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Beratung, Netzwerken, Öffentlichkeitsarbeit und Forschung für ein selbstbestimmtes Wohnen auch im höheren Alter

Projektleiter Prof. Maximilian König und die Wolgaster Wohnberaterin Jana Gramenz bei der Eröffnung der Wohnberatungsstelle in Wolgast.  Foto: Wohnberatung MV  UMG
Projektleiter Prof. Maximilian König und die Wolgaster Wohnberaterin Jana Gramenz bei der Eröffnung der Wohnberatungsstelle in Wolgast. Foto: Wohnberatung MV UMG
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Projektleiter Prof. Maximilian König und die Wolgaster Wohnberaterin Jana Gramenz bei der Eröffnung der Wohnberatungsstelle in Wolgast.  Foto: Wohnberatung MV  UMG
Projektleiter Prof. Maximilian König und die Wolgaster Wohnberaterin Jana Gramenz bei der Eröffnung der Wohnberatungsstelle in Wolgast. Foto: Wohnberatung MV UMG

Zweiter Standort für Wohn- und Digitalisierungsberatung in Mecklenburg-
Vorpommern in Wolgast eröffnet

Zuhause alt werden – das ist nicht nur das Ziel der meisten Menschen,
sondern immer mehr eine Notwendigkeit angesichts eines Mangels an
alternativen Wohnformen und Pflegeheimplätzen. Hieraus leitet sich ein
großer Bedarf an Beratung zu Wohnungsanpassungen ab: Welche Maßnahmen
ergeben Sinn und was hat keinen Sinn?

Mit welchen Kosten ist zu rechnen? Was sind die vorhandenen
Fördermöglichkeiten? Antworten und eine fachliche Beratung dazu gibt es ab
sofort in der Landesfachstelle für Wohn- und Digitalisierungsberatung in
Wolgast, die am 25. April als zweiter Standort in MV beim Kreiskrankenhaus
Wolgast eröffnet worden ist.

Projektleiter der Landesfachstelle für Wohn- und Digitalisierungsberatung
ist Prof. Dr. Maximilian König von der Klinik und Poliklinik für Innere
Medizin D-Geriatrie an der Universitätsmedizin Greifswald. Er ist
Internist, Geriater und Epidemiologe und seit vielen Jahren in
verschiedenen Positionen klinisch und wissenschaftlich in der
Altersmedizin sowie der Altersforschung aktiv.
„Ein Leben lang in den eigenen vier Wänden? Ja, aber sicher! Stürze in der
Häuslichkeit sind ein großes Problem. Mehr als die Hälfte aller schweren
Unfälle im Alter passieren in der eigenen Wohnung. Je nach Beschaffenheit
kann die Wohnung sowohl Sicherheit und Stabilität bedeuten, aber umgekehrt
auch ein Risiko oder eine Belastung für das erfolgreiche Altern
darstellen“, betonte Prof. Maximilian König heute im Rahmen der
Eröffnungsveranstaltung.

Riesiger Handlungsbedarf

Barrierefreies Wohnen ermöglicht Menschen mit körperlichen Behinderungen,
ihren Alltag ohne fremde Hilfe zu bewältigen. Beispiele dafür sind unter
anderem rutschfeste Teppiche, breite oder auch automatische Türen,
Rollstuhlrampen und Lifte, ebenerdige Duschen sowie schwellenfreie Zugänge
zu Terrassen und Balkonen. Die derzeitige Wohnsituation älterer Menschen
im Land ist hinsichtlich der Barrierefreiheit alles andere als
zufriedenstellend. Das hat nicht zuletzt der Zwischenbericht der Enquete-
Kommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“ im Jahre 2014
festgestellt: „Ein nicht unerheblicher Teil der Älteren wohnt in
Wohnungen, die Mängel in der Grundausstattung aufweisen, die die
selbstständige Lebensführung Älterer erheblich beeinträchtigen können.
Eine Repräsentativbefragung für Mecklenburg-Vorpommern ergab, dass nur 5,8
Prozent der Wohnungen von Seniorenhaushalten als weitgehend barrierefrei
betrachtet werden. Wenn die meisten älteren Menschen in ihren angestammten
Wohnungen bleiben möchten, muss der Schwerpunkt bei der Wohnraumanpassung
auf Modernisierung und Umbau bestehender Bausubstanz liegen. Häufig können
schon kleine Maßnahmen zur Barrierereduzierung kostengünstig und schnell
Abhilfe schaffen.“

