Herausforderung Heizen im Frühjahr Serie zur DBU-Initiative „Zukunft Zuhause“
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vermittelt mit ihrer
nationalen Informationskampagne „Zukunft Zuhause – Nachhaltig sanieren“
einen kompakten und unabhängigen Überblick zum Thema Sanierung. Adressaten
sind Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, die ihre Ein- oder
Zweifamilienhäuser energetisch fit für die Zukunft machen wollen – von
Dämmung bis Photovoltaik. Im heutigen Teil unserer Serie dreht sich alles
um das Thema effizientes Heizen, das sich selbst im Frühjahr nicht ganz
vermeiden lässt.
Suche nach der optimalen Heizstrategie kann knifflig sein
Im Frühling locken tagsüber zwar die ersten warmen Sonnenstrahlen, während
es nachts noch recht kühl sein kann. Die wechselnden Temperaturen in
dieser Jahreszeit lassen effizientes Heizen manchmal jedoch zu einer
Herausforderung werden. Die entscheidende Frage: Wie kann man trotz dieser
Schwankungen ein behagliches Zuhause schaffen, ohne Energie zu vergeuden?
Die Suche nach der optimalen Heizstrategie im Frühjahr kann knifflig sein.
Doch wenn man einige wichtige Punkte berücksichtigt, können
Verbraucherinnen und Verbraucher am Ende nicht nur ein wohliges Zuhause
schaffen, sondern auch Energie – und somit Geld – einsparen.
Hoch- und Runterdrehen der Heizung verbraucht unnötig Energie
Kalt, warm, kalt, warm: Bei schwankenden Temperaturen im Frühjahr neigt
man dazu, die Heizung ständig hoch- und herunterzudrehen, was jedoch
unnötig viel Energie verbraucht. „Wenn die Räume stark abkühlen, wird mehr
Energie benötigt, um sie wieder aufzuheizen, als wenn die Temperatur
konstant gehalten wird“, sagt DBU-Referent Andreas Skrypietz. Nach seinen
Worten ist es ratsam, die Heizung auch tagsüber auf niedriger Stufe laufen
zu lassen, insbesondere in schlecht gedämmten Häusern. Für ein
energiesparendes Heizen empfiehlt Skrypietz eine Mindesttemperatur von 18
bis 20 Grad Celsius in Wohnbereichen. „In Küchen und Schlafzimmern können
die Temperaturen aber niedriger sein“, so Skrypietz. Mit dem Schließen der
Türen lasse sich ebenfalls Energie sparen.
Alter und Dämmung eines Hauses entscheidende Faktoren
In Deutschland gibt es keine gesetzliche Regelung zur Heizperiode.
Üblicherweise dauert sie vom 1. Oktober bis zum 30. April – aber sie kann
eben auch etwas länger anhalten. Laut Skrypietz variiert der Zeitpunkt, an
dem die Heizung abgeschaltet werden sollte, je nach Gebäude. Dies hängt
insbesondere vom Alter des Hauses und seiner Dämmung ab. Bei älteren und
schlecht gedämmten Gebäuden liegt die Abschalttemperatur bei einer
Außentemperatur von etwa 15 bis 17 Grad Celsius, während sie bei sehr gut
gedämmten Gebäuden bei etwa 12 Grad Celsius liegt. Eine bessere Dämmung
führt zu niedrigeren Heizkosten. Solange es draußen nicht über mehrere
Tage hinweg dauerhaft warm ist, empfiehlt Skrypietz, die Heizung nicht
abzuschalten. Am Ende könnte es nämlich dazu führen, dass die Heizung
aufgrund neuer Kältephasen doch wieder angeschaltet werden muss – ein
unnötiger Energieverbrauch. „Wann man die Heizung abstellt, hängt
allerdings auch immer vom individuellen Wärmebedürfnis ab“, so Skrypietz.
Investition in programmierbare Thermostate lohnt sich
Die warmen Sonnenstrahlen im Frühling können eine kostenlose und
natürliche Wärmequelle für das Zuhause sein. „Wenn man tagsüber Vorhänge
oder Jalousien offen lässt, kann man mit dem einfallenden Sonnenlicht
Räume auf natürliche Weise erwärmen“, sagt Skrypietz. „Sobald die Sonne
untergeht, sollte man die Vorhänge oder Rollladen aber schließen, um die
Wärme zu speichern.“ Eine Investition in programmierbare Thermostate lohne
sich, um Heizzeiten an eigene Bedürfnisse anzupassen. „Man sollte die
Heizung so einstellen, dass sie nur dann läuft, wenn man zu Hause ist oder
wenn es draußen besonders kalt ist. Damit spart man Energie, ohne auf
Komfort zu verzichten“, sagt Skrypietz. Im Frühling wie im Winter gelte:
Heizkörper sollten nicht von Vorhängen oder Möbeln verdeckt werden.
Andernfalls schlucken sie die Wärme, was zu einem Verlust an Energie
Verlust führt.
Gefahr von Schimmelbildung im Frühjahr
Im Frühling lauert die Gefahr von Schimmelbildung – nicht aufgrund der
Temperatur, sondern wegen der Luftfeuchtigkeit, die sich an kalten
Oberflächen niederschlägt. „Warme Frühlingsluft enthält mehr Feuchtigkeit
als kalte Winterluft“, so Skrypietz. Daher dauere es beim Lüften im
Frühling meist länger, bis die Außenluft zusätzliche Feuchtigkeit etwa aus
Bad oder Küche aufnehmen kann. Anders als im Winter könnten im Frühling
Fenster für 10 bis 15 Minuten zum Lüften geöffnet bleiben – drei- bis
viermal am Tag. „„Auch im Frühjahr sollte beim Lüften das Thermostatventil
am Heizkörper geschlossen werden, wenn noch geheizt wird“, sagt Skrypietz.
Auch Heizkörper brauchen einen Frühjahrsputz
Der Frühjahrsputz ist tatsächlich auch für Heizkörper ratsam. Denn
verschmutzte Heizkörper arbeiten weniger effizient, um die gewünschte
Heizleistung zu erreichen, was zu einem erhöhten Energieverbrauch führt.
Es empfiehlt sich daher, die Heizkörper von außen und insbesondere in den
Zwischenräumen von Staub und Schmutz zu reinigen. „Es braucht nicht viel,
um einen angenehmen Wohnkomfort im Frühjahr zu erreichen“, sagt Skrypietz.
Durch die Umsetzung weniger Maßnahmen und eine bewusste Nutzung der
Heizung im Frühjahr lasse sich „nicht nur die Energieeffizienz steigern,
sondern auch der Wohnkomfort im Zuhause verbessern“.
