DGSM-Aktionstag Erholsamer Schlaf 2024: Einladung zur Online- Pressekonferenz am 18. Juni, 11 Uhr
Der Schlaf hängt von vielerlei gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab. So
sind Hass und die Hetze in den modernen sozialen Medien beispielsweise
Ursache für qualitativ schlechten Schlaf. Dies betrifft interessanterweise
nicht nur die Opfer des Cybermobbings, sondern auch die Täter. Studien
konnten belegen, dass es auf beiden Seiten zu einer Verkürzung der
Gesamtschlafdauer und zu Ein- und Durchschlafproblemen kommt.
Wer in den Genuss einer hohen Bildung kommt hat eine höhere
Wahrscheinlichkeit gesund zu schlafen. Führungskräfte und Selbstständige
schlafen tendenziell besser. Geld scheint tatsächlich ein gutes Ruhekissen
zu sein. Höhere Einkommen gehen mit einer höheren Schlafqualität und
weniger Schlafstörungen einher. Menschen mit geringem Verdienst und
Menschen ohne Arbeit schlafen ebenfalls schlechter. Wer verwitwet,
geschieden oder aus anderen Gründen alleinstehend ist, hat ebenfalls
weniger von dem nächtlichen Lebenselixier.
Aufgrund der raschen entwicklungsbedingten Veränderungen des Gehirns
besteht bei Kindern ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von
Schlafproblemen. Studien weisen darauf hin, dass Schlafprobleme in der
Kindheit langfristige kognitive Folgen haben können und das Risiko für die
Entwicklung von Angststörungen, Depressionen, Aufmerksamkeitsstörungen,
Störungen des Sozialverhaltens sowie Autismus-Spektrum-Störungen erhöhen.
Deshalb ist die Förderung einer optimalen Schlafqualität in dieser
sensiblen Lebensphase von besonderer Bedeutung. Eine Integration dieses
Themas in die verpflichtenden kinderärztlichen Untersuchungen, die
Kindertagesbetreuung und die Grundschule sind empfehlenswert.
Ältere schlafgestörte Patienten sind eine Hauptzielgruppe der Verordnung
von Schlafmittel. Ein Report der AOK aus dem letzten Jahr geht von einer
deutlichen Übermedikation älterer Menschen mit Schlafmitteln aus.
Schlafmediziner warnen hier vor den Gefahren und verweisen auf ein großes
Spektrum nicht-medikamentöser Therapiemöglichkeiten. Zudem müssen in
Alters- und Pflegeheimen strukturelle Veränderungen eingeführt werden, die
dem Stand der Schlafforschung Rechnung tragen, und die es den älteren
Menschen ermöglichen auch in diesen Institutionen den Schlaf zu bekommen,
der ihnen zusteht.
Auf einer Online-Pressekonferenz am 18.6. 2024 um 11 Uhr werden Experten
der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)
über diese und die weiteren folgenden Themen vertiefend informieren:
„Ist Geld tatsächlich ein gutes Ruhekissen? Wie sich die soziale Stellung
auf den Schlaf auswirkt“
„Die Schlafräuber der modernen Industriegesellschaft: So beeinflussen die
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unseren Schlaf“
„Geschlechterunterschiede beim Schlaf – Ungerecht? Unveränderbar?“
„Alt werden ist nichts für Feiglinge: Schlafhandicaps in Altenheim und
Pflege“
"Die Schlaffee kommt! Damit Kinder und Jugendliche lernen, warum Schlaf
wichtig ist - bevor sie Schlafprobleme haben“
Die Gesprächspartner:
Dr. Dora Triché
Pneumologin, Leiterin des Schlaflabors und der Abteilung für nichtinvasive
Beatmung am Klinikum Nürnberg; sie ist Mitglied des Vorstandes der DGSM
und stellvertretender Vorstand der Bayerischen Gesellschaft für
Schlafmedizin
PD Dr. Anna Heidbreder
Oberärztin und Stellvertreterin des Vorstands der Universitätsklinik für
Neurologie am Kepler Universitätsklinikum Linz; sie ist Vorstandsmitglied
der DGSM und der ÖGSM
Dipl.-Psych. Markus. B. Specht
Leiter des Zentrums für interdisziplinäre Schlafmedizin der DKD HELIOS
Klinik Wiesbaden, er ist Psychologischer Psychotherapeut
(Verhaltenstherapie) und Mitglied des Vorstands der DGSM
Dr. Hans-Günter Weeß
Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut und Leiter der
schlafmedizinischen Abteilung des Pfalzklinikums Klingenmünster sowie
Autor zahlreicher schlafmedizinischer Bücher
Assoc.-Prof. Dr. Kerstin Hoedlmoser
Klinische-/Gesundheits-/Sportp
Labor für Schlaf-, Kognitions- und Bewusstseinsforschung am Fachbereich
Psychologie der Universität Salzburg; sie ist Mitinitiatorin der
internationalen Kampagne „Schlaf als Kinder-/Patientenrecht“ und
wissenschaftlicher Beirat der ÖGSM
Moderation:
Univ. Prof. (i.R.) Dr. rer. soc. Dipl. Psych. Dieter Riemann
Vorstandsreferent der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und
Schlafmedizin (DGSM)
Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)
nutzt jährlich den 21. Juni als längsten Tag des Jahres für einen eigenen
nationalen Schlaftag. Mit dem DGSM-Aktionstag Erholsamer Schlaf will die
Gesellschaft kontinuierlich auf die Bedeutung des Themas Schlaf aufmerksam
machen und dafür sensibilisieren. Das Motto in diesem Jahr lautet „Ein
Recht auf Schlaf“ und soll beleuchten, welche politische und
gesellschaftliche Relevanz Schlaf hat.
Zur Teilnahme an der Online-Pressekonferenz ist eine Anmeldung
erforderlich. Sie erhalten dann die Einwahldaten. Bitte senden Sie dazu
einfach eine E-Mail an
ein Statement zu seinem Thema abgeben und dann besteht die Möglichkeit
Fragen zu stellen.
