Neuer Haustarif für ärztliches Personal am Uniklinikum Dresden
Uniklinikum und Marburger Bund verständigen sich auf neuen Tarifvertrag
mit einer Laufzeit von 18 Monaten. Inhalt sind Zuschläge für Ruf- und
Bereitschaftsdienste an Sonn- und Feiertagen sowie eine Erhöhung des
Zuschlags zum Job bzw. Deutschland-Ticket. Bekenntnis zum
Zusatzurlaubsanspruch und Ausbau der Mitarbeitenden-Benefits.
Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und der Marburger Bund
(MB) Landesverband Sachsen haben sich auf die Änderung des
Haustarifvertrages für die hier beschäftigten Ärztinnen und Ärzte
geeinigt. Demnach werden die Tabellenentgelte der medizinischen
Mitarbeitenden in drei Stufen erhöht. Weitere wesentliche Bestandteile des
Vertrags sind die Einführung von Zeitzuschlägen für den gesamten Ruf- und
Bereitschaftsdienst an Sonn- und Feiertagen sowie für Aktivzeiten im
Rufbereitschaftsdienst. Weiterhin profitieren Ärztinnen und Ärzte am
Uniklinikum künftig von erweiterten Benefits, wie der Möglichkeit, ein
zweites Job-Rad zu leasen. Nunmehr haben auch Beschäftigte die
Möglichkeit, einen freien Tag bei Niederkunft der Lebenspartnerin oder bei
Geburt des angenommenen Kindes des nichtehelichen Partners in einer
verfestigen Lebensgemeinschaft in Anspruch zu nehmen. Der neu
ausgehandelte Tarifvertag tritt rückwirkend zum 1. Januar 2024 in Kraft
und ist anderthalb Jahre gültig. „Die jetzt ausgehandelten vertraglichen
Regelungen schaffen die Basis für eine verantwortungsbewusste und
wertschätzende Zusammenarbeit mit unseren Ärztinnen und Ärzten. Wir können
damit weiterhin den besonderen Bedürfnissen der ärztlichen Kolleginnen und
Kollegen gerecht werden – und zwar verlässlich in den kommenden anderthalb
Jahren“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner
Uniklinikums.
Die Einigung sieht steigende Entgelte in drei Stufen vor: Rückwirkend zum
1. Februar 2024 steigen die Gehälter des ärztlichen Personals um vier
Prozent. Eine weitere Erhöhung um vier Prozent folgt am 1. Juli 2024, die
dritte um noch einmal zwei Prozent am 1. Januar 2025. Weiterhin haben sich
die Partner auf eine veränderte Bewertung der entgeltrelevanten
Arbeitszeit im Rahmen der Bereitschaftsdienste geeinigt und zudem
festgelegt, dass auch die im Bereitschaftsdienst geleisteten Nachtstunden
durch Zusatzurlaubstage Ausgleich finden. Künftig erhalten Ärztinnen und
Ärzte für Ruf- und Bereitschaftsdienste 25 Prozent Zuschläge für
Sonntagsdienste und 35 Prozent für Einsätze an Feiertagen.
„Ärztinnen und Ärzte müssen den hohen Anforderungen ihrer Tätigkeit
gerecht werden können, ohne dabei ihre eigene Gesundheit zu gefährden.
Dies gilt insbesondere für die Tätigkeit in einem Universitätsklinikum.
Neben einer angemessenen Entwicklung der Vergütung haben wir deshalb einen
besonderen Ausgleich für Bereitschaftsdienste gefordert, die in den
Nachtstunden erbracht werden müssen. Mit der Tarifeinigung ist es uns
gelungen, die Regelungen zum Zusatzurlaub auf Bereitschaftsdienste
auszuweiten. Ärztinnen und Ärzte, die regelmäßig solche Dienste erbringen,
erhalten ab dem Jahr 2025 ein bis vier Tage Zusatzurlaub zum Ausgleich der
erhöhten Gesundheitsbelastung. Daneben werden alle Bereitschaftsdienste
grundsätzlich besser bewertet“, sagt Steffen Forner, Geschäftsführer des
Marburger Bundes Sachsen.
„Neben dem Ausgleich für Bereitschaftsdienste in der Nacht durch
Zusatzurlaubstage sowie den finanziellen Ausgleich von Ruf- und
Bereitschaftsdiensten während Sonn- und Feiertagen ist uns auch wichtig,
dass unsere Ärztinnen und Ärzte von den Mitarbeitenden-Benefits
profitieren. Deshalb haben wir auch hier nachjustiert“, sagt Frank Ohi,
Kaufmännischer Vorstand am Uniklinikum. So erhalten auch ärztliche
Mitarbeitende künftig einen zusätzlichen freien Tag bei der Geburt des
Kindes – unabhängig von Ehe oder eingetragener Lebenspartnerschaft.
Weiterhin wurde ein Zuschlag von 25 Prozent zum Deutschland-Ticket sowie
die Möglichkeit für ein zweites Fahrrad im Rahmen des Bikeleasings
beschlossen.
„Mit unserem Haustarif für unser ärztliches Personal bieten wir nicht nur
eine wirksame Entlastung im Arbeitsalltag, sondern auch ein Angebot für
eine ausgewogenere Work-Life-Balance. Die Einigung jetzt unterstreicht
dieses Ansinnen. Dies ist nicht nur im Sinne eines gut und effizient
arbeitenden Klinikums sowie zufriedener Mitarbeitender, sondern auch ein
Signal dafür, dass wir weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber sind“, sagt
Bärbel Kristina Behr, Direktorin Human Resources am Uniklinikum.
