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Wer bekommt den Kita-Platz? Fachleute sprechen an der Universität Vechta über gerechte Lösungen

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Rund 100 Fachkräfte, Verwaltungsvertreterinnen und -vertreter sowie
Wissenschaftlerinnen haben an der Universität Vechta diskutiert, wie Kita-
Plätze fairer vergeben und Familien mit erschwertem Zugang besser erreicht
werden können. Die Veranstaltung – die vor Ort von Professorin Dr. Anke
König, Anna Liebzeit-Denecke und Dr. Linda Wellmeyer begleitet worden ist
– zeigte, dass praxiserprobte Lösungen bereits existieren und darauf
aufgebaut werden kann.



Viele Eltern, die in Deutschland einen Kita-Platz suchen, kennen die
Herausforderungen: Anmeldefristen, unklare Vergabekriterien, lange
Wartelisten. Für Alleinerziehende, Familien, die die Sprache nicht
sprechen, das System nicht kennen oder schlicht weniger vernetzt sind, ist
die Hürde besonders hoch. Dabei ist bekannt, dass frühkindliche Betreuung
gerade für Kinder aus benachteiligten Verhältnissen besonders wirkungsvoll
ist – wenn sie tatsächlich genutzt werden kann.

Am 17. April 2026 trafen sich an der Universität Vechta rund 45 Personen
vor Ort und fast 60 digital zugeschaltete Teilnehmende, um genau über
diese Lücke zu sprechen – und über konkrete Wege, sie zu schließen.
Eingeladen hatte der Pestalozzi-Fröbel-Verband (pfv) in Kooperation mit
der Universität Vechta, dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche
Bildung und Entwicklung (nifbe) und der Bundeselternvertretung KiTa
(bevki).

Erste Impulse der Veranstaltung bildeten drei Praxisbeispiele, die
zeigten, wie Kommunen und Träger die Zugangsfrage konkret angehen. Réné
Beck von der Stadt Barsinghausen stellte vor, wie eine
sozialraumorientierte Kita-Platzvergabe die Durchmischung der
Einrichtungen verbessert und armutsgefährdeten Familien bevorzugten Zugang
sichert – ein Ansatz, der strukturelle Ungleichheit nicht erst beim
Schulstart, sondern bereits in der Kita adressiert. Karina Hooper und
Karina Kosbab, Familienbegleiterinnen der Stadt Osnabrück, brachten eine
andere Perspektive ein: Ihr Ansatz setzt auf kontinuierliche
Beziehungsarbeit mit Familien, die dem Bildungssystem gegenüber
distanziert sind. Sandra Köper-Jocksch vom nifbe ergänzte den Blick auf
Familienzentren als niedrigschwellige Brücke zwischen Familie, Kita und
Gemeinde.
„In der Diskussion wurde deutlich, dass die Herausforderungen
vielschichtig sind. Dennoch bestand Einigkeit, dass an der Schnittstelle
von Familie, Kita und Kommune großes Potenzial liegt“, fasste es
Professorin Dr. Anke König von der Universität Vechta zusammen. „Wer hier
gezielt ansetzt, kann nicht nur Zugänge erleichtern, sondern frühkindliche
Bildung nachhaltig stärken – und Kindern damit ein gutes Aufwachsen in
mitten ihres sozialen Umfelds ermöglichen“, so die Expertin für
Frühkindliche Bildung. „Die Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, wie
zentral dabei der fachliche Dialog ist, um den sozialen Wandel in Bildung
und Erziehung gemeinsam zu gestalten sowie Innovationen und Veränderungen
fundiert zu diskutieren.“

Bundestagung im September in Vechta

Der Dialogtag in Vechta ist eingebettet in eine längere Zusammenarbeit
zwischen der Universität Vechta und dem Pestalozzi-Fröbel-Verband.
Gemeinsam richten beide Institutionen am 24. und 25. September 2026 die
Fachtagung „Bildungslandschaften als Gestaltungsaufgabe: Ganztag zwischen
Anspruch und Wirklichkeit“ aus. Die Tagung widmet sich dem Spannungsfeld
zwischen bildungspolitischem Anspruch und Versorgungsrealität – einem
Thema, das nach dem gesetzlichen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im
Grundschulalter bundesweit an Dringlichkeit gewonnen hat.
Interessierte können sich bereits jetzt auf die Vormerkliste setzen
lassen: www.uni-vechta.de/ganztagstagung2026. Hierdurch werden sie direkt
informiert, wenn die Anmeldung freigeschaltet ist.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.uni-vechta.de/erziehungswissenschaften/team/koenig-anke