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DKMS Stem Cell Bank: schnellere Hilfe und eine bessere Chance auf Heilung für Blutkrebspatient:innen

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Als weltweit erste Einrichtung stellt die DKMS Stem Cell Bank
kryokonservierte periphere Blutstammzellen für allogene Transplantationen
zur Verfügung.

Dresden, 6. Juni 2024 – Die internationale gemeinnützige Organisation DKMS
hat eine effizientere und schnellere Infrastruktur für die hämatopoetische
Stammzelltransplantation bei Blutkrebs aufgebaut: mit einer Stammzellbank
in Dresden sowie mit zwei neuen Stammzell-Entnahmezentren in der
sächsischen Landeshauptstadt und in Köln. Im Zentrum steht die DKMS Stem
Cell Bank, in der überschüssige adulte Stammzellen nach Kryokonservierung
als Adult Donor Cryopreserved Units (ADCUs) lagern und Patient:innen
weltweit für eine Transplantation zur Verfügung stehen.
Transplantationszentren und Sucheinheiten können die ADCUs über das DKMS
Registry und die Datenbank des Zentralen Knochenmarkspender-Registers
Deutschland (ZKRD) suchen und anfordern.  Bei der Transplantation nicht
verwandter hämatopoetischer Stammzellen sind die Verfügbarkeit des
Spenders und die Zeit von der Anfrage bis zur Transplantation
entscheidende Faktoren. Um eine möglichst schnelle Versorgung mit
lebensrettenden Stammzellen zu ermöglichen, dauert es nur wenige Tage von
der Anfrage der ADCUs bis zu deren Transport in die Klinik. Damit kann die
Transplantation deutlich schneller als bisher erfolgen. Und die
Stammzellspender:innen können auf diese Weise einem weiteren Menschen das
Leben retten. „Damit setzen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein in
unserer lebensrettenden Mission. Wir erhöhen so maßgeblich die
Überlebenschance von Patientinnen und Patienten in 60 Ländern, die sehr
schnell transplantiert werden müssen“, so Dr. Elke Neujahr, Global CEO der
DKMS Group, heute bei einem Pressetermin in Dresden.

Weltweit erhält alle 27 Sekunden ein Mensch die Diagnose Blutkrebs, in
Deutschland alle 12 Minuten. Für viele Blutkrebspatient:innen, die eine
Stammzelltransplantation benötigen, ist die Suche nach einer geeigneten
Spenderin oder einem Spender ein Wettlauf gegen die Zeit – nur etwa ein
Drittel wird innerhalb der Familie fündig. Die Mehrheit ist daher auf eine
nicht verwandte Spenderin oder einen nicht verwandten Spender angewiesen,
deren HLA-Merkmale bestmöglich mit den eigenen übereinstimmen. Je früher
ein Match gefunden wird und je schneller die Stammzellen die Erkrankten
erreichen, desto besser sind die Überlebens- und langfristigen
Heilungschancen.

Bessere Aussichten für Blutkrebspatient:innen

Ist ein passender allogener (nicht verwandter) Spender identifiziert,
dauert es in der Regel mehrere Wochen, bis die Stammzellen entnommen und
die Transplantation erfolgen können. Mit bereits kryokonservierten
Stammzellen liegen nur drei Tage zwischen der ersten Anfrage und dem
Transport in die Klinik. Bei einigen Blutkrebserkrankungen erhöht eine
schnelle Transplantation den Behandlungserfolg. „Dies war die anfängliche
Motivation für den Ausbau unserer Aktivitäten als Stammzellbank. Unter dem
Druck der Corona-Pandemie verfestigten sich unsere Pläne, auch ohne die
Präsenz von Spenderinnen und Spendern Stammzellen vorhalten zu können, die
zu 100 Prozent und sofort verfügbar sind. Das Ergebnis ist nun eine
innovative und zukunftsweisende Einrichtung, die auch unter
nichtpandemischen Bedingungen die Blutkrebserkrankung schneller und
effizienter behandelbar macht", berichtet Dr. Dr. Alexander Schmidt,
Global Chief Medical Officer der DKMS Group gGmbH, anlässlich der
Vorstellung der neuen Infrastruktur in Dresden. Ursprünglich als
Nabelschnurblutbank gegründet, verfügt die DKMS Stem Cell Bank über
langjährige Erfahrung und umfassende Expertise in der Kryokonservierung.

