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Neues KI-Programm übersetzt in fünf rätoromanische Idiome

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«Alas» ist ein neues Übersetzungsprogramm für Deutsch ins Rätoromanisch
und wurde gemeinsam von der Universität Zürich und der Lia Rumantscha
entwickelt. Es generiert auf Knopfdruck gratis Übersetzungen in jedes der
fünf Idiome des Rätoromanischen sowie in die Schriftsprache Rumantsch
Grischun.



Rätoromanisch hat fünf verschiedene Sprachvarianten – Sursilvan,
Sutsilvan, Surmiran, Puter und Vallader –, die insgesamt von rund 100’000
Menschen gesprochen werden. Die Diversität dieser Idiome ist eine
Herausforderung, wenn KI-Programme auch Rätoromanisch unterstützen sollen.

Um den Stand der Technik zu verbessern, kontaktierte die Lia Rumantscha,
der Dachverband aller romanischen Sprachvereine, ein KI-Forschungsteam an
der Universität Zürich. Gemeinsam haben sie nun das erste
Übersetzungsprogramm entwickelt, das die fünf Idiome unterstützt. Es
heisst «Alas» (rätoromanisch für ‹Flügel›) und kann Texte automatisch von
Deutsch in die rätoromanischen Idiome übersetzen und zurück. Zusätzlich zu
den Idiomen wird auch die Schriftsprache Rumantsch Grischun unterstützt.

Erstes Übersetzungsprogramm dieser Art

KI-Assistenten wie ChatGPT beherrschen zwar bereits heute zu einem
gewissen Grad Rumantsch Grischun. So hat das UZH-Spin-off «Supertext»
bereits vor vier Jahren ein Übersetzungsprogramm für die Schriftsprache
auf den Markt gebracht. Doch die fünf Idiome des Rätoromanischen waren bis
jetzt zu schwierig für die KI.

«Alas» wurde nun gezielt auf Tausenden von Beispieltexten trainiert. «Am
Anfang brachte das KI-Modell die Idiome noch durcheinander», sagt Jannis
Vamvas, Computerlinguist an der Universität Zürich, «doch im Lauf des
Trainings wurde es immer besser darin, sie auseinanderzuhalten.» Zu
Trainingszwecken übersetzte «Alas» Berichte von RTR und Zeitungsartikel,
aber auch literarische Werke, Schulbücher, sowie Texte von Gemeinden und
dem Kanton Graubünden.

Vielversprechender Blindtest

Nach dem Training von «Alas» lud das Forschungsteam Muttersprachler:innen
der fünf Idiome zu einem Blindvergleich ein. Der Test wurde für
Übersetzungen vom Deutschen ins Rätoromanisch durchgeführt, weil dort die
meisten Schwierigkeiten bestehen. «Der Blindvergleich hat uns bestätigt,
dass ‹Alas› deutlich bessere Übersetzungen produziert als bestehende KI-
Assistenten», sagt Jannis Vamvas von der Universität Zürich. «Die
Übersetzungen sind inhaltlich genauer und werden für idiomatischer
befunden.» Noch besser schnitten nur von Menschen gemachte Übersetzungen
ab.

Benutzen kann man das Übersetzungsprogramm «Alas» gratis über die Website
alas.liarumantscha.ch. Für Technikprofis ist das zugrundeliegende KI-
Modell zudem als Open-Source-Software zugänglich – sie können es unter die
Lupe nehmen und gegebenenfalls weiterentwickeln.

Literatur:
Jannis Vamvas, Ignacio Pérez Prat, Angela Heldstab, Dominic P. Fischer,
Sina Ahmadi, Rico Sennrich. Translation Asymmetry in LLMs as a Data
Augmentation Factor: A Case Study for 6 Romansh Language Varieties.
Preprint. 2026. Doi: 10.48550/arXiv.2603.25489
URL: https://arxiv.org/abs/2603.25489