Deutsche Leberstiftung informiert zum Global Fatty Liver Day: Das globale Problem Fettleber wird unterschätzt
Unter der Leitung des Global Liver Institute (GLI) findet am
13. Juni 2024 der Global Fatty Liver Day, früher bekannt als International
NASH Day, statt. Die globale Aufklärungskampagne wurde 2018 ins Leben
gerufen, um das Bewusstsein für die Fettlebererkrankungen, auch als
steatotische Lebererkrankung (SLD) bezeichnet und die dramatisch
steigenden Erkrankungszahlen zu schärfen. Mit dem diesjährigen Motto „Act
Now, Screen Today!“ („Jetzt handeln, heute testen!“) wird auf die
Dringlichkeit hingewiesen, Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennung zu
fördern.
Die Deutsche Leberstiftung, zu deren Aktionsfeldern der Kampf gegen SLD
und die Aufklärung über die Gesundheitsrisiken zählen, unterstützt diese
Initiative ausdrücklich.
Nach Angaben des GLI sind weltweit circa 115 Millionen Menschen von einer
SLD betroffen und bis 2030 soll die verborgene globale Epidemie auf 357
Millionen Betroffene anwachsen. Auch in Deutschland gibt es mindestens
fünf Millionen Leberkranke. Häufigste Ursache für eine Leberentzündung ist
die SLD, auch Fettlebererkrankung genannt, aufgrund von Übergewicht,
Diabetes mellitus oder Alkohol. Bei der ehemals als (nicht-)alkoholische
Fettlebererkrankung (NAFLD) bezeichneten Störung handelt es sich um eine
komplexe metabolische Erkrankung, bei der daher auch der Name angepasst
wurde.
Neue Struktur, neue Bezeichnungen
Mehrere internationale hepatologische Fachgesellschaften haben im Juni
2023 eine präzisere Nomenklatur / Struktur für die bisher sogenannten
Fettlebererkrankungen beschlossen. Der neue Überbegriff für die angepasste
Terminologie und die Einteilungserweiterung von Fettlebererkrankungen
lautet SLD. Die angepasste Nomenklatur umfasst unterschiedliche
Diagnosestellungen und verschiedene Ursachen der Erkrankungen. Das früher
als NAFLD bezeichnete Krankheitsbild wird jetzt als Metabolische
dysfunktions-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) bezeichnet.
Dadurch sollen die Ursachen und Komplexität der Erkrankung besser zum
Ausdruck gebracht und eine mögliche Stigmatisierung vermieden werden. MASH
(metabolisch-assoziierte Steatohepatitis) ist die Bezeichnung für die
entzündete Fettleber, die in Zusammenhang mit dem metabolischen Syndrom
entstanden ist.
80 bis 90 Prozent der MASLD-Patienten sind adipös
„Mittlerweile entstehen die meisten Leberschäden durch eine Verfettung der
Leber. Neue Erkenntnisse zeigen, dass es sich bei Fettlebererkrankungen um
eine komplexe metabolische Erkrankung handelt, die mit der aktualisierten
Nomenklatur unterschiedlichen Subgruppen zugeordnet werden können. An der
MASH leiden in Deutschland mindestens vier Prozent der Bevölkerung. Auch
adipöse, also fettleibige Kinder haben ein großes Risiko an pädiatrischer
MASLD und MASH zu erkranken“, erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und warnt vor
schwerwiegenden Folgeerkrankungen: „Bei der MASH kann sich ein
Hepatozelluläres Karzinom (HCC) entwickeln – schon bevor eine
Leberzirrhose vorliegt. Aus aktuellen Erhebungen wissen wir, dass 80 bis
90 Prozent der MASLD-Patienten adipös sind. Und es ist erwiesen, dass die
systemischen Entzündungsreaktionen bei Übergewicht und Adipositas vom
Fettgewebe – insbesondere im Bauchbereich – ausgehen und damit langfristig
auch das Risiko für Diabetes und Herzinfarkt erhöhen. Diese großen
Gesundheitsrisiken sind nur wenigen Menschen bekannt, deswegen ist es sehr
wichtig, über die Risikofaktoren für die Entwicklung einer SLD aufzuklären
und Aufmerksamkeit dafür zu generieren. Die Deutsche Leberstiftung, zu
deren Aktionsfeldern der Kampf gegen SLD durch Aufklärung über
Gesundheitsrisiken, Prävention und Früherkennung zählt, unterstützt den
Global Fatty Liver Day ausdrücklich. Dem Motto ‘Act Now, Screen Today!‘
sollten auch in Deutschland möglichst viele Menschen, die zu einer
Risikogruppe zählen, folgen. Störungen der Leberzellen sowie der
Leberleistung, die auf eine Erkrankung hinweisen, kann man in der Regel
gut an verschiedenen Leberwerten im Blut erkennen.“
Therapie: Lebensstiländerung und Ernährungsumstellung
Eine Behandlung der lange Zeit meist symptomarmen SLD ist mit Medikamenten
bislang noch nicht möglich. Eine MASLD, auch eine MASH, kann sich
zurückbilden – vorausgesetzt, die Betroffenen ändern ihren Lebensstil:
Abhängig von der Ursache der Fettleber umfasst der veränderte Lebensstil
eine kontrollierte Gewichtsreduktion, eine Ernährungsumstellung, mehr
Bewegung und einen Alkohol-Verzicht.
SLD-Aktionsfelder der Deutschen Leberstiftung
Um den Betroffenen beim wichtigen Therapie-Baustein Ernährung
Hilfestellungen zu geben, hat die Deutsche Leberstiftung „Das große
Kochbuch für die Leber“ herausgegeben, das Betroffene bei der richtigen
Ernährung unterstützen kann. Eine gesunde und der Situation entsprechenden
Ernährung ist enorm wichtig. Sie kann den Gesundheitszustand der
Betroffenen entscheidend verbessern, bei den Fettlebererkrankungen sogar
zur Heilung beitragen.
Die Deutsche Leberstiftung bietet Kurzbroschüren zu den Themen „Leber und
Fett“ sowie „Leber und Leberwerte“ für Betroffene und ihre Angehörigen an.
Bestellmöglichkeiten und Download auf der Serviceseite unter https://www
.deutsche-leberstiftung.de.
Um einen weiteren Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Betroffenen
zu leisten, betreibt die Deutsche Leberstiftung seit 2020 über die
Leberstiftungs-GmbH ein Register zur Erforschung von
Fettlebererkrankungen. Das dafür gegründete „Deutsches NAFLD-Register“
wurde zum 1. Januar 2024 an die aktualisierte Struktur für
Fettlebererkrankungen angepasst und in „Deutsches SLD-Register“ umbenannt.
Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung, Forschungsvernetzung und wissenschaftliche Projekte
zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung in medizinischen Fragen. Auf der Website
finden Sie umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene,
Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter: https://www
.deutsche-leberstiftung.de.
