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Europäischer Architekturpreis geht an die TU Braunschweig

Das Studierendenhaus der TU Braunschweig erhält den Preis der EU für zeitgenössische Architektur  Leonhard Clemens  TU Braunschweig
Das Studierendenhaus der TU Braunschweig erhält den Preis der EU für zeitgenössische Architektur Leonhard Clemens TU Braunschweig
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Das Studierendenhaus der TU Braunschweig erhält den Preis der EU für zeitgenössische Architektur  Leonhard Clemens  TU Braunschweig
Das Studierendenhaus der TU Braunschweig erhält den Preis der EU für zeitgenössische Architektur Leonhard Clemens TU Braunschweig

Der Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies
van der Rohe 2024 geht an das Studierendenhaus der Technischen Universität
Braunschweig entworfen von den beiden Architekten Gustav Düsing und Max
Hacke. Der Preis gilt als die renommierteste europäische
Architekturauszeichnung. Das Studierendenhaus ist bereits mit zahlreichen
weiteren Preisen ausgezeichnet worden, unter anderen erhielt es 2023 den
Deutschen Architekturpreis, den DAM Preis für Architektur in Deutschland
2024 und den Architekturpreis des Bundes Deutscher Architektinnen und
Architekten (BDA) Niedersachsen.

Die Jury begründete die Auszeichnung, dass es dem Gebäude gelungen sei
„mit der Fähigkeit Grenzen und Vorurteile in Bezug auf Nachhaltigkeit zu
überwinden und durch eine sorgfältig ausgearbeitete und unnachgiebige
Struktur eine einladende und spielerische Umgebung für Studium,
Zusammenarbeit und Zusammenkunft zu schaffen. Es wurde eine klare
architektonische Idee verfolgt, überarbeitet und an ihre Grenzen gebracht.
Es ist mehr als ein Gebäude, eher ein vielseitiges System, das
technologischen Fortschritt mit einem flexiblen und wiederverwendbaren
Prinzip verbindet.“ Die Technische Universität Braunschweig fördere mit
der Architektur des Studierendenhauses ein Umdenken im aktuellen sozialen,
ökologischen und politischen Kontext.

„Ich bin sehr stolz, mit dem Studierendenhaus einen internationalen
architektonischen Leuchtturm an der TU Braunschweig zu haben, der
europaweit so viel Beachtung findet“, sagt Angela Ittel, Präsidentin der
TU Braunschweig. „Fantastisch ist zum einen, dass das Studierendenhaus aus
einem Wettbewerb unter unseren wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen in der
Architektur hervorgegangen ist und mit seiner hervorragenden und
zukunftsweisenden Architektur die Qualität der Architekturausbildung an
der TU Braunschweig belegt. Zum anderen wird mit dem Studierendenhaus ein
Gebäude ausgezeichnet, das nur für unsere Studierenden da ist und mit
seinen flexiblen Möglichkeiten als Lernort die Zusammenarbeit und den
Austausch in hervorragender Weise fördert. Ein wahres Aushängeschild für
den attraktiven Studienstandort TU Braunschweig.“

Das Studierendenhaus wurde aus insgesamt 362 Arbeiten aus 38 Ländern,
davon 36 aus Deutschland, ausgewählt, die zwischen April 2021 und Mai 2023
fertiggestellt wurden und sich an der Ausschreibung beteiligt hatten. Im
Februar dieses Jahres hatte eine internationale Jury die fünf Finalisten
bekannt gegeben, unter denen sich auch das Studierendenhaus als einziger
Beitrag aus Deutschland befand. Das Studierendenhaus ist erst das zweite
Hochschulgebäude, das den Preis erhält. Im Jahr 2022 wurde das Town House
der Kingston University London mit dem EUmiesAward ausgezeichnet.

Die jüngsten Preisträger
Die beiden Berliner Architekten Gustav Düsing und Max Hacke sind die
jüngsten Preisträger der EUmiesAwards. Beide Architekten waren als
wissenschaftliche Mitarbeiter in der Architektur tätig. Sie gewannen 2017
den internen Wettbewerb, den die TU Braunschweig unter den
wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen der Fakultät Architektur,
Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften ausgelobt hatte.

Die Jury betonte, dass die in die engere Wahl genommenen und die
prämierten Arbeiten ein untrennbares Ganzes bilden. Sie ermöglichen ein
besseres Verständnis der Art und Weise, wie zeitgenössische Architektur
mit Nachhaltigkeit, sozialer Gleichheit, technologischem Fortschritt,
Gesundheit und Wohlbefinden, kulturellem Erhalt, Resilienz und Anpassung,
wirtschaftlicher Machbarkeit und Globalisierung im Rahmen einer ethischen
und ideologischen sowie pragmatischen Praxis umgeht.

Neben dem Mies van der Rohe-Award wurden zwei weitere
Architekturnachwuchspreise vergeben. Die Preisträger*innen wurden am 25.
April im CIVA, dem Informations-, Dokumentations- und Ausstellungszentrum
für Stadt, Architektur, Landschaft und Stadtplanung in Brüssel, Belgien,
im Rahmen der European Conferences on Architectural Policies (ECAP) unter
der belgischen EU-Ratspräsidentschaft bekannt gegeben.

Preisverleihung in Barcelona am 14. Mai
Die Preisverleihung findet am 14. Mai 2024 im Mies van der Rohe-Pavillon
in Barcelona im Rahmen des EUmies Awards Days statt. Auf dem Programm
stehen Vorträge der Preisträger*innen und Finalist*innen, Diskussionen mit
Architekt*innen, Bauherr*innen, politischen Entscheidungsträger*innen und
Jurymitgliedern, sowie eine Ausstellung der 362 Gebäude, die an den
EUmiesAwards 2024 teilgenommen haben. Die Veranstaltung bildet den Auftakt
zu den Barcelona Architecture Weeks.

Über den Mies van der Rohe Award
Mit diesem Preis für zeitgenössische Architektur zeichnet die Europäische
Union gemeinsam mit der Mies van der Rohe Fundation alle zwei Jahre
herausragende Leistungen in der europäischen Architektur aus. Neben dem
mit 60.000 Euro dotierten Hauptpreis vergibt sie einen Sonderpreis an
Nachwuchsarchitekt*innen, der mit 20.000 Euro dotiert ist.

Seit 2001 lobt die EU-Kommission den Preis alle zwei Jahre gemeinsam mit
der Fundació Mies van der Rohe aus. Die Auszeichnung wurde erstmals 1988
vergeben und trug bis 1998 den Namen „Mies-van-der-Rohe-Preis“. Inzwischen
hat sich die modernere Kurzform „EUMiesAward“ durchgesetzt.