Geschichte mit Hightech für alle erlebbar machen
Die Technische Hochschule Bingen und das Museum bei der Kaiserpfalz
Ingelheim arbeiten gemeinsam daran, Geschichte und Exponate mittels
Hightech erlebbar zu machen.
Bingen am Rhein / Ingelheim – Geschichte lebendig zu vermitteln kann bei
2000 Jahre alten empfindlichen Exponaten eine Herausforderung sein. Mit
der Technischen Hochschule Bingen hat das Museum bei der Kaiserpfalz
Ingelheim die perfekte Partnerin gefunden, um mit der Hilfe moderner
Technik Wissen zum Anfassen zu vermitteln.
„Im Museum bei der Kaiserpfalz vermitteln wir unseren Besuchern – und hier
vor allem den Jüngeren unter ihnen – das Wissen um die Geschichte unserer
Region mit Spaß und viel Platz für eigenes Ausprobieren oder „Handwerken“.
Entsprechend bieten wir für jede Zielgruppe ein abwechslungsreiches und
breit gefächertes Programm an“, so Dr. Isabel Kappesser, Leiterin
Sammlungsmanagement / Bildung und Kommunikation. Über ein 3D-Druckprojekt
der Kinderhochschule kam das Museumsteam auf die Idee, die TH Bingen
anzusprechen. Prof. Dr. Clemens Weiß, Professor für Chemie, und seine
Studierenden nahmen die Herausforderung an, die römischen Grabfiguren per
3D-Druck im Miniaturformat nachzubilden. Im Gegensatz zu den lebensgroßen
Originalen können die Besucher*innen die Minifiguren in die Hand nehmen
und Details von nah bestaunen. Das haptische Erlebnis ist insbesondere,
aber nicht nur, für Kinder und Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit
ein Gewinn.
Für die Nacht der Museen hatten sich die Beteiligten etwas Besonderes
ausgedacht: Figuren, die im Dunkeln leuchten. „Beim 3D-Druck kann man
unterschiedliche Verfahren und Materialien verwenden. Für die
Taschenlampenführung haben wir ein fluoreszierendes Material benutzt“,
erläutert Professor Weiß.
Während der Pfingstferien bietet das Museum bei der Kaiserpfalz Ingelheim
gemeinsam mit der Technischen Hochschule Bingen einen Workshop für Kinder
und Jugendliche an. Dort können die jungen Forschenden im so genannten
Tiefziehverfahren Gussformen herstellen, anschließend Gipsfiguren gießen
und diese kreativ gestalten. Dabei können sie sich von den Originalen vor
Ort inspirieren oder ihrer Fantasie freien Lauf lassen. So wird
gleichzeitig Spaß an Technik und Wissen zur Geschichte der Römer*innen in
unserer Region vermittelt.
Die Kooperationspartner haben noch viele Ideen für weitere Projekte. Dabei
spielen Münzen und Kriminalfälle eine Rolle. Mehr wird aber noch nicht
verraten. Auch beim Thema Barrierefreiheit eröffnen sich durch die Technik
neue Möglichkeiten. „Kultur und Technik lassen sich wunderbar verbinden,
um neue Zugänge zu erschließen“, sind sich Kappesser und Weiß einig. Die
Begeisterung, die man den Beteiligten anmerkt, lässt auf weitere spannende
Projekte hoffen.
