Arbeitsplätze in der Massivumformung erhalten
Im Projekt TuWAs unterstützt die FH Südwestfalen die Transformation für
umformtechnische Wertschöpfungsketten im Antriebsstrang
Iserlohn. Die Umstellung des Individualverkehrs auf Elektromobilität hat
Folgen auch für die Industrie der Massivumformung. Im Vergleich zu
Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren verändern sich Bauteile radikal. Im
Projekt TuWAs unterstützt die Fachhochschule Südwestfalen als Teil eines
Konsortiums die Transformation für umformtechnische Wertschöpfungsketten
im Antriebsstrang. Ein Ziel ist es, Arbeitsplätze in der Branche zu
erhalten.
Elektrofahrzeuge benötigen im Unterschied zu Fahrzeugen mit
Verbrennungsmotor keine Kurbelwelle und kein Pleuel mehr. Diese
üblicherweise in der der Industrie der Massivumformung gefertigten
Komponenten entfallen. „Dafür braucht es Ersatz“, erklärt Projektleiter
Prof. Dr. Michael Marré, der an der Fachhochschule Südwestfalen in
Iserlohn das Labor für Massivumformung betreibt. „Im Projekt TuWAs wollen
wir Arbeitsplätze erhalten und die Unternehmen bei der Transformation
unterstützen.“ Hierzu stellen die im Projekt beteiligten Hochschulen und
Institute Wissen und Ressourcen bereit und helfen, Transfer-Formate zu
entwickeln.
„Dazu haben wir verschiedene Ansätze entwickelt, wie zum Beispiel ein
Self-Assessment Center, in dem ich als Unternehmen schauen kann, was fehlt
mir, um den nächsten Transformationsschritt zu gehen“, so Marré. „Wir
haben ein Trend- Radar aufgebaut, in dem wir für die Branche wesentliche
und wichtige Faktoren darstellen können und wir haben eine Branchen-
Strukturanalyse durchgeführt.“
Unternehmen könnten hieran prüfen, wie sie selbst als Betrieb aufgestellt
sind und welche Entwicklungsmöglichkeiten sich ergeben.
„Unser Projekt ist immer dann ein Erfolg, wenn Unternehmen auf uns
zukommen und sagen: Ich will, ich habe Bedarf, ich muss mich verändern“,
erklärt der Maschinenbauprofessor Marré. Angesichts der Erfahrungen im
Projekt und im Hinblick auf das Projektende im Juni 2025 arbeitet das
Projektteam an einer Verstetigung des Konzepts. „Und da laden wir alle
Unternehmen, Verbände, Akteure der Transformation ein, sich daran zu
beteiligen und mit uns ein Netzwerk für die Dauer aufzubauen, um Wissen zu
vermitteln und Ressourcen für Transformation bereitzustellen.“
Projektbeteiligte und Förderung
Das Projekt TuWAs ist ein Konsortialprojekt. Neben dem Labor für
Massivumformung der Fachhochschule Südwestfalen sind beteiligt: das
Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Chemnitz,
die Fachgruppe Advanced System Engineering des Heinz-Nixdorf-Instituts der
Universität Paderborn, der FIR e. V. an der RWTH Aachen und der Lehrstuhl
für Produktentwicklung und Leichtbau der Technischen Universität München.
Die einzelnen Standorte bilden Transformations-Hubs als Schaufenster und
Ansprechpartner für die Industrie in ganz Deutschland, um in regionalen
Betrieben Transformationsprozesse zu unterstützen. Das Projekt wird durch
das Bundeswirtschaftsministerium in Höhe von rund drei Millionen Euro
gefördert.
Die Laufzeit beträgt zweieinhalb Jahre, beginnend Ende des Jahres 2022.
