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Auf dem Weg zum torffreien Gartenbau kommt es auf die richtige Mischung der Torfersatzstoffe an und dass diese auch in Deutschland produziert werden können. Seine Forschung dazu zeigt das JKI am Zeltstand (Nr. 98) auf der "Woche der Umwelt". Das JKI ist e

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Auf dem Weg zum torffreien Gartenbau kommt es auf die richtige Mischung
der Torfersatzstoffe an und dass diese auch in Deutschland produziert
werden können. Seine Forschung dazu zeigt das JKI am Zeltstand (Nr. 98)
auf der "Woche der Umwelt". Das JKI ist erstmals mit einem eigenen Stand
auf dem Event vertreten, zu dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
sowie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am 4. und 5. Juni in den
Park von Scloss Bellevue geladen haben.

(Quedlinburg/Braunschweig) Am 4. und 5. Juni 2024 findet im Park von
Schloss Bellevue die „Woche der Umwelt“ statt. Bundespräsident Frank-
Walter Steinmeier sowie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) laden
dazu nach Berlin. Das Julius Kühn-Institut (JKI) als Bundesfoschungsintiut
für Kulturpflanzen ist erstmals mit einem eigenen Stand zum Thema
„Torfersatz ist Klimaschutz“ als Aussteller (Stand Nr. 98) vertreten.
Zudem ist das JKI als Mitaussteller an zwei weiteren Ständen (Nr. 90 + 96)
beteiligt. Die Projekte wurden im Vorfeld von einer unabhängigen Jury zur
Präsentation ausgewählt (siehe dazu auch die DBU-Internetseite https://www
.woche-der-umwelt.de/wdu-ausstellende/)

Blumenerden und Kultursubstrate basierten bis vor wenigen Jahren zum
großen Teil auf Torf. Dieser ist über Jahrtausende aus Torfmoosen in
Mooren gewachsen. Werden Moorböden entwässert, geben sie jedoch große
Mengen CO2 ab. Deshalb soll ab 2030 weitestgehend kein Torf mehr im
Erwerbsgartenbau verwendet werden. Im Hobbybereich soll Torf bereits ab
2026 nicht mehr eingesetzt werden.

Torf ist jedoch schwer zu ersetzen, denn er hat sich mit seinen
Eigenschaften im Gartenbau etabliert und bietet viele Vorteile. Deshalb
erforscht das JKI am Standort Braunschweig pflanzliche Alternativen aus
regionalen Herkünften. Dazu zählen u.a. Holzfasern aus Laubgehölzen oder
Fasernesseln, also Brennnesseln mit erhöhtem Fasergehalt.

Am JKI-Stand (Nr. 98) auf der Woche der Umwelt werden den Besuchenden
Materialien vorgestellt, die als mögliche lokal verfügbare
Torfersatzstoffe in Frage kommen. Zudem werden Pflanzenarten wie
Rohrkolben oder Rohrglanzgras gezeigt, die auf wiedervernässten Moorböden
als sogenannte Paludikulturen angepflanzt werden. Hier geht es darum,
diese Flächen nach der Vernässung weiterhin produktiv zu nutzen, um etwa
neue Bau- oder Dämmstoffe, Futterpflanzen oder sogar alternative
Torfersatzstoffe zu erzeugen.

Da bisher kein Stoff allein Torf ersetzen kann, forscht das JKI zu den
Interaktionen einzelner Torfersatzstoffe miteinander und trägt so dazu
bei, die richtigen Mischungen für verschiedene Kulturpflanzen zu finden.
Ziel ist die Produktion gesunder Kulturpflanzen, von der Wurzel- bis zur
Blattspitze.

Liste mit Projekten des JKI zum Thema Torfersatz und Wiedervernässung von
Mooren:
HoFaTo: https://wissen.julius-kuehn.de/klimaschutz/projekte/reduktion-thg-
emissionen/hofato

TopGa: https://wissen.julius-kuehn.de/topga/
RoNNI: https://www.3-n.info/RoNNi
NAPALU: https://www.3-n.info/projekte/laufende-projekte/napalu/
MOCOR: https://wissen.julius-kuehn.de/klimaschutz/projekte/reduktion-thg-
emissionen/mocor


Hintergrundinformation zur „Woche der Umwelt“:
Die „Woche der Umwelt“ ist 2002 vom damaligen Bundespräsidenten Johannes
Rau ins Leben gerufen worden und wird seitdem zusammen mit der in
Osnabrück ansässigen Deutschen Bundesstiftung Umwelt veranstaltet. Sie
findet 2024 zum siebten Mal statt und soll für alle Teilnehmenden
Inspiration für eine nachhaltige Zukunft sein. Die Gäste aus Wissenschaft,
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erwartet auf dem Gelände des
Schlossparks des Bundespräsidialamtes eine Zelt- und Bühnenstadt über 190
Ausstelleinnen und Ausstellern und mehr als 70 Fachforen. Dabei geht es um
Lösungsansätze für drängende Umweltprobleme.