Gegen den Fachkräftemangel in der Kinder- und Jugendhilfe: Hochschule qualifiziert internationale Akademiker*innen
Mit ‚Kipädplus‘ will die Evangelische Hochschule Freiburg ausländische
Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt der Kindheitspädagogik gewinnen.
Der erhebliche Fachkräftemangel in Arbeitsfeldern der Kindheitspädagogik
erfordert schnelles Handeln. Das neue Programm eröffnet den
internationalen Fachkräften attraktive Berufsfelder und soll in
Deutschland zur Entspannung der schwierigen Arbeitskräftesituation
beitragen. Es bereitet internationale Akademiker*innen aus Portugal,
Spanien und der Ukraine auf den Berufseinstieg in Deutschland vor und
ermöglicht ihnen eine Anpassung ihres ausländischen Hochschulabschlusses
an das deutsche System.
Das Programm Kipädplus wurde von Prof.in Dr.in Maike Rönnau-Böse
entwickelt und als eines von 25 Projekten in Deutschland ausgewählt.
Lediglich zwei dieser Projekte richten sich an den kindheitspädagogischen
Bereich. Rönnau-Böse ist Leiterin des Bachelor-Studiengangs
Kindheitspädagogik und organisiert in dieser Funktion internationale
Hochschulpartnerschaften, zum Beispiel mit der Escola Superior de Educação
de Paula Frassinetti, Porto und der die Universidad de Sevilla, Facultad
de Ciencias de la Educación.
Rönnau-Böse: „Mit den Hochschulen in Porto und Sevilla arbeiten wir seit
Jahren intensiv zusammen, unsere Studierenden wie Hochschullehrende der
Kindheitspädagogik nehmen an Austauschprogrammen teil, Studierende können
einzelne Semester im Ausland oder auch Praxisphasen absolvieren“.
Absolvierende der beiden Hochschulen in Porto und Sevilla gehören zur
Zielgruppe des Programms. Eine weitere Zielgruppe sind Akademiker*innen
aus der Ukraine, die bereits in Deutschland sind.
Ein zentraler Schwerpunkt des Programms ist die intensive Zusammenarbeit
mit der Praxis. Die Studierenden werden eng an eine Einrichtung im Feld
der Kindheitspädagogik gebunden. Die Praxisanleiter*innen, die die
Studierenden fachlich begleiten, werden von der Hochschule für die Bedarfe
der internationalen Akademiker*innen sensibilisiert, zum Beispiel durch
regelmäßige Informations- und Austauschtreffen. Dafür wird das bestehende
Netzwerk aus Praxiseinrichtungen der Hochschule erweitert und die
Kooperationen mit Vermittlungsstellen, wie der Arbeitsagentur, weiter
ausgebaut.
Fachspezifische Sprachkurse und Schreibwerkstätten sind weitere
wesentliche Bestandteile des Programms. Denn Tätigkeiten im pädagogischen
Arbeitsfeld sind mit einem hohen Sprachanteil verbunden. Die Studierenden
sollen sich zum Beispiel sicher an Teamsitzungen und Elterngesprächen
beteiligen können.
Individuelle Beratungsgespräche sollen den erfolgreichen Einstieg in den
Arbeitsmarkt sichern. Sie dienen der Klärung von Perspektiven und
Karriereinteressen. Am Ende des Praktikums werden diese Gespräche ergänzt
um eine Reflexion der Praxisphase und Rückmeldung der Anleitungspersonen.
Kipädplus hat auch für die Hochschule selbst und ihre
kindheitspädagogischen Studiengänge mehrere Vorteile: die
Studierendengruppen werden vielfältiger und das fördert den Umgang mit
Vielfalt als Perspektive auf die Realität und als Handlungsorientierung.
Studierende und Lehrende erleben andere, auch mehrere internationale
Perspektiven auf das Fach der Kindheitspädagogik, und können sich
professionell mit diesen auseinandersetzen.
Gefördert wird das Projekt mit 500.000 Euro vom Deutschen Akademischen
Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Bundesforschungsministerums (BMBF)
im Programm „Profi plus. Akademische Anpassungsqualifizierung für den
deutschen Arbeitsmarkt“.
Mehr Info zum Programm Kipädplus:
Das Programm ist von Wintersemester 2024 bis Sommersemester 2028 angelegt.
Es können jeweils drei Kohorten bis 15 Personen teilnehmen, d.h. max. 45
Personen in dem genannten Zeitraum.
Der Abschluss ist: B.A. Kindheitspädagogik, staatlich anerkannt
Die Absolvent*innen sind in allen Arbeitsfeldern der Kindheitspädagogik
einsetzbar.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.eh-freiburg.de/per
