Ans Licht: Geschlechter-Ungerechtigkeit in der Wissenschaft
Veranstaltungsreihe der Helmut-Schmidt-Universität/Uni
Bundeswehr Hamburg in Kooperation mit Pro Exzellenzia plus
Frauen in der Wissenschaft haben nach wie vor ungleiche Karrierechancen.
Die Veranstaltungsreihe „Ans Licht“ der Helmut-Schmidt-
Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/UniBw H) in
Kooperation mit Pro Exzellenzia plus lenkt Aufmerksamkeit auf
geschlechterspezifische Herausforderungen in der Wissenschaft, die nach
wie vor zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Die Reihe beginnt am 29. Mai
2024 mit einem Auftakt zum Thema „Sichtbarkeit von
Nachwuchswissenschaftlerinnen.
Geschlechter-Ungerechtigkeit in der Wissenschaft: Die
geschlechterspezifischen Herausforderungen für Wissenschaftlerinnen
existieren nach wie vor, werden allerdings nicht angemessen beleuchtet.
Die Veranstaltungsreihe „Ans Licht“, organisiert von der zivilen
Gleichstellungsbeauftragten der HSU/UniBw H in Kooperation mit Hamburgs
Karriere Kompetenzzentrum für Frauen, Pro Exzellenzia plus, lenkt
Aufmerksamkeit auf die Themen Sichtbarkeit von
Nachwuchswissenschaftlerinnen, Machtmissbrauch, Diskriminierung und Gewalt
im Hochschulkontext.
„Geschlechterungleichheit in der Wissenschaft ist ein Hindernis für
Exzellenz“, erklärt Rebecca Stehling, die zivile
Gleichstellungsbeauftragte der HSU/UniBw H. Ihr ist wichtig, mit der
Veranstaltungsreihe Aufmerksamkeit für die Thematik zu schaffen:
„Talentierte und leistungsfähige Wissenschaftlerinnen müssen die gleichen
Chancen erhalten, wie ihre männlichen Kollegen. Nur so können sie ihr
volles wissenschaftliches Potenzial entfalten und die Anerkennung
erhalten, die ihnen zusteht. Dies gelingt nur in einem diskriminierungs-
und vorurteilsfreien akademischen Umfeld.“
Wahrnehmung von Frauen in der Wissenschaft
Wissenschaftliche Leistungen von Frauen und Männern werden unterschiedlich
wahrgenommen und bewertet – darauf deuten verschiedene Studien hin.
Männliche Kollegen erscheinen dabei tendenziell bevorteilt gegenüber ihren
weiblichen Kolleginnen.
„Um als Frau als kompetent wahrgenommen zu werden, muss man mehr tun als
die männlichen Kollegen“, berichtet eine Wissenschaftlerin** der HSU/UniBw
H aus ihrer eigenen Erfahrung. Das sei ein strukturelles Problem: Es
beginne bei den Studierenden, über Kollegen bis zur Außenwahrnehmung.
„Selbst wenn ich in Meetings aktiv teilnehme und mich mehrfach einbringe,
fragen mich Kollegen hinterher oft, wo ich eigentlich gewesen sei“,
berichtet eine Forscherin der HSU/Uni Bw H.
Dieser männliche Bias in der Leistungs- und Exzellenzwahrnehmung führt mit
dazu, dass viele fähige und talentierte Wissenschaftlerinnen das
Hochschulsystem wieder verlassen und damit ihr Potenzial in Forschung und
Lehre verloren geht.
(Fehlende) Sichtbarkeit von Nachwuchswissenschaftlerinnen
Mit diesem „Drop-Out“ in Zusammenhang steht die Beobachtung, dass Frauen
als PostDoc oder Juniorprofessorin oft nur unzureichend sichtbar sind.
Die Auftaktveranstaltung zur Sichtbarkeit von
Nachwuchswissenschaftlerinnen am 29.05.2024 widmet sich daher der Frage:
Was braucht es, Wissenschaftlerinnen und ihre innovativen
Forschungsinhalte schon von Anfang an in ihrer Karriere sichtbar werden zu
lassen?
Prof. Dr. Ute Klammer stellt Ergebnisse zu den genannten Themen und Fragen
aus einer Interviewstudie und Workshops an verschiedenen Hochschulen im
Rahmen des laufenden, von der Referentin geleiteten Forschungs- und
Praxisprojekts EXENKO vor.
Anschließend besteht die Möglichkeit zum Vernetzen und Austauschen von
Strategien und Best Practice für die eigene wissenschaftliche Karriere und
Anregungen für die Hochschulstrukturen.
Auftaktveranstaltung „Ans Licht: Sichtbarkeit von
Nachwuchswissenschaftlerinnen“ am 29. Mai 2024, 13:30 – 15:00 Uhr, Thomas-
Ellwein-Saal an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der
Bundeswehr Hamburg
Machtmissbrauch und Gewalt: Weitere Termine der Veranstaltungsreihe „Ans
Licht“
• Macht und Machtmissbrauch in der Wissenschaft – Machtmissbrauch als
wissenschaftliches Fehlverhalten am 09.10.2024
Weitere Informationen: https://pro-exzellenzia.de/eve
• Machtmissbrauch in der Wissenschaft – Sexualisierte Gewalt im
Hochschulkontext am 06.02.2025
Weitere Informationen: https://pro-exzellenzia.de/eve
** Die Wissenschaftlerinnen möchten nur anonym zitiert werden, da sie
negative Reaktionen aus dem universitären Umfeld befürchten. Die Zitate
stammen aus einem persönlichen Gespräch mit der Pressestelle.
