Hochschule Nordhausen setzt Maßstäbe für nachhaltigen Campusbetrieb als Vorbild für öffentliche Gebäude und Unternehmen
Hochschulen fungieren nicht nur als Bildungsstätten für zukünftige
Entscheidungsträger, sondern auch als (Diskurs-) Räume, die eine
Schlüsselfunktion im gesellschaftlichen Transformationsprozess einnehmen.
Vor diesem Hintergrund bündeln vier Thüringer Hochschulen im Rahmen des
Forschungsvorhabens "KLIMA-Netzwerk für mehr Nachhaltigkeit in Thüringen"
ihre Kompetenzen, stellen sie im Netzwerk wechselseitig zur Verfügung und
entwickeln sie arbeitsteilig weiter.
Das KLIMA-Netzwerk ermöglicht es, Modellvorhaben pilotartig durchzuführen
und die Ergebnisse hochschulübergreifend zu verbreiten. Die Vorhaben sind
nicht auf die Hochschulen beschränkt, sondern integrieren Akteure aus
Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, um gesellschaftliche
Strahlkraft in die Region und darüber hinaus zu entwickeln.
Die Hochschule Nordhausen ist eine von vier Hochschulen, die im
Forschungsprojekt KLIMA-N darauf abzielt, einen nachhaltigen
Campusbetrieb zu fördern. Das Gesamtprojekt besteht aus vier
Teilvorhaben, zu denen die Fachhochschule Erfurt, die Universität Erfurt,
die Technische Universität Ilmenau und die Hochschule Nordhausen forschen
und zusammenarbeiten. Das Thüringer Projektkonsortium wird durch die
Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst der Fachhochschule
Erfurt koordiniert. Die Förderung des Projektes im Rahmen der
Ausschreibung "Transformationspfade für nachhaltige Hochschulen" des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstreicht die Bedeutung
und Relevanz dieses Vorhabens für die nationale Forschungs- und
Bildungslandschaft.
Die Hochschule Nordhausen arbeitet daran, ihren Campus umweltfreundlicher
zu gestalten, indem sie sich auf die Verbesserung der Energie- und
Ressourcennutzung konzentriert. Im Rahmen des Projekts werden verschiedene
Maßnahmen entwickelt, um dies zu erreichen. Dazu gehören
Effizienzmaßnahmen, die darauf abzielen, vorhandene Ressourcen besser zu
nutzen, sowie Konsistenzmaßnahmen, die sicherstellen sollen, dass die
Betriebsabläufe nachhaltig sind. Darüber hinaus werden Suffizienzmaßnahmen
ergriffen, um den Gesamtverbrauch von Ressourcen zu reduzieren.
In einem nächsten Schritt sollen konkrete Maßnahmen aus dem Projekt in die
Tat umgesetzt werden. Dies geschieht in Form eines Praxisprojekts, an dem
auch Studierende beteiligt sind. Das Ziel dieses Praxisprojekts ist es,
erste sichtbare Veränderungen auf dem Campus zu bewirken.
Hierzu wurden bereits konkrete Maßnahmen identifiziert. Beispielsweise
sind das
1) Begrünung des Campus: Baumpflanzungsinitiative für ökologische
Nachhaltigkeit
2) Visualisierung des Kohlenstoff-Fußabdrucks: CO2-Ticker-Installation für
das Campus-Bewusstsein
3) PV-Parkplatz-Machbarkeitsstudi
4) Digitalisierung für nachhaltige Effizienz: Verringerung des
Materialverbrauchs durch Digitalisierung
5) Evaluierung des Energieeinsparpotenzials durch Smart-Meter-Analyse in
Hochschulgebäuden
6) Vorausschauende Modellierung des Energiebedarfs von Elektrofahrzeugen
und Integration in die Universitätsinfrastruktur
7) Verbesserung der Arbeitsplatzqualität durch grüne vertikale Trennwände
Abschließend wird ein Best-Practice-Leitfaden "Klimagerechter Campus"
entwickelt und veröffentlicht. Dieser Leitfaden dokumentiert die Methoden
und Ergebnisse der durchgeführten Maßnahmen. Zusätzlich plant die
Hochschule Nordhausen, die Übertragbarkeit dieser Maßnahmen zu prüfen und
Leitbilder für nachhaltiges Handeln abzuleiten. Dabei sollen die
gewonnenen Erfahrungen genutzt werden, um neue Beratungsprojekte zu
entwickeln und als Vorbild für andere Einrichtungen zu dienen, sowohl
innerhalb als auch außerhalb des Hochschulbereichs.
Um die Ergebnisse des Projekts erfolgreich in die Gesellschaft zu
übertragen, hat sich an der Hochschule Nordhausen eine Task Group
formiert. Angeführt von Dr.-Ing. Pascal Leibbrandt, der das Projekt
leitet, sowie Prof. Dr.-Ing. Viktor Wesselak, Inhaber der Professur für
Regenerative Energiesysteme, und Gokarna Dhungel, M.Eng. vom Institut für
Regenerative Energietechnik. Diese Experten werden unterstützt von Daniel
Rübesamen, M.Eng., der das Sachgebiet Bau, Liegenschaften und Sicherheit
repräsentiert. Zusätzlich unterstützen Thomas Füldner und Sara Schulz aus
dem Transferwerk der Hochschule Nordhausen mit ihrer Expertise im Bereich
Transfer. Die Aufgabe der Task Force besteht darin, die Schnittstelle
zwischen Hochschulverwaltung, Forschung und Transferaktivitäten zu stärken
und die erarbeiteten Lösungen effektiv in die Gesellschaft zu tragen.
