Klimafolgenanpassung: gutes Leben in einer sich rasant verändernden Welt absichern
Handlungsimpulse und Lösungsansätze für die Anpassung an die
Klimawandelfolgen
Auswirkungen, wie Dürren, Ernteausfälle und Waldbrände, treten immer
häufiger und heftiger auf. Dies gilt auch für andere Folgen des
Klimawandels, wie Starkregen und Überschwemmungen. Innerhalb eines halben
Jahres ereilte Deutschland die dritte Flutkatastrophe, wie das derzeitige
Hochwasser im Süden Deutschlands eindringlich zeigt. Im nun
veröffentlichten Zukunftsimpuls zeigen Forschende des Wuppertal Instituts,
pünktlich zum morgigen „Tag der Umwelt“, mit welchen Herausforderungen wir
uns auseinandersetzen müssen und wie eine effektive und nachhaltige
Anpassung an die Folgen des Klimawandels gelingen kann.
In sechs Kapiteln beschreiben die Autor*innen des Zukunftsimpulses
„Klimafolgenanpassung: gutes Leben in einer sich rasant verändernden Welt
absichern“, welche Ansätze bei der Klimafolgenanpassung zielführend sind.
Auf insgesamt 51 Seiten schlagen sie konkrete Maßnahmen vor, um die
dringend nötige Anpassung an die Folgen des Klimawandels voranzutreiben.
Das Impulspapier deckt eine große thematische Bandbreite ab: Neben
Empfehlungen für den Umbau der Städte oder Anpassungen in Landwirtschaft
und Gesundheitswesen, enthält es auch Ansätze zu naturbasierten Lösungen,
zu wirtschaftlichen Chancen und Risiken sowie zu integrierten Strategien,
die Klimaschutz und Klimafolgenanpassung intelligent miteinander
verknüpfen.
Klimaschutz allein reicht nicht mehr aus
Die Wissenschaft ist sich einig und die Entwicklungen der vergangenen
Jahre zeigen deutlich: Klimaschutz ist dringender denn je, national wie
global – aber er allein reicht nicht mehr aus. Allein in Europa steigen
die Temperaturen seit Jahrzehnten etwa doppelt so schnell wie im globalen
Durchschnitt, kein anderer Kontinent weltweit erwärmt sich schneller. Eine
im März 2024 von der Europäischen Umweltagentur veröffentlichte Bewertung
der Klimarisiken kommt zum Schluss: Sofortige, ambitionierte und
entschlossene politische Klimaanpassungsmaßnahmen für Europa sind
unumgänglich.
Doch nicht nur die Politik steht in der Pflicht, auch Unternehmen,
Behörden, Kommunen und der Gesundheitssektor stehen in Bezug auf die
Anpassung an den Klimawandel vor gewaltigen Herausforderungen. Gerade die
Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit sind extrem vielfältig
und umfassen nicht nur primäre, direkte Effekte, etwa durch extreme Hitze
oder eine Zunahme der UV-Strahlung, sondern auch sekundäre Folgen wie etwa
die Verstärkung der Allergieexposition und tertiäre Effekte wie Klimaangst
als eine Ausprägung ganz neuer psychischer Krankheitsbilder. Die mit dem
Klimawandel verbundenen Herausforderungen schnell und entschlossen
anzugehen, liegt in ihrem ureigenen Interesse: „Wenn Klimafolgenanpassung
richtig gemacht und aus einer ganzheitlichen Perspektive heraus gestaltet
wird, vermeidet sie nicht nur zukünftige Schäden und Belastungen, sondern
senkt auf lange Sicht oft auch die anfallenden Kosten“, sagt Prof.
Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Präsident und wissenschaftlicher
Geschäftsführer des Wuppertal Instituts. Nicht zuletzt die hohen
volkswirtschaftlichen Kosten, die im Juli 2021 durch das
Starkregenereignis im Ahrtal entstanden sind und auf rund 40 Milliarden
Euro geschätzt werden, zeigen beispielhaft das mögliche Schadensausmaß.
Lokale Lösungen für eine globale Herausforderung
Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels müssen exakt auf
die Bedingungen vor Ort abgestimmt sein, denn Klimawandelfolgen sind sehr
regionalspezifisch. Die Hochwassergefahr an Flüssen, das Lawinenrisiko in
den Bergen, die Hitzeentwicklung in den Städten: Sie alle lassen sich nur
direkt vor Ort mindern. Notwendig ist daher ein Mosaik vieler lokaler
Maßnahmen unter Einbindung aller relevanten Akteur*innen aus Politik,
Kommunen, Unternehmen und Zivilgesellschaft. Das spiegelt sich auch im
Zukunftsimpuls wider: Er richtet sich in erster Linie an politische
Entscheidungsträger*innen, enthält aber auch Maßnahmen und Hinweise für
Kommunen, Wirtschaft, Ehrenamtliche und zivilgesellschaftliche
Organisationen.
Gewaltige Synergiepotenziale – und Kostenvorteile
Viele Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung bieten enorme Synergiepotenziale.
Gerade naturbasierte Maßnahmen entfalten ihre Wirkung in mehreren
Bereichen: Städtische Parks beispielsweise können zum Hochwasserschutz
beitragen, die dank ihrer kühlenden Wirkung hitzebedingten Erkrankungen
entgegenwirken und gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen erhöhen.
Nicht zuletzt wird in Parks auch CO2 gebunden und damit ein Beitrag zum
Klimaschutz geleistet.
Constanze Schmidt, Mitautorin des Zukunftsimpulses und wissenschaftliche
Referentin für Strategische Themenfeldentwicklung Klimaanpassung am
Wuppertal Institut, erklärt: „Städtische Parks zählen zu den besonders
effektiven Maßnahmen der Klimaanpassung, weil sie Synergien statt
Zielkonflikten zwischen dem so dringend notwendigen Klimaschutz und der
Anpassung an die Klimafolgen ermöglichen und langfristig oft deutlich
günstiger sind als konventionelle Maßnahmen. Genau diese hochwirksamen
Lösungen benötigen wir in einer Zeit der zunehmenden
Extremwetterereignisse.“
Wuppertal Lunch am 4. Juli: Vorstellung des Zukunftsimpulses
Der Zukunftsimpuls steht ab sofort über den unten stehenden Link zum
Download bereit. Am 4. Juli 2024 ab 12 Uhr wird der Zukunftsimpuls im
Rahmen eines Wuppertal Lunchs in Berlin vorgestellt. Auf einem Panel
diskutieren die Teilnehmenden über die Frage, wie eine schnelle, effektive
und sozial gerechte Klimaanpassung in der Stadt gelingen kann. Die
Anmeldung zur Veranstaltung ist ab sofort über den untenstehenden Link
möglich.
Weiterführende Podcast-Episoden zum Thema
Auch im Podcast Zukunftswissen.fm beleuchten Forschende des Wuppertal
Instituts verschiedene Aspekte der Klimafolgenanpassung aus
unterschiedlichen Blickwinkeln: In den vergangenen beiden Folgen zu den
Themen Artenvielfalt und Wälder spielt das Thema eine wichtige Rolle. Die
beiden Episoden sind über die untenstehenden Links abrufbar.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://wupperinst.org/c/wi/c/
wissenschaftliche Referentin Strategische Themenfeldentwicklung
Klimafolgenanpassung am Wuppertal Institut
https://wupperinst.org/c/wi/c/
Präsident und wssenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts
Originalpublikation:
https://wupperinst.org/fileadm
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