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Schwanger auf der Intensivstation: interprofessionelles Positionspapier der Jungen DIVI

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Auch im Jahr 2024 kann der Satz „Ich bin schwanger!“ einen starken
Einschnitt in die Karriere vieler Frauen bedeuten, die auf einer
Intensivstation arbeiten. Denn den Ärztinnen, Pflegefachpersonen oder
Therapeutinnen wird häufig ein sofortiges Beschäftigungsverbot
ausgesprochen. Das muss nicht sein! Die Junge DIVI, als Stimme der
Nachwuchskräfte innerhalb der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für
Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), legt deshalb ein aktuelles
Positionspapier zur Verbesserung der Lage von schwangeren Mitarbeiterinnen
auf einer Intensivstation vor.

In einem Satz zusammengefasst: Ein pauschales Beschäftigungsverbot für
schwangere Mitarbeiterinnen aller Berufsgruppen auf einer Intensivstation
ist nicht gerechtfertigt und nicht adäquat! „Nach einer individuellen
Gefahrenanalyse ist die Weiterbeschäftigung in der Schwangerschaft
möglich“, betont Dr. Celina Cornelius, federführende Autorin des neun
Seiten starken Papers. Den Schwerpunkt haben die Autoren deshalb auf
mögliche Lösungswege gelegt: „Das Autorenteam skizziert interdisziplinär
und multiprofessionell, über Leitungs- und Ausführungsebene hinweg,
praktische Beispiele zur Umsetzung im klinischen Alltag.“
Selbstverständlich würden zudem Aspekte, die gegen die Beschäftigung einer
schwangeren Mitarbeiterin auf der Intensivstation sprechen könnten,
diskutiert.

Jede Schwangere kann sich sinnvoll weiterhin einbringen!

„Wir möchten dafür sensibilisieren, jede schwangere und stillende
Mitarbeiterin individuell zu betrachten und gemeinsam eine persönliche
Lösung für die Weiterbeschäftigung in der Schwangerschaft zu erarbeiten“,
erklärt Dr. Teresa Deffner, Vertreterin der Gesundheitsfachberufe im DIVI-
Präsidium. Mögliche Tätigkeiten werden für Schwangere im ärztlichen
Bereich und für Pflegefachpersonal sowie in der Physiotherapie, Logopädie
und Atmungstherapie auf Intensivstationen nach einem Ampelsystem bewertet
und sind an den jeweiligen Erfahrungsgrad der Schwangeren angepasst.

„Ich würde mir beispielsweise wünschen, dass die Leitungsebenen der
Gesundheitsfachberufe unser Positionspapier zukünftig als Grundlage
nutzen, um für ihre Stationen zu definieren, wie schwangere
Mitarbeiterinnen weiterhin eingebunden bleiben können“, so Deffner. „Das
ist ein viel zu großes Potenzial für das Team und auch für die
Patientenversorgung – das darf niemand einfach ignorieren!“

Erfahrung macht den Unterschied. Schwangerschaft als Chance begreifen!

Rund ein Jahr hat das Autorenteam recherchiert, sich ausgetauscht,
Erfahrungen gesammelt. „Wir haben festgestellt, dass vor allem der
Erfahrungsgrad der Schwangeren einen großen Unterschied machen kann“,
erklärt Hauptautorin Celina Cornelius. „Es wäre für mich als Fachärztin
durchaus möglich, weiterhin ZVKs zu legen, weil ich darin bereits geübt
bin“, erklärt sie. „Invasive Tätigkeiten sollen aber in der
Schwangerschaft aufgrund des Gefahrenpotenzials nicht erlernt werden“. Die
Regularien sind bundesweit sehr uneinheitlich und die Angst bei den
Chefärzten oder der Klinikleitung sei weiterhin groß, etwas falsch zu
machen, weshalb bisher immer noch viele Entscheidungen pauschal gefällt
würden.

„Wir können nur ermutigen, ganz individuell zu bewerten und als Schwangere
auch den Mut zu zeigen, neue Lösungswege aufzuzeigen“. Man könne zum
Beispiel als schwangere Mitarbeiterin ganz wunderbar die neuen Mitarbeiter
an die Hand nehmen und umfangreich einarbeiten. „Es kann eine Chance für
alle sein“, so Cornelius. Aber diesen Gedanken tief zu verwurzeln, würde
wahrscheinlich noch lange dauern.

Das Positionspapier der Jungen DIVI ist ein wichtiger Anfang!

Positionspapier hier anschauen: https://www.divi.de/joomlatools-files
/docman-files/publikationen/junge-divi/DIVI-Positionspapier-Schwangere-
ITS.pdf