Kryokonservierte Stammzellen ohne zusätzliche Belastung für Spender:innen

Bis heute ist dieser Ansatz weltweit einzigartig, sehr unkompliziert und
ethisch einwandfrei gegenüber den Spender:innen. „Unserer Erfahrung nach
mobilisieren viele Spenderinnen und Spender deutlich mehr Stammzellen, als
eine erkrankte Person tatsächlich benötigt“, so Dr. med. Alexander Platz,
ärztlicher Leiter der DKMS Stem Cell Bank. Spender:innen, die bereits für
eine bestimmte Person spenden, müssen vor der Apherese einwilligen, ihre
Stammzellen auch in der Stammzellbank einzulagern. Sind sie einverstanden,
werden die Stammzellen, die bei ihrer Entnahme über die für den Patienten
benötigte Menge hinausgehen, kryokonserviert und bei -180 °C in der
Gasphase über flüssigem Stickstoff gelagert. „Auf diese Weise können
unsere Spender und Spenderinnen mit einer einzigen Spende potenziell zwei
Leben retten", so Dr. Platz. Für die Spender:innen bedeutet die Entnahme
überschüssiger Zellen lediglich eine etwas längere Apheresezeit. Die DKMS
berücksichtigt zunächst nur Spender:innen mit besonders häufigen HLA-
Genotypen und einer damit verbundenen höheren Wahrscheinlichkeit, von
einem Transplantationszentrum angefragt zu werden. Seit November 2023
werden die ersten Stammzellen in Dresden kryokonserviert. Bisher lagern in
den Kryotanks der gemeinnützigen Organisation ca. 70 verfügbare Präparate.
Die DKMS arbeitet nun daran, diese Anzahl sukzessive zu erhöhen.

Ein weltweites Netzwerk mit Fokus in Dresden

Neben der DKMS Stem Cell Bank eröffnete die Organisation bereits im April
2023 das erste DKMS Collection Center in Dresden. Im Oktober folgte der
Launch des DKMS Collection Centers in Köln. Damit schließt die DKMS die
gesamte Kette der Spenderbetreuung: von der Neuregistrierung über die
Entnahme von Stammzellen bis hin zur Nachbetreuung. In den beiden DKMS
Collection Centern sowie dem Apheresezentrum des Universitätsklinikums
Carl Gustav Carus Dresden finden die Entnahmen der DKMS Spender:innen
statt, deren Spenden in der Stammzellbank eingelagert werden. „Dieses
Netzwerk an Entnahmezentren bauen wir weiter aus. Je mehr Stammzellen wir
einlagern können, desto wahrscheinlicher können wir im Wettlauf gegen die
Zeit schnell Menschen die Hoffnung auf Leben schenken", so Dr. Elke
Neujahr.

Weitere Einrichtungen am Wissenschaftsstandort Dresden, mit denen die DKMS
zur Forschung und Entwicklung im Bereich der Stammzellspende beiträgt,
sind das DKMS Life Science Lab, die Clinical Trials Unit und die
Collaborative Biobank.

Digitale Pressemappe: https://mediacenter.dkms.de/pressemappe/cc-scb/

Bilder für Ihre Veröffentlichung
Weitere Bilder finden Sie unter https://mediacenter.dkms.de/media

Über die DKMS

Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, deren Ziel es
ist, weltweit so vielen Blutkrebspatient:innen wie möglich eine zweite
Lebenschance zu geben. Sie wurde 1991 in Deutschland von Dr. Peter Harf
gegründet und sorgt seither dafür, dass immer mehr Patient:innen eine
lebensrettende Stammzellspende erhalten. Bei der DKMS sind mehr als 12
Millionen potenzielle Spender:innen registriert, bis heute hat die
Organisation mehr als 115.000 Stammzellspenden vermittelt. Die DKMS ist
außer in Deutschland in den USA, Polen, UK, Chile, Indien und Südafrika
aktiv. Durch internationale Projekte und Hilfsprogramme verschafft die
DKMS noch mehr Menschen weltweit Zugang zu einer lebensrettenden Therapie.
Darüber hinaus engagiert sich die DKMS in den Bereichen Medizin,
Wissenschaft und Forschung, um die Heilungschancen von Patient:innen zu
verbessern. In ihrem Hochleistungslabor, dem DKMS Life Science Lab, setzt
die Organisation weltweit Maßstäbe für die Typisierung potenzieller
Stammzellspender:innen, um so das perfekte Match für eine Transplantation
zu finden.