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Hochschulmedizin Dresden schafft erste Brückenprofessur für „Öffentliche Gesundheit“

Professorin Anna Kühne besetzt die neu geschaffene Professur „Öffentliche Gesundheit“ am Universitätsklinikum Dresden und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden.  UKD/Michael Kretzschmar
Professorin Anna Kühne besetzt die neu geschaffene Professur „Öffentliche Gesundheit“ am Universitätsklinikum Dresden und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden. UKD/Michael Kretzschmar
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Professorin Anna Kühne besetzt die neu geschaffene Professur „Öffentliche Gesundheit“ am Universitätsklinikum Dresden und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden.  UKD/Michael Kretzschmar
Professorin Anna Kühne besetzt die neu geschaffene Professur „Öffentliche Gesundheit“ am Universitätsklinikum Dresden und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden. UKD/Michael Kretzschmar

Im April hat Sachsens erste Professur für Öffentliche Gesundheit ihre
Arbeit aufgenommen. Professorin Anna Kühne besetzt die neue Stelle am
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und der Medizinischen
Fakultät der TU Dresden. Die Professur wird anteilig vom Sächsischen
Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und der
Landeshauptstadt Dresden getragen. Das Konzept sieht eine enge
Zusammenarbeit, den Austausch zwischen Forschung, Lehre und Weiterbildung
sowie die tägliche Arbeit im Gesundheitsamt vor.

Die Professur sowie wissenschaftlichen Mitarbeitenden sind sowohl an der
Hochschulmedizin als auch am Amt für Gesundheit und Prävention
angesiedelt, um die Brückenfunktion mit Leben zu füllen – diese Form der
Zusammenarbeit ist deutschlandweit einzigartig. Die enge Kooperation des
Amtes für Gesundheit und Prävention mit dem Lehrstuhl soll den
Öffentlichen Gesundheitsdienst nachhaltig stärken und langfristig dafür
sorgen, dass Studierende schon während des Studiums diesen kennenlernen
können.

„Deutschlandweit gibt es vier Professuren Öffentliche Gesundheit, zwei
davon in Sachsen, die als Brückenprofessuren in enger Zusammenarbeit mit
dem Gesundheitsamt konzipiert sind. Die Hochschulmedizin Dresden geht nun
voran und hat die erste dieser Professuren in Sachsen besetzt. Wir sind
stolz darauf, damit erneut als Vorreiter zu agieren und überzeugt, dass
die Partnerschaft zum Amt für Gesundheit und Prävention Dresden schnell
konkrete Erkenntnisse für den Öffentlichen Gesundheitsdienst hervorbringen
wird“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum.
„Der neue Lehrstuhl am Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung
(ZEGV) soll eine Brücke schlagen zwischen Wissenschaft und Praxis im
Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD), sowohl in der Lehre als auch in der
Forschung. Wir freuen uns sehr, dass wir damit einen weiteren wichtigen
Aspekt in der Ausbildung junger Medizinerinnen und Mediziner anbieten
können. Das bereichert unser Portfolio enorm“, sagt Professorin Esther
Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät an der TU Dresden. Dr. Frank
Bauer, Leiter des Amtes für Gesundheit und Prävention, teilt diese
Ansicht: „Die Arbeit des Öffentlichen Gesundheitsdienstes hat in den
letzten Jahren deutlich an Präsenz gewonnen. Ihn in Forschung, Lehre und
Weiterbildung stark zu vertreten, ist aus unserer Sicht ein ebenso
richtiger wie wichtiger Schritt. Die gemeinsame Ausgestaltung einer
Brückenprofessur kann viele Vorteile bringen: Ausbau des
wissenschaftlichen Fundaments unserer Arbeit in den Gesundheitsämtern,
Nachwuchsgewinnung und fachliche Stärkung von Beschäftigen im Öffentlichen
Gesundheitsdienst. Wir freuen uns, nun als Lehr- und
Forschungsgesundheitsamt der Hochschulmedizin Dresden zu firmieren.“

Professorin Anna Kühne besetzt die neu geschaffene Professur „Öffentliche
Gesundheit“ am Universitätsklinikum Dresden und der Medizinischen Fakultät
der TU Dresden. Die Humanmedizinerin hat in London Public Health und in
Berlin Angewandte Epidemiologie studiert und kommt mit einer breiten
ärztlichen Expertise in Epidemiologie und Public Health nach Dresden. Sie
verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Lehre und Weiterbildung sowie
der Entwicklung und Durchführung von Studien im Bereich der öffentlichen
Gesundheit, sowohl in den Krisengebieten dieser Welt als auch im deutschen
Öffentlichen Gesundheitsdienst auf kommunaler und nationaler Ebene. Ihre
Expertise umfasst sowohl infektionsepidemiologische Forschung
einschließlich Modellierungen und Krisenmanagement als auch partizipative
Forschungsansätze im Bereich der Prävention im kommunalen Setting mit
besonderer Berücksichtigung von vulnerablen Gruppen, sowie
Begleitforschung und Entwicklung von Projekten, die kurative Medizin mit
Gesundheitsförderungsangebote und Verhältnisprävention verschränken.

