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Leibniz-Gründungspreis prämiert Wasserstoff-Innovation aus Greifswald

Leibniz-Gründungspreis 2024: Das ausgezeichnete Gründungsteam von elementarhy (Martin Rohloff, Gustav Sievers, André Pacheco, Zahra Nasri und Arne Birth, v.li.) mit Leibniz-Präsidentin Martina Brockmeier (li.) und Marco Winzer (High-Tech Gründerfonds)  Michael Jungblut  Leibniz-Gemeinschaft
Leibniz-Gründungspreis 2024: Das ausgezeichnete Gründungsteam von elementarhy (Martin Rohloff, Gustav Sievers, André Pacheco, Zahra Nasri und Arne Birth, v.li.) mit Leibniz-Präsidentin Martina Brockmeier (li.) und Marco Winzer (High-Tech Gründerfonds) Michael Jungblut Leibniz-Gemeinschaft
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Leibniz-Gründungspreis 2024: Das ausgezeichnete Gründungsteam von elementarhy (Martin Rohloff, Gustav Sievers, André Pacheco, Zahra Nasri und Arne Birth, v.li.) mit Leibniz-Präsidentin Martina Brockmeier (li.) und Marco Winzer (High-Tech Gründerfonds)  Michael Jungblut  Leibniz-Gemeinschaft
Leibniz-Gründungspreis 2024: Das ausgezeichnete Gründungsteam von elementarhy (Martin Rohloff, Gustav Sievers, André Pacheco, Zahra Nasri und Arne Birth, v.li.) mit Leibniz-Präsidentin Martina Brockmeier (li.) und Marco Winzer (High-Tech Gründerfonds) Michael Jungblut Leibniz-Gemeinschaft

Der Leibniz-Gründungspreis 2024 geht an die Ausgründung elementarhy des
Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald.
Elementarhy produziert Membran-Elektroden-Anordnungen (MEA) für
Elektrolyseanlagen zur Produktion von Grünem Wasserstoff und hilft dabei,
den Einsatz von teuren Rohstoffen stark zu reduzieren. Das Preisgeld in
Höhe von 50.000 Euro dient zur Unterstützung des Start-ups in der
Markteintrittsphase.

Grüner Wasserstoff ist für die klimaneutrale Energietransformation
elementar, um die volatilen erneuerbaren Energien zu speichern und
sektorübergreifend zu nutzen. Die grüne Wasserstoffproduktion erfolgt in
Elektrolyseuren mit Hilfe von gestapelten Membran-Elektroden-Anordnungen,
welche bislang einen hohen Einsatz von teuren Rohstoffen wie Iridium und
Platin benötigen. Die von elementarhy auf der Basis einer am Leibniz-
Institut für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald entwickelten
Technologie vermarkteten elektrochemischen Funktionskomponenten von
Elektrolyseuren und Brennstoffzellen können hingegen mit deutlich weniger
Iridium und Platin produziert werden. Technologischer Kern der Ausgründung
ist ein patentierter trägerloser Elektrokatalysator zur Beschichtung der
Membran-Elektroden-Anordnungen.
Hierdurch können zukünftig die Investitionskosten für die
vielversprechende PEM-Elektrolyse (Proton Exchange Membrane) durch den
geringeren Bedarf an Edelmetallen deutlich reduziert werden, was die
Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen verringert und die
Wasserstoffskalierung verbessert. Die von elementarhy produzierten
Membran-Elektroden-Einheiten zeichnen sich zusätzlich durch eine höhere
Haltbarkeit sowie eine Beschichtung ohne per- & polyflurierte Chemikalien
(PFAS) aus, was zur Wiederverwertbarkeit und somit auch zur Nachhaltigkeit
beiträgt.
Zielkunden von elementarhy sind die Hersteller von Elektrolyseuren, die
die Membran-Elektroden-Anordnungen mit weiteren Komponenten zu
Komplettanlagen verbauen.
Die elementarhy GmbH wurde am 15. Mai 2024 gegründet. Das Projekt wird
bereits durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im
Programm EXIST-Forschungstransfer gefördert.
Das Preisgeld des Leibniz-Gründungspreises möchte elementarhy für den
Aufbau einer professionellen Website, die Entwicklung und Stärkung einer
Unternehmensmarke (z.B. auf Messen) sowie juristische und steuerliche
Beratung einsetzen.

