Wie hoch ist der Numerus Clausus 2024?
Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet "Numerus clausus" (NC) so viel wie "begrenzte Anzahl". Gemeint ist die Anzahl der Studentinnen und Studenten, die zu einem bestimmten Studienfach zugelassen wird. Man spricht auch von der Zulassungsbeschränkung. Im alltäglichen Sprachgebrauch hingegen bezeichnet der Begriff Numerus clausus den Abiturschnitt, der als Zulassungskriterium dient. Obwohl für viele Studiengänge eine Zulassungsbeschränkung gilt, ist in der Regel der NC für Medizin gemeint.
Der Numerus clausus für das Medizinstudium
Humanmedizin gehört nach wie vor zu den beliebtesten Studienfächern. Kein Wunder, denn als Arzt bzw. Ärztin stehen die Chancen auf eine glänzende Laufbahn und einen hohen Lohn überdurchschnittlich gut. Überdurchschnittlich gut muss jedoch auch der Abischnitt sein, wenn man als Abiturientin oder Abiturient einen Studienplatz für Medizin ergattern möchte. 2024 liegt der NC bei 1,0. Deshalb entscheiden sich immer mehr Abiturientinnen und Abiturienten für ein Medizinstudium im Ausland. Vor allem neuere EU-Mitgliedstaaten wie Ungarn, Lettland, die Slowakei oder Kroatien stehen ganz an der Spitze. An vielen Universitäten wird das Medizinstudium auf Englisch angeboten - ein großer Vorteil, falls man später in ein englischsprachiges Land auswandern möchte.
Zahlen und Fakten zum NC
Um jeden freien Studienplatz für Medizin bemühen sich im bundesweiten Durchschnitt drei bis vier Bewerberinnen und Bewerber. Zwölf Semester beträgt die typische Wartezeit, um einen Studienplatz zu erhalten - dies entspricht der Dauer des Studiums selbst. Außerdem ist der NC für Medizin allgegenwärtig, allerdings gibt es je nach Bundesland Unterschiede. Wer in Aachen, Heidelberg oder Dresden studieren möchte, muss ein Einser-Abi vorzeigen können. Für Greifswald, Jena oder Rostock liegt der NC bei 1,1.
Doch nicht allein der Numerus clausus entscheidet darüber, ob man zum Medizinstudium zugelassen wird. Denn über den NC wird nur ein Drittel aller Studienplätze vergeben. Bei weiteren 10 % der Studienplätze spielt die zusätzliche Eignungsquote eine Rolle. Das heißt, dass eine bestimmte Anzahl unabhängig vom Abischnitt vergeben wird. Die Wahl der Bewerberinnen und Bewerber für die Mehrheit der Studienplätze (60 %) basiert auf dem sogenannten Hochschulauswahlverfahren, bei dem zusätzliche Kriterien wie der TMS ("Medizinertest") oder eine bereits absolvierte Ausbildung in einem Gesundheitsberuf von Bedeutung sind.
Gibt es überall einen NC für Medizin?
Der NC ist eine Spezialität des DACH-Raumes. In anderen europäischen Ländern werden Abiturientinnen und Abiturienten, die Humanmedizin studieren möchten, keine Hürden in den Weg gestellt. So kann sich zum Beispiel in Frankreich jeder, der das baccalauréat bestanden hat, für Medizin einschreiben. Attraktiv wird das Studium außerhalb des DACH-Raumes auch dadurch, dass die Lebenshaltungskosten in anderen Ländern generell niedriger sind. Wenngleich man in Kroatien oder der Slowakei an die 5.000 Euro pro Semester hinblättern muss, werden diese Kosten dann anderswo wieder wettgemacht. Eine weitere Möglichkeit, den NC zu umgehen, bietet das Studium an einer Privatuniversität. Hier muss man jedoch beachten, dass die Kriterien dennoch streng sind.
Fazit
Der Numerus clausus bezeichnet den für die Zulassung zum Medizinstudium erforderlichen Abischnitt. Er liegt in der Regel bei 1,0. Als Alternative zum Medizinstudium in Deutschland bietet sich das Studium im EU-Ausland an. Die hohe Nachfrage nach Medizinstudienplätzen im Inland und die Zulassungsbegrenzung machen dieses Studium zu einer exklusiven Möglichkeit für diejenigen, die die strengen Anforderungen erfüllen können.
