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Medienwissenschaft: Die Welt, wie ein Roboter sie sieht

In nur einem Semester bauten die Forschenden diesen selbstfahrenden Roboter bewusst ohne die Expertise von Ingenieurinnen und Ingenieuren.  © RUB, Marquard
In nur einem Semester bauten die Forschenden diesen selbstfahrenden Roboter bewusst ohne die Expertise von Ingenieurinnen und Ingenieuren. © RUB, Marquard
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In nur einem Semester bauten die Forschenden diesen selbstfahrenden Roboter bewusst ohne die Expertise von Ingenieurinnen und Ingenieuren.  © RUB, Marquard
In nur einem Semester bauten die Forschenden diesen selbstfahrenden Roboter bewusst ohne die Expertise von Ingenieurinnen und Ingenieuren. © RUB, Marquard

Wie gelangt die Welt in den Roboter, oder anders: Wie orientieren sich
autonome Fahrzeuge in ihrer Umgebung? Diese Frage treibt ein Team der
Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum um, und zwar weniger
technisch als vielmehr darauf bezogen, welche Entscheidungen getroffen
werden müssen, damit aus den Daten, die das System generiert, ein Modell
der Welt entsteht, mit dem das Fahrzeug interagieren kann. Diese
Entscheidungen wurden von Menschen getroffen. Um ihnen auf die Spur zu
kommen, konstruierten die Forschenden ein selbstfahrendes Fahrzeug von
Grund auf. Darüber berichtet Rubin, das Wissenschaftsmagazin der Ruhr-
Universität Bochum.

Fehler offenbaren zugrunde liegende Entscheidungen

Augenfällig werden die fraglichen Entscheidungsprozesse vor allem da, wo
Fehler passieren. „Es ist mit einem autonom fahrenden Auto zum Beispiel in
den USA zu einem tödlichen Unfall gekommen, weil das Fahrzeug eine Frau
mit einem Fahrrad nicht korrekt erkannt hatte“, berichtet
Medienwissenschaftler Prof. Dr. Florian Sprenger. „Das System hätte eine
Person allein vermutlich sicher erkennen können, ebenso ein Fahrrad. Aber
in der Kombination war das Ganze nicht zu interpretieren.“

Doktorand Alex Schmiedel hat sich eingehend mit Normen zum Thema
beschäftigt und unter anderem Hinweise zu Sicherheitstests der autonomen
Orientierungstechnik ausgewertet. „Darin ist zum Beispiel festgehalten,
dass Dummies in solchen Tests keine flatternde Kleidung tragen sollten, da
solche Kleidungsstücke schlecht für die Systeme zu erkennen sind“,
berichtet er. „Solche Entscheidungen haben einige Tragweite, wenn wir zum
Beispiel daran denken, dass Clubgänger*innen in genau solcher Kleidung
vielleicht nachts und bei für die Sensoren schlechten Sichtverhältnissen
nach Hause gehen“, gibt er zu bedenken.

Um den Ketten dieser Entscheidungen auf die Spur zu kommen, zieht das
Forschungsprojekt auch historische Dokumente aus der Entwicklungszeit
autonom fahrender Systeme heran. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf der
eigenen Konstruktion eines solchen Systems – bewusst ohne das Vorwissen,
das Ingenieur*innen mitbringen. „Das autonome Fahrzeug von Null an selbst
zu konstruieren hat ungefähr ein Semester gedauert, drei Wochen davon sehr
intensiv“, sagt Alex Schmiedel. Das Scheitern gehörte für die Forschenden
zum Prozess dazu.

Ausführlicher Beitrag im Wissenschaftsmagazin Rubin

Für welches System sie sich entschieden haben und welche Erkenntnisse über
Entscheidungsketten daraus resultieren, lesen Sie im ausführlichen Beitrag
zum Thema im Wissenschaftsmagazin Rubin zum Thema „In Bewegung“:
https://news.rub.de/wissenschaft/2024-04-29-medienwissenschaft-die-welt-
wie-ein-roboter-sie-sieht
. Für redaktionelle Zwecke dürfen die Texte auf
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https://news.rub.de/rubin.

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