Das Gründungsteam besteht im Kern aus drei Materialwissenschaftlern sowie
einer Materialwissenschaftlerin und einem Marktexperten:
• Arne Birth ist Diplom-Kaufmann und Diplom-Geograf und Finanz/
Marketingvorstand von elementarhy. Er ist für das Geschäftsmodell
verantwortlich sowie für die Bereiche Marketing und Investors Relations.
• Gustav Sievers ist Diplom-Umweltwissenschaftler und promovierter
Elektrochemiker und Geschäftsführer/Technik-Vorstand von elementarhy. Er
koordiniert das Projekt, die Innovation und die Patentierung.
• Martin Rohloff, promovierter Chemiker und stellvertretender
Abteilungsleiter sowie Projektleiter für Wasserstofftechnologie am INP
Greifswald, wird sich vor allem dem Aufbau der Produktionsanlagen für
Membran-Elektroden-Einheiten widmen.
• Zahra Nasri ist promovierte Chemikerin und Post-Doc am ZIK plasmatis des
INP Greifswald. Sie ist spezialisiert auf die elektrochemische Anwendung
von Katalysatoren zur Herstellung von Membran-Elektroden-Anordnungen im
PEM Elektrolyseur. Dazu ist sie für das Qualitätsmanagement zuständig.
• André Pacheco ist Chemieingenieur und hat erfolgreich neue PEM-
Elektroden im Rahmen seiner Masterarbeit beim Deutschen Luft und
Raumfahrtzentrum in Stuttgart entwickelt. Er ist verantwortlich für das
Testmanagement und die Pilotanlagen.

Für den Leibniz-Gründungspreis 2024 waren neben elementarhy fünf weitere
Gründungsprojekte aus Leibniz-Instituten nominiert:
- AgoraNatura (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, Müncheberg):
Online-Marktplatz für zertifizierte Naturschutzmaßnahmen. <https://agora-
natura.de/>
- DeepEn GmbH (Leibniz-Institut für Photonische Technologien, Jena):
minimalinvasive Mikroendoskop-Systeme für die Neurowissenschaften und für
medizinische Anwendungen. <https://deepen-imaging.com/>
- DNTOX GmbH (IUF – Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung,
Düsseldorf): komplexes, tierversuchsfreies Testsystem zur Testung von
Substanzen und neuer Leitstrukturen während der Substanzentwicklung auf
deren Entwicklungsneurotoxizität. <https://dntox.de/>
- NextGO Epi (Leibniz-Institut für Kristallzüchtung, Berlin): Materialien
und Dienstleistungen für Technologien auf Basis von Galliumoxid (Ga2O3),
vor allem für innovative und nachhaltige Halbleitertechnologien.
- OpenFlowTech (Deutsches Rheumaforschungszentrum Berlin): Produktion und
Vertrieb von Streulichtzytometern zur Analyse- und Sortierung von Zellen,
Bakterien und anderen kleinen Partikel in Zellanalytik, Mikrobiologie,
Biotechnologie, Umweltanalytik und Materialforschung.

Pressebilder des ausgezeichneten Gründungsteams sind online verfügbar
unter <www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/presse/pressefotos>

Hintergrund Leibniz-Gründungspreis:
Mit dem Gründungspreis der Leibniz-Gemeinschaft werden
Ausgründungsvorhaben aus Leibniz-Instituten in der Vorbereitungs- bzw.
Start-up-Phase unterstützt. Das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro ist
zweckgebunden und kann für Unterstützungsleistungen bei der Überprüfung
und praktischen Umsetzung der Unternehmenskonzepte, insbesondere für
Herausforderungen wie Markteintritt, Einwerbung einer Finanzierung oder
Entwicklung von Marketing- und Vertriebskonzepten eingesetzt werden. Über
die Vergabe des Preises entscheidet eine mit internen und externen
Mitgliedern besetzte Preis-Jury der Leibniz-Gemeinschaft.

Weitere Informationen zum Leibniz-Gründungspreis unter
<www.leibniz-gemeinschaft.de/transfer/wissens-und-technologietransfer
/gruenden-in-der-leibniz-gemeinschaft/leibniz-gruendungspreis.html
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