„Der Lehr- und Forschungsbereich Öffentliche Gesundheit soll zu einem
Zentrum für Wissensaustausch, Innovation und Zusammenarbeit werden, das
mit dem ÖGD neue Konzepte hervorbringt und implementiert und so die
Gesundheit der Bevölkerung nachhaltig verbessert“, sagt Prof. Anna Kühne.
Partnerschaftliche Forschungsprojekte im Bereich der Verhältnisprävention,
Infektionsschutz, der Umweltmedizin und Hygiene, aber auch der Kinder- und
Jugendgesundheit sowie Gesundheitsförderung und Prävention sind
vorgesehen. So werden evidenzbasierte Interventionen umsetz- und
evaluierbar. Zudem ist ein Kern- oder Wahlfach Öffentliche Gesundheit als
fester Teil des Medizinstudiums geplant.

Das ZEGV ist mit seinen Forschungsprojekten eine perfekte Heimat für die
neue Professur. So arbeiten die Mitarbeitenden zum Beispiel aktuell am
„Dresdner Gesundheitsindex – Ein detailliertes Monitoring des
Gesundheitsstatus, Gesundheitsverhaltens und des Zugangs zur
Gesundheitsversorgung (RESILIENT)“ und am Projekt „PRE-paredness and
PAndemic Response in Deutschland (PREPARED)“. Weiterhin liegen im ZEGV
Erfahrungen in der Verschränkung von Daten des Öffentlichen
Gesundheitsdienstes und der Gesetzlichen Krankenkassen vor. In den
Lehrveranstaltungen der Humanmedizin (QB3), zu Public Health und der
Hebammenkunde sind Inhalte der neuen Professur bereits Thema und werden
jetzt weiter ausgebaut.

„Die Professur erweitert das Forschungsspektrum des ZEGV um
infektionsepidemiologische, gesundheitsplanerische und
verhältnispräventive Ansätze, verstärkt die Zusammenarbeit mit dem
Öffentlichen Gesundheitsdienst, initiiert sächsische und bundesweite
Netzwerke und Verbundprojekte und investiert in die Ausbildung von
Studierenden und Mitarbeitenden, um den Öffentlichen Gesundheitsdienst in
Sachsen und bundesweit nachhaltig zu stärken“, sagt ZEGV-Direktor Prof.
Jochen Schmitt. Forschungsschwerpunkte liegen in der
Infektionsepidemiologie, der Gesundheitsberichterstattung,
Gesundheitsplanung und Interventionsgestaltung sowie den Health in All
Policies (HiAP) Ansätzen als Schwerpunkt der Gesamtstrategie des Amtes für
Gesundheit und Prävention Dresden als Mitglied im europäischen „Gesunde-
Städte-Netzwerk“ der WHO.

Hintergrund Professuren für den Öffentlichen Gesundheitsdienst
Nicht zuletzt unter dem Eindruck der Coronavirus-Pandemie wurde dem ÖGD
seit 2020 eine immer größere gesellschaftliche Bedeutung beigemessen. Hier
arbeiten Expertinnen und Experten in den Gesundheitsämtern, den
Landesstellen und aus dem Robert-Koch-Institut zusammen. Die
Aufgabenbereiche sind vielfältig: Prävention und Gesundheitsförderung,
kinder- und jugendärztlicher Dienst, amtsärztlicher Dienst, Beratung zu
sexuell übertragbaren Krankheiten und zur Ausbreitung von
Infektionskrankheiten sowie die medizinische Versorgung von vulnerablen
Gruppen. Die nun etablierten Lehrstühle sollen die Belange des ÖGD während
der ärztlichen Ausbildung sowie in der Forschung stärken. Insgesamt gibt
es vier dieser neuen Professuren in Deutschland: in Köln, Frankfurt a.M.,
Dresden und Leipzig. In Leipzig und Frankfurt sind die Professuren bisher
unbesetzt – die Findungsphase läuft.