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Fraunhofer FEP nimmt Biolabor mit Schutzstufe 2 in Betrieb

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Das Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP hat
die behördliche Genehmigung für die Aufnahme von Tätigkeiten mit
biologischer Schutzstufe 2 erhalten. Damit eröffnet der Laborkomplex neue
Forschungs- und Testmöglichkeiten für Industrie- und Projektpartner. Diese
Zulassung markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der
Biomedizinischen Laboreinheit am Institut.

Das Fraunhofer FEP hat mit der Errichtung des Gebäudes RESET E die
infrastrukturellen Grundlagen für innovative biomedizinische und
biotechnologische Forschung geschaffen. Der großzügige Laborkomplex im
Erdgeschoss des Neubaus wurde im Herbst 2023 durch die Arbeitsgruppe
„Biomedizinische Laboreinheit“ bezogen und in Betrieb genommen. Nach einer
sorgfältigen Dokumentation und Anzeige der geplanten Tätigkeiten sowie
einer Begehung durch die Landesdirektion Sachsen erteilte die zuständige
Behörde im November 2025 die Genehmigung. Das Labor ist technisch und
räumlich so gestaltet, dass es alle Anforderungen zum sicheren Arbeiten
mit Mikroorganismen der Risikogruppe 2 erfüllt. Biostoffe dieser Kategorie
können Krankheiten bei Menschen hervorrufen, wobei jedoch eine Verbreitung
in der Bevölkerung als unwahrscheinlich eingestuft wird und eine wirksame
Vorbeugung oder Behandlung möglich ist.

Sichere Technologie für praxisrelevante Forschung

Die biologische Schutzstufe 2 erweitert das Forschungsspektrum des
Fraunhofer FEP erheblich. Während die bisherige Schutzstufe 1 auf
Mikroorganismen ohne Pathogenität beschränkt war, ermöglicht die
Schutzstufe 2 nun das sichere Arbeiten mit humanen Proben, Umweltproben
und moderat pathogenen Erregern. Dies bedeutet für das Institut und seine
Kooperationspartner einen direkten Zugewinn an wissenschaftlicher und
wirtschaftlicher Flexibilität. Das größere Einsatzspektrum von Erregern
ermöglicht praxisrelevantere und anwendungsnähere Forschungs- und
Testmöglichkeiten, sodass Experimente unter Bedingungen durchgeführt
werden können, die realen Szenarien deutlich näherkommen. Gleichzeitig
führt die strenge Regulierung dieser Schutzstufe zu einer signifikanten
Erhöhung der Qualitätssicherung und Compliance – ein Wettbewerbsvorteil
für Kunden und Projektpartner.

In der Biomedizinischen Laboreinheit werden experimentelle Arbeiten aus
den Bereichen Chemie, Biologie, Biotechnologie, Bioanalytik und
Zellbiologie durchgeführt. Die Projekte orientieren sich an den
strategischen Themen des Fraunhofer FEP, darunter biotechnologische
Ressourcengewinnung, Hygienisierung, Gewebeaufbereitung, Smart Farming
sowie Wasser- und Abwasseraufbereitung. Neben Anwendungen für interne
Forschungsvorhaben werden auch kunden- und projektspezifische
Versuchsaufbauten und -regime realisiert. Die einzigartige Stärke des
Fraunhofer FEP liegt in der Verbindung von fachlicher Expertise, moderner
Technologie und strikten Sicherheitsstandards. Biologische und chemische
Analysen werden mit den Kernkompetenzen des Instituts verknüpft, wobei die
gesamte Probenvorbereitung, -herstellung und -analyse inhouse stattfindet.
Dies ermöglicht reproduzierbare, rechtskonforme und zuverlässige
Ergebnisse nach dem aktuellen Stand der Technik und in Übereinstimmung mit
aktuellen DIN-Normen.

Neue Chancen für innovative Kooperationen

„Die Genehmigung der biologischen Schutzstufe 2 ist das Ergebnis
intensiver, engagierter Arbeit aller beteiligten Akteure", sagt Marleen
Dietze, Beauftragte für Biologische Sicherheit am Fraunhofer FEP. „Sie
eröffnet uns völlig neue Möglichkeiten, unseren Kunden und Projektpartnern
noch praxisrelevantere Lösungen zu bieten. Mit dieser Genehmigung können
wir Forschungsfragen bearbeiten, die vorher außerhalb unserer Reichweite
lagen. Das stärkt erheblich die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten
Instituts."

Für die Zukunft plant das Fraunhofer FEP den kontinuierlichen Ausbau
seines Serviceportfolios, die Erweiterung des Technologieparks sowie den
Aufbau eines erweiterten Mikroorganismen- und Zellbestands, um noch
breitere Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen. Hierbei steht das Labor
sowohl Industriekunden als auch öffentlichen Institutionen als kompetenter
Technologie- und Servicepartner zur Verfügung. Das Institut ist offen für
vielfältige Kooperationsformen und richtet sich gezielt an Akteure aus den
Bereichen Life Science, Umwelt- und Biotechnologie.

Mit der Inbetriebnahme des Laborkomplexes mit biologischer Schutzstufe 2
vervollständigt das Fraunhofer FEP seine Infrastruktur für innovative
Forschung und Dienstleistungen auf höchstem Niveau. Das Institut
unterstreicht damit seinen Anspruch, Unternehmen und Institutionen bei
zukunftsweisenden Entwicklungen zu begleiten und zu unterstützen.