundheitskosten langfristig zu senken, entkräftet. Beispiele aus anderen
Ländern, beispielsweise Großbritannien, zeigen, dass Abgaben die
Hersteller dazu animieren, Rezepturen gesünder zu gestalten.
Wir appellieren daher an die Politik, die Vorschläge des Bürgerrates
ernsthaft zu prüfen und auch die Einführung einer Herstellerabgabe auf
gesüßte Getränke aktiv voranzutreiben.“
