ie Hälfte der Schwerverletzten verunglückt im Straßenverkehr
Nahezu die Hälfte aller im Krankenhaus behandelten schwerverletzten
Unfallopfer ist auf Verkehrsunfälle zurückzuführen. Darauf macht die
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) anlässlich
des Aktionstages „Tag der Verkehrssicherheit“ am 15. Juni 2024 aufmerksam.
„Neben der Versorgung von Schwerverletzten liegt uns die Unfallverhütung
am Herzen. Wir raten zum Tragen eines Fahrradhelms, wir fördern kluge
Entscheidungen von jungen Fahranfängern und rufen zu gegenseitiger
Rücksichtnahme im Straßenverkehr auf“, sagt DGOU-Präsident Prof. Dr.
Andreas Seekamp, Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am Campus Kiel.
Als „schwerverletzt“ wird ein Patient im TraumaRegister DGU® (TR-DGU)
erfasst, wenn er aufgrund seiner schweren Verletzungen im Schockraum des
Krankenhauses aufgenommen und anschließend auf der Intensiv- oder
Überwachungsstation weiterbehandelt werden muss. Das TraumaRegister zählt
hierbei pro Jahr insgesamt durchschnittlich 30.000 Schwerverletzte, dazu
zählen beispielsweise auch Schwerverletzte durch Stürze. Neben den in
Lebensgefahr schwebenden Patienten gibt es weitaus mehr
Krankenhausbehandlungen nach Verkehrsunfällen. In Deutschland werden
Schwerverletzte in der Regel in einem der über 600 TraumaZentren der
Initiative TraumaNetzwerk DGU® behandelt. Diese Kliniken sind speziell
ausgestattet und bieten den Unfallopfern die besten Überlebenschancen.
„Ein Unfall kann das Leben plötzlich auf den Kopf stellen. Wenn es
passiert, muss man sich auf bestmögliche Hilfe verlassen können“, sagt
Seekamp.
Zur Arbeit von Orthopäden und Unfallchirurgen gehört auch die Prävention
von Verletzungen. Entsprechend der Verkehrsunfallschwerpunkte gibt es
unter anderem folgende Punkte in ihrer Verkehrsunfallprävention:
Helm auf beim Fahrradfahren
Rund 25 Prozent der Schwerverletzten im Straßenverkehr sind laut TR-DGU
Fahrradfahrende. Bei Schwerverletzten ist vor allem der Kopf betroffen.
„Daher raten wir Zweiradfahrenden, egal ob mit E-Bike, E-Roller oder
klassischem Fahrrad: Der Helm muss auf den Kopf“, sagt PD Dr. Christopher
Spering, DGOU-Sektionsleiter Prävention und Vorsitzender des
Vorstandsausschusses Verkehrsmedizin des Deutschen
Verkehrssicherheitsrats.
Kluge Entscheidungen von jungen Verkehrsteilnehmenden fördern
Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ein Motorrad- oder Autounfall
die häufigste Unfallursache unter den Schwerverletzten bei den
Verkehrsunfällen. Mit dem Unfallpräventionsprogramm P.A.R.T.Y. richten
sich Orthopäden und Unfallchirurgen an Jugendliche zwischen 15 und 18
Jahren. Dabei besuchen Schüler in ihrem Klassenverband eine Unfallklinik
in ihrer Region und erleben einen Tag lang, wie Schwerverletzte nach einem
Verkehrsunfall versorgt werden. Sie durchlaufen einen Parcours vom
Rettungsdienst über den Schockraum und der Intensivstation bis hin zur
Rehabilitation – wichtige Stationen, die ein Schwerverletzter erlebt.
„Ziel des P.A.R.T.Y.-Programms ist es, Jugendliche darin zu bestärken,
dass sie im Straßenverkehr keine unnötigen Risiken eingehen und sie dafür
zu sensibilisieren clever und bedacht Entscheidungen zu treffen“, sagt
Spering.
Die schwächsten Verkehrsteilnehmenden im Blick behalten
Kinder werden meist als Zufußgehende im Straßenverkehr verletzt. „Uns
fällt auf, dass der Verkehrsraum immer enger und unübersichtlicher wird.
Insbesondere Kleinkindern fehlt aufgrund ihrer Körpergröße einmal mehr der
Überblick. Zudem sind sie im Verkehrsraum sehr unerfahren. Daher
appellieren wir unermüdlich zu gegenseitiger Rücksichtnahme im
Straßenverkehr“, sagt Spering.
Referenzen:
1) Schwerverletzten-Monitor der Deutschen Gesellschaft für
Unfallchirurgie/Zahlen und Fakten zur Verletztenversorgung
https://dgou.de/ePaper/verletz
