Olympiasieger C.Harting im Podcast ‚Raus aus der Depression‘:"Einsicht, dass man Hilfe braucht, war unglaublich schwer"
In der aktuellen Ausgabe des Podcasts „Raus aus der Depression“ von NDR
Info und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention
spricht Diskus-Olympiasieger Christoph Harting mit Entertainer und
Stiftungs-Schirmherr Harald Schmidt über seine Depression und den schweren
Weg in Hilfe: "Dann kam der arrogante Sportler raus: 'Ich habe keine
Kopfprobleme. Ich setze mich im Wettkampf nur mit meinen Gegnern
auseinander und habe eine starke Psyche. Das habe ich auch unter Beweis
gestellt.' Die Einsicht, dass man Hilfe braucht, war unglaublich schwer."
Nach einer Panikattacke im Training wandte er sich schließlich an eine
Psychologin am Olympiastützpunkt.
Hamburg/ Leipzig, 13.5.2024 – In der aktuellen Ausgabe des Podcasts „Raus
aus der Depression“ von NDR Info und der Stiftung Deutsche
Depressionshilfe und Suizidprävention spricht Diskus-Olympiasieger
Christoph Harting mit Entertainer und Stiftungs-Schirmherr Harald Schmidt
über seine Depression. Im Podcast beschreibt Harting, wie er vor drei
Jahren merkte, dass er Hilfe braucht: „Ich war beim Wurftraining und habe
versucht, die Bewegung abzurufen, die ich seit 20 Jahren jeden Tag
trainiere. Sobald ich in die Nähe des Rings gegangen bin, ist mein Puls
dermaßen nach oben geschnellt, dass ich Angst hatte, den Ring zu betreten.
Ich habe versucht, mich durch die Situation durch zu quälen und mich
selbst zu besiegen. Ich stand da und habe das Gerät fallen lassen, bin
zusammengesackt und habe gesagt ‚Ich muss hier raus‘. Ich hatte quasi
meine erste Panikattacke“. Sich Hilfe zu holen sei ihm nicht leicht
gefallen: „Es war ein schwieriger Schritt, sich selbst und anderen
einzugestehen, dass man ohne Hilfe nicht weiterkommt. Es auszusprechen,
macht es real. In dem Moment war es die Mammutaufgabe“, so Harting.
Zunächst habe er sich an die Psychologin am Olympiastützpunkt gewandt, die
ihn dann weitervermittelt habe. Geduld für die Behandlung mit Medikamenten
und Psychotherapie aufzubringen, sei anfangs eine Herausforderung für ihn
als Leistungssportler gewesen. „Wir Sportler wollen ja nicht krank sein.
Alles was länger als 14 Tage dauert, geht in die Unmöglichkeit, sich diese
Zeit zu geben. Wenn dann ein Arzt zu dir sagt, du hast ein Problem und wir
müssen da ein bis anderthalb Jahre dran bleiben, auch mit Medikamenten.
Das hat überhaupt nicht in mein Weltbild gepasst“, erzählt Harting
rückblickend. Inzwischen geht es Harting wieder besser und er wird bei den
Olympischen Spielen 2024 in Paris erneut antreten.
Der Podcast „Raus aus der Depression“ mit Christoph Harting wird am
Montag, 13. Mai 2024, in der ARD-Audiothek und auf den gängigen Podcast-
Plattformen veröffentlicht. Am Sonntag, den 20. Mai, ist das Gespräch um
12:33 Uhr zudem im Radioprogramm von NDR Info zu hören.
Etliche prominente Gäste sprachen bereits über ihre Erfahrung mit
Depression
Im gemeinsamen Podcast von NDR Info und der Stiftung Deutsche
Depressionshilfe und Suizidprävention begrüßt Entertainer Harald Schmidt
bereits seit 2021 als Gastgeber prominente Gäste, die ihre persönlichen
Erfahrungen mit der Erkrankung Depression teilen. In den bisherigen 28
Folgen waren unter anderem Paralympics-Silbermedaillengew
Mester, Comedian Hazel Brugger, Komiker Torsten Sträter, der ehemalige
Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg, Autorin Jasmin Schreiber oder
Moderatorin Sophie Passmann zu Gast. Über Ursachen, Auslöser und
Behandlungen der Depression klärt im zweiten Teil jeder Folge Prof. Ulrich
Hegerl auf. Er ist Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und
Suizidprävention, hat die Senckenberg-Professur an der Universität
Frankfurt/M. inne und verfügt als Psychiater über langjährige Erfahrung in
der Behandlung von depressiv erkrankten Menschen.
