Mehr als 1.500 Bürgerinnen und Bürger tauchten ein in die Welt der Gewässer
Am 2. Juni 2024 veranstaltete die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)
anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums einen Tag der offenen Tür. Ca.
1.500 Gäste jeden Alters informierten sich zwischen 11 und 18 Uhr vor Ort
und aus erster Hand bei den BfG-Expertinnen und -Experten zu Themen wie
Klimawandel, Spurenstoffe in Gewässern und Biodiversität. Egal ob Drohne,
Wasserfahrzeuge, Pflanzenarten, Wassertiere oder Wasserproben und
Sedimente – für Klein und Groß gab es etwas Neues zu lernen und zu
entdecken.
Wissenschaft erklärt, verständlich und kreativ für Groß und Klein
„Es ist beeindruckend, wie viele Menschen uns an diesem Tag besucht haben
und wir sind überwältigt vom großen Interesse an den vielfältigen
Arbeitsbereichen der BfG.“, so Dr. Birgit Esser, Präsidentin der BfG, über
den besucherreichen Abschluss der Jubiläums-Aktivitäten zum 75-Jahre-
Jubiläum der BfG. „Im Fokus der Veranstaltung stand für uns,
wissenschaftlich komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen – und zwar
anhand konkreter Themen, an denen wir forschen und zu denen wir beraten.“
Und das Rezept ging aus Sicht der BfG auf, was sich zum einen an der hohen
Verweildauer der Besucherinnen und Besucher und zum anderen aus den vielen
Gesprächen vor Ort ableiten lässt. Das reichhaltige Mitmach-Angebot für
alle Altersklassen leistete ebenso einen Beitrag. „Nicht zuletzt die
Freude und Begeisterung der BfG-Kolleginnen und Kollegen selbst ist
ausschlaggebend, um andere für die Themen rund um die Bundeswasserstraßen
zu begeistern.“, ergänzt Dr. Sebastian Kofalk, Referatsleiter des für die
Veranstaltungsorganisation verantwortlichen Teams.
So laut wie ein Frosch – oder ein Löwe?
Gewässer eintauchen. An der Station „Schallmessung“ zum Beispiel staunten
die Besucherinnen und Besucher nicht schlecht: Einzelne Kinder bewiesen,
dass sie so laut wie ein Löwe brüllen können. An anderer Stelle versuchten
Kinder, Steine zu verstecken. Da sie diese zuvor durch Berührung „zum
Leuchten“ gebracht hatten, konnten die Steine mit Live-Temperaturmessungen
entdeckt werden. Normalerweise unterwegs im Auftrag für die
Bundeswasserstraßen, ergaben sich so ganz neue Einsatzgebiete für die BfG-
Drohne, deren Wärme-Sensoren an diesem Tag einen neuen Einsatzzweck
erhielten. Weiter ging es mit vielen Pflanzen zum Anfassen, Riechen,
Meiden und Bestaunen an der Station „Botanischer Streichelzoo“. Durch die
Vielfalt der Pflanzen verstanden die Besuchenden den Unterschied von
heimischen und zugezogenen Pflanzen, sogenannten Neophyten, die bei der
Unterhaltung und Pflege der Bundesstraßen wichtig sind.
Auch die unterschiedliche Wasserspeicherkapazität von Auwald-, Wiesen- und
Ackerboden konnten die Kinder durch das Eintauchen verschiedener Schwämme
nachempfinden. Kreativ ging es auch an der Station zu den Algen zu. Durch
das Mikroskop zeigten sich unterschiedlichste geometrische Formen, die nur
in dieser vergrößerten Ansicht sichtbar sind. Nicht nur junge Gäste
staunten über die Formen und Farben – und die andere Perspektive beim
Einsatz eines Mikroskops. Und dass der Rhein die Region prägt und die
Menschen beschäftigt, wurde in der Expertensprechstunde „Klimawandel“,
deutlich. Wie verändert sich der Rhein, wenn die Gletscher abschmelzen?
Sind Niedrigwasser normal oder außergewöhnlich und wie geht es weiter?
Viele Bürgerinnen und Bürger schätzten diese lockere Gesprächsrunde beim
Tag der offenen Tür. Und wer sich die Frage stellte, wie man Mitarbeiterin
oder Mitarbeiter in der BfG werden kann, erhielt vor Ort bei den
Auszubildenden oder den Personalexperten/-innen selbst die Antworten.
Ergänzend zu den Stationen fanden mehr als 30 Führungen durch die BfG-
Gebäude und einige Labore statt. So erhielten insgesamt ca. 350 Personen
einen detaillierteren Blick hinter die Kulissen der
Ressortforschungseinrichtung, die zum Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) gehört. Die
Laborführungen, zum Teil als kreatives Mitmach-EscapeLab konzipiert, waren
schnell ausgebucht. Im EscapeLab galt es, die Ursache für die Erkrankung
eines Fisches zu erforschen. Die Besucher/-innen wurden mit Kittel und
Schutzbrillen selbst im Labor tätig, um das Rätsel zu lösen.
Gewässerkunde und Wasserwirtschaft in Koblenz studieren
Gemeinsam mit Universität Koblenz und Hochschule Koblenz wurden auch die
kooperativen Studiengänge für den Bachelor und Master of Science
Gewässerkunde und Wasserwirtschaft vorgestellt. „Das Interesse am
Studienangebot war hoch und eine Präsentation im Zusammenhang mit den
Arbeitsbereichen der BfG gab uns einen anschaulichen Rahmen.“, so Prof.
Dr. Lothar Kirschbauer von der Hochschule Koblenz, dem auch Dr. Jan
Fleischhauer von der Universität Koblenz zustimmt.
An insgesamt 17 Ständen präsentierte das BfG-Team weitere Themen. Die
Website der BfG bietet hierzu ein umfassendes Informationsangebot. Auch
viele der am Tag der offenen Tür gezeigten wissenschaftlichen Poster
stehen auf der Website im Bereich „informiert“ zum Download bereit.
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