Hummel-Challenge im Sommer: Per App Hummeln melden
Citizen-Science-Projekt soll dabei helfen, mehr über die Vielfalt und
Verbreitung von Hummeln in Deutschland herauszufinden. Vom 20. Juni bis 3.
Juli kann jede*r mitmachen und möglichst viele verschiedene Hummeln
fotografieren.
Braunschweig (18. Juni 2024). Das Team des Wildbienen-Monitorings in
Agrarlandschaften am Thünen-Institut richtet die Hummel-Challenge 2024
deutschlandweit in Kooperation mit dem BUND Naturschutz Bayern aus. Die
Challenge findet einmal im Frühjahr und einmal im Sommer statt. „Im ersten
Zeitraum wurden vor allem Hummel-Königinnen erfasst, die im Frühjahr
unterwegs sind“, sagt Dr. Sophie Ogan, Projektverantwortliche für die
Hummel-Challenge am Thünen-Institut. Da die Hummeln im Sommer generell am
aktivsten und die Völker am größten sind, geht es vom 20. Juni bis 3. Juli
erneut darum, möglichst viele verschiedene Hummeln auf unterschiedlichen
Pflanzen zu fotografieren. Hummel-Fotos können über die Webseite
Oberservation.org oder mit Hilfe der Bestimmungs-App ObsIdentify
hochgeladen werden.
Mitmachen ist ganz einfach: Die kostenlose App ObsIdentify herunterladen,
Benutzeraccount anlegen, in der Natur so viele verschiedene Hummelarten
wie möglich fotografieren und in der App speichern. Für die Teilnahme sind
keine Artenkenntnisse nötig: Eine KI bestimmt die Hummeln anhand der
hochgeladenen Fotos. Zusätzlich überprüfen Hummel-Expert*innen die
Meldungen. Unter den besten zehn Teilnehmer*innen werden anschließend
tolle Preise verlost.
Die besten Chancen, verschiedene Hummelarten zu entdecken, haben
Hummelsucher*innen dort, wo viele verschiedene Blütenpflanzen zu finden
sind. Dr. Sophie Ogan erklärt, wie gute Fotos von Hummeln gelingen: „Am
einfachsten ist es, Hummeln beim Blütenbesuch zu fotografieren. Hier
sammeln sie Pollen und trinken Nektar und halten dafür kurz still. Die
Fotos sollten die Hummel vollständig zeigen und scharf gestellt sein. Für
die Forschung ist es außerdem spannend, wenn die Nahrungspflanze zu
erkennen ist.“
Teilnehmer*innen können in der App pro Meldung auch mehrere Fotos der
Hummel aus unterschiedlichen Perspektiven hochladen. Das erleichtert die
Bestimmung. Sollte ein Art nicht identifizierbar sein, wird die Hummel
aufgrund der erkennbaren Merkmale einer Sammelgruppe zugeordnet. Wichtig
ist, dass die Hummeln nicht gestört, gefangen oder gar getötet werden
dürfen.
Hummeln zählen zu den wichtigsten Bestäubergruppen sowohl für die
Landwirtschaft als auch für viele Wildpflanzen. Die Fotos aus der Hummel-
Challenge liefern eine wichtige Datengrundlage für die Forschung. „Wir
wünschen uns, dass möglichst viele Interessierte mitmachen und so dabei
helfen, das Wissen über Hummeln zu vergrößern. Durch die beim
Fotografieren gespeicherten Geodaten ist nachvollziehbar, wo welche Hummel
gesichtet wurde“, sagt Martina Gehret, Projektverantwortliche beim BUND
Naturschutz.
Wer sich über die Hummel-Challenge hinaus engagieren will, kann im Hummel-
Monitoring des Thünen-Instituts mitmachen. In diesem Citizen-Science-
Projekt erfassen Ehrenamtliche von März bis Oktober Hummeln auf einer
festgelegten Strecke. Die dafür nötige Artenkenntnis wird in Schulungen
vermittelt. Zum Zustand und zur Entwicklung von Wildbienenbeständen gibt
es bisher in Deutschland keine repräsentative Datengrundlage. Im
Forschungsprojekt „Wildbienen-Monitoring in Agrarlandschaften“ am Thünen-
Institut für Biodiversität werden deshalb Methoden zur bestandschonenden
Erfassung von Wildbienen in landwirtschaftlich genutzten Räumen entwickelt
und getestet. Das Projekt ist Teil des Verbundprojekts MonViA, dem
bundesweiten Monitoring der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften.
