DGRh zum Welt-Lupus-Tag 2026: Krankheitskontrolle heute möglich, langfristig Perspektiven auf Heilung
Die Behandlung des systemischen Lupus erythematodes (SLE) hat in den
vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Anlässlich des Welt-
Lupus-Tags rückt die DGRh diese Entwicklung in den Fokus. Die chronisch-
entzündliche Autoimmunerkrankung betrifft fast eine von 1.000 Frauen,
meist im gebärfähigen Alter und einen von 10.000 Männern.
Für viele
Betroffene ist heute eine stabile Krankheitskontrolle erreichbar – und
innovative Therapien eröffnen langfristig neue Perspektiven. Zugleich
betont die DGRh, dass diese Fortschritte nur greifen, wenn die Erkrankung
früh erkannt und optimal gemanagt wird, und fordert daher einen besseren
Zugang zu spezialisierter Versorgung.
Sie finden diese Meldung auch unter: https://www.dgrh.de/pressemitt
/krankheitskontrolle-heute-moe
Beim SLE richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper und
verursacht Entzündungen. Typisch sind Beschwerden wie Gelenkschmerzen,
Hautveränderungen oder Fieber. Häufig sind auch innere Organe betroffen,
insbesondere die Nieren. Da die Symptome oft unspezifisch sind, wird die
Erkrankung nicht immer früh erkannt. Ohne rechtzeitige Diagnose und
gezielte Behandlung drohen bleibende Organschäden. Eine frühzeitige
Diagnose und konsequente Therapie sind daher entscheidend.
Aktuelle Studie: Remission ist heute für viele erreichbar
Mit der aktuellen S3-Leitlinie verfolgt die DGRh konsequent einen Treat-
to-target-Ansatz: Ziel ist es, eine Remission oder höchstens niedrige
Krankheitsaktivität zu erreichen und dauerhaft zu halten. Eine aktuelle
Studie aus Dresden zeigt, dass diese Therapieziele im klinischen Alltag
zunehmend erreicht werden. Bei 88 von 100 Patientinnen und Patienten
gelang es, die Erkrankung gut zu kontrollieren, etwa 80 Prozent erreichten
sogar eine vollständige Remission. „Unsere Daten zeigen, dass das Ziel
Remission auch beim SLE für viele Patientinnen und Patienten erreichbar
sind. Das unterstreicht die Wirksamkeit konsequenter, zielgerichteter
Therapiestrategien“, sagt DGRh-Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Martin
Aringer.
Therapiefortschritte: bessere Prognosen und neue Perspektiven
Auch bei Nierenbeteiligung (Lupus-Nephritis) durch SLE haben sich die
Therapieoptionen deutlich verbessert. Neue europäische Empfehlungen setzen
auf den frühen Einsatz kombinierter Therapien, um schneller und
nachhaltiger die Nierenfunktion zu stabilisieren, Krankheitsschübe zu
verhindern und langfristige Schäden zu vermeiden – und so Prognose und
Lebensqualität zu verbessern.
Darüber hinaus eröffnen innovative Zelltherapien ganz neue Perspektiven.
Erste klinische Studien mit CD19-CAR-T-Zellen zeigen, dass bei schwer
behandelbarem SLE – und anderen Autoimmunerkrankungen – tiefe Remissionen,
ohne weitere immunsuppressive Therapie möglich sind. Dieser maßgeblich in
Erlangen begonnene Ansatz zielt darauf ab, das fehlgesteuerte Immunsystem
„neu zu programmieren“ – ein Konzept, das langfristig in Richtung Heilung
führen könnte.
Frühe Diagnose entscheidet über den Behandlungserfolg
Trotz dieser Fortschritte bleibt die frühzeitige Diagnose eine
Herausforderung. Unspezifische Symptome führen häufig zu Verzögerungen,
wodurch wertvolle Zeit für eine wirksame Therapie verloren geht. Die DGRh
empfiehlt daher ein strukturiertes diagnostisches Vorgehen sowie die
frühzeitige Vorstellung in spezialisierten Zentren. „Wir sehen heute, dass
wir bei vielen Patientinnen und Patienten eine stabile Krankheitskontrolle
erreichen können. Gleichzeitig zeigen neue Therapieansätze, dass
langfristig sogar eine Heilung denkbar wird. Entscheidend bleibt, die
Erkrankung früh zu erkennen und konsequent nach modernen Therapiezielen zu
behandeln“, betont DGRh-Präsident Prof. Dr. med. Ulf Wagner, Leipzig.
Bei Abdruck Beleg erbeten.
Veranstaltungshinweis:
Patiententag zum Welt-Lupustag in Berlin am 09. Mai 2026 im Rahmen des
40-jährigen Bestehens der Selbsthilfegemeinschaft Lupus Erythematodes.
Anmeldung unter: https://lupus-rheumanet.org/lu
Originalpublikation:
Literatur:
Mucke, J., et al. Management des systemischen Lupus erythematodes –
inklusive sekundärem Antiphospholipidsyndrom, Kinderwunsch und
Schwangerschaft. Z Rheumatol 84 (Suppl 3), 83–111 (2025).
https://doi.org/10.1007/s00393
Müller, F., et al. CD19 CAR-T cells for treatment-refractory autoimmune
diseases: the phase 1/2 CASTLE basket trial. Nat Med 32, 1142–1151 (2026).
https://doi.org/10.1038/s41591
Hüther, K. et al. Treating-to-target: remission and low disease activity
in systemic lupus erythematosus versus rheumatoid arthritis, Rheumatology,
Volume 65, Issue 2, February 2026, keag045,
https://doi.org/10.1093/rheuma
Fanouriakis, A., et al. EULAR recommendations for the management of
systemic lupus erythematosus with kidney involvement: 2025 update, Ann
RheumDis 2025, https://doi.org/10.1016/j.ard.
