Die wirtschaftliche Bedeutung von Großsportevents für regionale Märkte
Mit der Europameisterschaft im Sommer 2024 steht Deutschland nach der Weltmeisterschaft von 2006 wieder ein sportliches Top-Event bevor. Zwar wird in Bochum nicht gespielt, das Bundesland NRW ist aber gleich mit zwei Stadien vertreten. Für die gesamte Region bedeutet das natürlich ein Umsatzplus in vielen Branchen.
Der Sport ist ein wirtschaftlicher Treiber
In Deutschland ist Fußball ganz klar der sportliche Wirtschaftsfaktor. Millionen von Fans in den Stadien, Top-Vereine auf internationalem Niveau und die vielleicht stärkste 2. Liga der Welt sprechen für sich. Dass Fußball aber nicht nur die Massen unterhält, sondern auch für die Wirtschaft in NRW besonders wichtig geworden ist, zeigt einmal mehr die EM 2024. Denn bei der Großveranstaltung sind gleich vier Städte beteiligt.
- Der Signal-Iduna-Park in Dortmund
- Die Veltins-Arena in Gelsenkirchen
- Das Rheinenergie Stadion in Köln
- Die Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf
Das bringt vor allem für die Tourismusbranche fixe Einkünfte mit sich. Denn Mannschaften und Fans müssen während der einmonatigen Europameisterschaft untergebracht und kulinarisch versorgt werden. Doch nicht nur der lokale Tourismus in den Städten darf sich freuen. Fans wollen Sportwettenanbieter clever vergleichen und günstige Flüge nach Deutschland finden. Von der Lufthansa bis hin zum Taxi-Unternehmen werden in ganz Deutschland tausende Unternehmen vom Event profitieren. Alleine mit den Spielen ist es in NRW nämlich noch längst nicht getan. Von 14. Juni bis 14. Juli herrscht jeden Tag pures Fußballfieber. Wie schon während der WM 2006 sind auch in diesem Jahr wieder diverse Public Viewings geplant. Ob in der Bar um die Ecke oder als Massenveranstaltung direkt an öffentlichen Plätzen – hier wird garantiert jede Menge Geld in die Kassen gespült. Und selbst der Einzelhandel wird enorm vom Fußballfieber der heimischen Fans profitieren. Fußball im Sommer geht Hand in Hand mit Grillen im Garten und einem kühlen Bier nach dem Feierabend. Die Umsatzzahlen dürften sich also vom Großhändler bis hin zum kleinen Tante-Emma-Laden merklich nach oben schrauben.
Die Infrastruktur steht bereits: Das bringt höhere Gewinne mit sich
Bei der Fußball-WM in Katar musste der Gastgeber rund 220 Milliarden US-Dollar für die Austragung aufwenden. Denn eine Infrastruktur für Tausende Fans und die besten Fußballer der Welt war vorab einfach nicht gegeben. Es wurden ganze Städte aus dem Boden gestampft, U-Bahn-Tunnel gebaut und Stadien in Rekordzeit gebaut. Hier in NRW, einem fußballverrückten Bundesland, steht die Infrastruktur bereits. Die Stadien sind bereit und den Fans wird es während ihres Aufenthalts an nichts fehlen. Das sorgt natürlich dafür, dass die finanziellen Gewinne bei der EM 2024 in Deutschland deutlich höher sein werden. Gleichzeitig werden die Austragungsorte an sich aber weniger in den Köpfen der Fans hängenbleiben. Fußballfans kennen die Stadien bereits und Gelsenkirchen ist nun auch nicht mit einem Strandurlaub zu vergleichen. Es ist also nicht zu erwarten, dass sich nach der EM ein Tourismusboom in NRW einstellt.
Unternehmen müssen aufrüsten
Für die Europameisterschaft in Deutschland müssen viele Unternehmen in NRW aufrüsten. Denn um die Menschenmassen in kurzer Zeit bewältigen zu können, wird vor allem in den Austragungsstätten deutlich mehr Personal in einigen Bereichen benötigt werden. Vor allem Servicekräfte in Restaurants sind ohnehin schon rar gesät. Wenn nun mit einem Touristenansturm gerechnet werden muss, sind Personalengpässe vorprogrammiert. Auch Taxi-Unternehmen, Hotels oder Security-Firmen müssen sich auf den Andrang der Massen wappnen. Denn innerhalb von wenigen Wochen lässt sich mit der Europameisterschaft ein finanzielles Polster erwirtschaften. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass die Besucherwelle nach der EM wieder abflauen wird. Mit dieser Herausforderung haben Unternehmen ebenfalls bereits jetzt zu kämpfen. Eine Lösung hierfür könnte das Modell der Zeitarbeit sein. Hier wird Personal für eine bestimmte Zeit von externen Firmen zur Verfügung gestellt, um Peaks wie etwa während der WM besser abfedern zu können.
Was macht Bochum während der EM?
Auch, wenn in Bochum nicht gespielt wird, ist beste Fußballstimmung garantiert. So wie bei der Heim-WM 2006 wird es jedoch nicht mehr werden. Denn die Stadt wird keine Public Viewings im Bochumer Westpark veranstalten. Stattdessen müssen Fans auf die Gastronomiebetriebe ausweichen. Vor allem das Bermuda-Dreieck wird hier im Zentrum des Geschehens stehen. Wie groß der Anklang ist, wenn Deutschland als Gastgeber nicht gerade auf dem Platz steht, wird sich aber zeigen. Denn vor allem während der Gruppenphase könnten sich viele Fans das Geld sparen und die Party lieber in den eigenen vier Wänden steigen lassen.