Der Bedarf ist also lange bekannt, dennoch existierten im Gegensatz zu
vielen anderen Bundesländern in Mecklenburg-Vorpommern bisher noch keine
Wohnberatungsstellen. Entsprechend wurde 2021 vom Landtag die Einrichtung
einer Landesfachstelle für Wohn- und Digitalisierungsberatung aus Geldern
des Landesstrategiefonds beschlossen. Für die Umsetzung konnte die
Universitätsmedizin Greifswald mit ihrem Altersmedizinischen Zentrum am
Kreiskrankenhaus Wolgast unter Leitung von Prof. Dr. Maik Gollasch
gewonnen werden. Bereits vor einem Monat, am 21. März, wurde die erste
Wohnberatungsstelle in Schwerin im Ärztehaus Lankow eröffnet. Ziel ist es,
ein landesweites Beratungs- und Unterstützungsangebot, insbesondere für
ältere Menschen und Menschen mit Handicap aufzubauen.

Beratung ist kostenfrei

Wohnberatung und Wohnungsanpassungsmaßnahmen können nachweislich dazu
beitragen, dass Menschen in allen Lebenslagen sicher und komfortabel leben
können. Was heute den Komfort steigert, kann schon morgen Grundlage für
ein selbstbestimmtes Leben im Alter sein.
„Das Beratungsangebot der Wohnberatung MV mit ihrem derzeit fünfköpfigen
Team an den Standorten Schwerin und Wolgast richtet sich ausdrücklich an
Menschen in allen Lebenssituationen, die sich zu Fragen rund um das
barrierefreie Wohnen beraten lassen wollen“, hob die Wolgaster
Wohnberaterin Jana Gramenz hervor.
„Wohnberatung erfordert in der Regel einen Vor-Ort-Termin in der Wohnung
der Ratsuchenden – dank eines modernen Fuhrparks sind unsere
Wohnberaterinnen mobil, wobei der Aktionsradius derzeit leider noch auf
Vorpommern-Greifswald und Schwerin und Umgebung begrenzt ist“, so Jana
Gramenz, die als Ansprechpartnerin in der Peenestadt zur Verfügung steht.

Natürlich ist für alle aber ein Besuch in einer der zwei
Wohnberatungsstellen in Wolgast und Schwerin oder ein telefonischer
Austausch möglich. Die Beratung durch die Wohnberatung MV ist unabhängig,
unverbindlich und für die Ratsuchenden kostenfrei.
Die umfassende Wohnberatung steht im Mittelpunkt der Aktivitäten der neuen
Landesfachstelle für Wohn- und Digitalisierungsberatung in MV. Darüber
hinaus soll ein funktionierendes Netzwerk mit lokalen, regionalen und
überregionalen Partnern aufgebaut und laufend weiterentwickelt werden.
Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Öffentlichkeitsarbeit. „Wir
wollen ein Bewusstsein schaffen sowie die Akzeptanz und Bereitschaft zu
Wohnungsanpassungen in der Bevölkerung erhöhen“, so König. Nicht zuletzt
sei Wohnen und Gesundheit auch ein bedeutendes Forschungsthema.
„Insbesondere der enge Kontakt zum Altersmedizinischen Zentrum des
Kreiskrankenhauses Wolgast ermöglicht uns eine sektorenübergreifende
Betrachtung des Themas Wohnen und Gesundheit. Gemeinsam möchten wir die
Ergebnisse der Wohnberatung und die Lebenssituation von Seniorinnen und
Senioren sowie von Menschen mit Behinderung in Mecklenburg-Vorpommern
wissenschaftlich untersuchen und öffentlich zugänglich machen.“ Die
Wohnberatung MV ist Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft
Wohnungsanpassung e.V.

Anfragen jeglicher Art an die Wohnberatung MV können über die allgemeine E
-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder telefonisch über die Nummern
03836-257 255 (Wolgast) oder 0385-207 388 29 (Schwerin) erfolgen. Eine
Homepage, welche ausführlich über Angebot, Kontaktmöglichkeiten,
Hintergründe und Aktuelles informiert sowie Material und weiterführende
Links zum Thema bereitstellt, ist in Kürze unter <www.wohnberatung-mv.de>
erreichbar.