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Moderne IT: Fluch und Segen für die Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Michael Müßig von der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt  xtrakt media/Jonathan Ziegler
Prof. Dr. Michael Müßig von der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt xtrakt media/Jonathan Ziegler
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Prof. Dr. Michael Müßig von der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt  xtrakt media/Jonathan Ziegler
Prof. Dr. Michael Müßig von der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt xtrakt media/Jonathan Ziegler

Nachhaltigkeit in der IT – Impulse und Innovationen bei einer
Vortragsreihe an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Zu einer Vortragsreihe an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt
(THWS) sind führende Köpfe der regionalen IT-Branche zusammengekommen, um
über ein drängendes Thema zu diskutieren: Nachhaltigkeit in der
Informationstechnologie. Moderiert von Prof. Dr. Michael Müßig von der
Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik der THWS bot die
Veranstaltung eine Plattform für fundierte Einblicke und zukunftsweisende
Ideen.

Dr. Thorsten Beyer, Autor und Experte für nachhaltige Webkommunikation,
eröffnete die Diskussion mit einer kritischen Reflexion über den digitalen
Fußabdruck, den Webpräsenzen hinterlassen. Angesichts des Zettabyte-
Zeitalters und des dramatischen Preisverfalls bei der Datenspeicherung
rückte Beyer den CO₂-Ausstoß, den das Internet verursacht, in den
Vordergrund. Die Zahlen seien alarmierend: 360 Gramm CO₂ pro übertragenem
Gigabyte. Ein nachhaltigeres Webdesign und die verstärkte Nutzung grüner
Hosting-Angebote sind nur einige der Maßnahmen, die Beyer vorschlägt. Eine
nachhaltige Webseitenstruktur bringe nicht nur Vorteile für das Klima,
sondern ebenso für die Suchmaschinenoptimierung und die Barrierefreiheit.

Arnulf Koch, Gründer der K&K Software AG, widmete sich dem Thema Open
Source als nachhaltige Philosophie in der IT. Koch betonte, wie Open-
Source-Modelle nicht nur zur Reduktion von Energieverbrauch und seltenen
Erden beitragen, sondern auch lokale Wirtschaftskreisläufe stärken und
soziale Gerechtigkeit fördern können.

Christoph Rockenstein, Vorstand der Rockenstein AG, präsentierte
beeindruckende Einblicke in die Praxis der Green IT. Seit der Umstellung
auf Ökostrom im Jahr 2017 hat die Rockenstein AG innovative Kühl- und
Energierückgewinnungssysteme implementiert, die zeigen, wie nachhaltige
Praktiken direkt in die IT-Infrastruktur integriert werden können.
Überschüssige Abwärme könne außerdem von anderen Unternehmen z. B. für
Gewächshäuser weiterverwertet werden.

Nachhaltigkeitsziele durch KI erreichen

Dr. Toni Wagner von vAudience beleuchtete schließlich die Rolle der
künstlichen Intelligenz in der nachhaltigen IT. Wagner diskutierte, wie
KI-Technologien helfen können, Energieeffizienz zu steigern,
Ressourcenmanagement zu optimieren und durch Datenanalyse zum Umweltschutz
beizutragen. Trotz der Herausforderungen bei Energiebedarf und Nutzung von
Rohstoffen für KI-Systeme zeigte Wagners Ausführung deutlich das Potenzial
von KI als Treiber für Nachhaltigkeit. Außerdem könne KI beispielsweise
beim Artenschutz eingesetzt werden: Biodiversität und Artensterben ließen
sich besser erforschen, indem große Datenmengen gesammelt, analysiert und
integriert werden können. Auch die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten
Nationen ließen sich durch den Einsatz von KI besser erreichen.

„Diese Diskussionen und Vorträge waren mehr als nur ein Austausch von
Ideen – sie waren ein Aufruf zum Handeln“, betont Prof. Dr. Müßig
abschließend. „Es ist klar, dass Nachhaltigkeit in der IT keine Option
mehr ist, sondern eine Notwendigkeit.“ Es gehe nicht mehr nur darum, was
technologisch möglich, sondern was ökologisch notwendig und ökonomisch
sinnvoll sei. Müßigs Appell: „Die Zeit zu handeln ist jetzt – lassen Sie
uns gemeinsam an einer nachhaltigen Zukunft arbeiten.“