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Neues Handlungskonzept soll Messungen an staugeregelten Gewässern verbessern

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Vom 4. bis 6. Juni 2024 trafen sich Vertreter/-innen der Wasserstraßen-
und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), von Landesämtern, sowie von
Wasserwirtschafts-verbänden, um gemeinsam Durchflussmessungen an
staugeregelten Gewässern zu optimieren. Das Anwendertreffen organisierte
die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Kooperation mit dem
Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Spree-Havel. Ziel des Treffens
war die Erarbeitung eines Handlungskonzepts.

„Die Bestimmung der Abflussmengen von Fließgewässern mit Wehren oder
anderen Querbauwerken sind aufgrund der geringen und unsteten Strömung
besonders herausfordernd“, sagt Dr. Ole Rößler. Der Hydrologe ist
Ansprechperson der BfG für alle Fragen rund um das Thema Hydrometrie und
war für die Vorbereitung und Durchführung des 10. „ADCP Anwendertreffens“
verantwortlich.

Neben dem Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden standen bei dem Treffen
Durchflussmessungen an zwei Standorten der Havel im Mittelpunkt. Die
Messungen fanden in sogenannter Regatta-Form statt: Dazu befuhren die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit (Mess-)Booten zeitgleich eine vorher
abgestimmte Strecke. Die eigentliche Messung fand mittels Ultraschall-
Doppler-Profil-Strömungsmesser (ADCP) statt. ADCP-Messgeräte erfassen die
lokale Strömungsgeschwindigkeit eines Fließgewässers über die sogenannte
Doppler-Frequenzverschiebung. Dabei sendet das Messgerät ein Schallsignal
aus und ermittelt aus der Frequenzverschiebung des Rückstrahls von
Streukörpern in der Wassersäule, wie etwa Plank-ton oder umhertreibenden
Sedimente, die Fließgeschwindigkeit.

„Die Kenntnis über Fließgeschwindigkeiten und -richtungen ermöglicht es,
die Abflussmenge an einem bestimmten Punkt eines Gewässers zu bestimmen.
Dieses Wissen ist einerseits eine wichtige Grundlage für die Schifffahrt.
Andererseits helfen uns diese Daten auch bei unseren Bestrebungen, die
ökologische Qualität eines Gewässers zu erhalten oder wiederherzustellen“,
sagt Thomas Born vom WSA Spree-Havel, Mitorganisator der Veranstaltung.
„Die Weiterentwicklung einer qualitativ und quantitativ hochwertigen
Grundlagendatenerfassung ist für die WSV von elementarer Bedeutung, gerade
vor dem Hintergrund, dass die wasserwirtschaftlichen Anforderungen an die
Flussgebiete immer vielfältiger werden“, so Thomas Born weiter.

Handlungsempfehlung zu Messungen in staugeregelten Gewässern

Am letzten Veranstaltungstag trugen die Teilnehmer/-innen die Erfahrungen
aus ihren Regionen bei der Messung staugeregelter Gewässer zusammen und
diskutierten über die Ergebnis-se des Vortrags. Dies dient der BfG im
Nachgang als Basis für das eigentliche Handlungskonzept, das zeitnah
ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt werden soll.

Veranstaltungsort des ADCP-Anwendertreffens war das Haus der Flüsse
Havelberg. Das Natura 2000-Informationszentrum des Biosphärenreservates
Mittelelbe ist Anlaufstelle für naturinteressierte Gäste und
Anwohner/-innen Havelbergs und Umgebung. „Der fachliche Austausch und die
Vernetzung im Rahmen der Umweltforschung gehören neben der Förderung von
nachhaltigen Wirtschaftsformen und der naturschutzfachlichen Entwicklung
unserer wertvollen Flussauen zu den Kernthemen des Biosphärenreservates
Mittelelbe. Fachveranstaltungen wie das ADCP-Anwendertreffen stärken
insbesondere den notwendigen Wissenstransfer in Region und sind daher auch
in Zukunft sehr gern in unseren Informationszentren gesehen.“, freut sich
Fachbereichsleiter Philipp Ritzmann.