Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen neu denken?
Das aktuelle Schwerpunktheft der "Raumforschung und Raumordnung | Spatial
Research and Planning" (Rur) Vol. 82 No. 2 (2024) zeigt, wie ländliche
Daseinsvorsorge anders bzw. neu gedacht und gewährleistet werden kann.
Auf Basis des Forschungsvorhabens InDaLE sind zentrale Ergebnisse aus der
vergleichenden Untersuchung von 18 Praxisprojekten in Schottland,
Schweden, Österreich und Deutschland in die Beiträge des Schwerpunktheftes
eingeflossen. Über seinen explorativen Charakter hinaus leistete InDaLE
einen Beitrag zum besseren Verständnis und zur Konzeptualisierung der
inhaltlichen, organisationsstrukturellen, politisch-administrativen und
finanziellen Dimensionen der Verstetigung innovativer Projekte im
Daseinsvorsorgekontext und entwickelte Thesen für die dauerhafte Sicherung
solcher innovativen Lösungen und Ansätze in den benannten Dimensionen.
Das neu erschienene RuR-Schwerpunktheft zeigt den sozial- und
raumwissenschaftlichen Forschungsstand zu innovativen Ansätzen der
Daseinsvorsorge und ihrer Verstetigung in ländlichen Räumen Deutschlands
und Europas auf. Es geht dabei über die Sammlung „guter“ oder gar „bester“
Praktiken hinaus. In einer übergreifenden Perspektive thematisieren die
Beiträge Fragen der Verstetigung von Pilot- und Modellprojekten sowie die
Chancen und Auswirkungen einer fortschreitenden Digitalisierung in der
ländlichen Daseinsvorsorge. Behandelt wird eine breite Palette von
Daseinsvorsorgeleistungen, darunter selten beachtete Bereiche wie die
nachschulische Bildung, die Brandschutzerziehung als Bestandteil der
nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr oder die Warenversorgung per
Soziallogistik.
Alle Beiträge der aktuellen Ausgabe der "Raumforschung und Raumordnung |
Spatial Research and Planning" Vol. 82 No. 2 (2024) sind Open Access
zugänglich: https://rur.oekom.de/index.php
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InDaLE („Innovative Ansätze der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen –
Lernen von Erfahrungen anderer europäischer Länder für Deutschland“) wurde
als kooperatives Forschungsvorhaben von fünf Universitäten und
Forschungseinrichtungen zwischen Januar 2020 und Dezember 2022 aus Mitteln
des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund
eines Beschlusses des Deutschen Bundestages über die Bundesanstalt für
Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche
Entwicklung (BULE) gefördert. Weitere Informationen unter
https://www.indale.org
