Blumen und Brandsätze - Buchvorstellung mit Klaus Neumann & Jan Philipp Reemtsma
Blumen und Brandsätze. Eine deutsche Geschichte 1989-2023
Mittwoch, 03. Juli 2024, 18.30 Uhr
Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Gartensaal
Goethestraße 31, 45128 Essen
Spätestens seit den 1980er Jahren erregt kaum etwas die Öffentlichkeit so
sehr wie die Frage, wie viele und welche Menschen, „die wir nicht gerufen
haben“, Deutschland aufnehmen sollte. Klaus Neumann beschäftigt sich mit
Antworten auf diese Frage: von Forderungen nach der Änderung von Artikel
16 des Grundgesetzes in den frühen 1990er Jahren über die sogenannte
Willkommenskultur 2015 bis zur Neuauflage der Behauptung, das Boot sei
voll, nach der Ankunft von Flüchtlingen aus der Ukraine 2022.
Der Historiker untersucht die unterschiedlichen Motivationen, Schutz zu
gewähren oder Schutzsuchende abzuweisen. Im Mittelpunkt seiner Betrachtung
stehen dabei lokale und lokalpolitische Auseinandersetzungen: im Westen
Hamburgs und im südöstlichen Sachsen. Er macht anschaulich, wie sehr
Aushandlungsprozesse um die lokale Aufnahme von DDR-Übersiedlern und
Asylsuchenden, Aussiedlerinnen und Kriegsflüchtlingen verquickt waren mit
Debatten über Rassismus und Rechtsextremismus, demokratische Teilhabe
sowie west- und ostdeutsche Identitäten. Das Buch ermöglicht neue
Einblicke in dreieinhalb Jahrzehnte deutscher Geschichte und ist zugleich
ein Plädoyer für eine umfassende und gut informierte Debatte über die
Frage, warum Deutschland Schutzsuchende aufnehmen sollte.
BEGRÜßUNG
Julika Griem, KWI-Direktorin
DISKUTANTEN
Klaus Neumann, Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und
Kultur
Jan Philipp Reemtsma, Vorstand der Hamburger Stiftung zur Förderung von
Wissenschaft und Kultur
MODERATION
Danilo Scholz, KWI
TEILNAHME
Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
VERANSTALTER
Eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) in
Kooperation mit der Hamburger Edition
Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist ein
interdisziplinäres Forschungskolleg für Geistes- und Kulturwissenschaften
in der Tradition internationaler Institutes for Advanced Study. Als
interuniversitäres Kolleg der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen
Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen arbeitet das
Institut mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seiner
Trägerhochschulen und mit weiteren Partnern in NRW und im In- und Ausland
zusammen. Innerhalb des Ruhrgebiets bietet das KWI einen Ort, an dem die
Erträge ambitionierter kulturwissenschaftlicher Forschung auch mit
Interessierten aus der Stadt und der Region geteilt und diskutiert werden.
Derzeit stehen folgende Forschungsschwerpunkte im Mittelpunkt:
Kulturwissenschaftliche Wissenschaftsforschung, Kultur- und
Literatursoziologie, Wissenschaftskommunikation, Visual Literacy sowie ein
„Lehr-Labor“. Fortgesetzt werden außerdem die Projekte im
Forschungsbereich Kommunikationskultur sowie Einzelprojekte.
www.kulturwissenschaften.de
