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In drei Tagen zum Fischdetektiv

Schüler*innen von Trierer Gymnasien analysieren Proben im BioGeoLab der Uni Trier  Quelle: Jonas Henn  Copyright: Universität Trier
Schüler*innen von Trierer Gymnasien analysieren Proben im BioGeoLab der Uni Trier Quelle: Jonas Henn Copyright: Universität Trier
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Dank eines einzigartigen Workflows aus der Universität Trier können jetzt
selbst Jugendliche zielsicher die Artenvielfalt von Knochenfischen in
einem Gewässer bestimmen.



Man braucht keine vertiefenden Kenntnisse in Molekularbiologie. Man muss
nicht einmal einen Fisch gesehen zu haben. Um zu bestimmen, welche
Knochenfische in einem Gewässer vorkommen genügen:

- eine Wasserprobe mit kleinsten DNA-Spuren (sogenannte Umwelt-DNA oder
eDNA).
- ein rund dreitägiges Laborpraktikum.

Möglich macht das ein neuer Workflow, den das Fach „Biologie und ihre
Didaktik“ in Kooperation dem Fach „Biogeographie“ an der Universität Trier
entwickelt haben.

Analysen in Rekordzeit, zu Rekordpreisen und mit geringer
Fehleranfälligkeit

Die Arbeitsschritte sind so kostengünstig, zeitsparend und vor allem
leicht verständlich, dass es auch Schüler*innen der Oberstufe gelingt, die
benötigten molekularbiologische Methoden fehlerfrei anzuwenden. „Der in
der Forschung etablierte Workflow für das sogenannte eDNA-Metabarcoding
würde etwa acht Tage dauern und wäre kostenintensiver. Mit Blick auf
laborunerfahrene Personen wäre er auch deutlich anfälliger für
Missverständnisse, Fehler und Misserfolge. Wir setzen auf andere
Chemikalien, modifizierte Protokolle, alternative Geräte sowie eine
Softwarelösung, die keine vertiefenden Kenntnisse in Bioinformatik
erfordert“, erklärt Studiendirektor Jürgen Kopp, der die Entwicklung des
Workflows initiierte und leitete.

In Pilotstudien beprobten Schüler*innen von Gymnasien der Region Trier
beispielsweise die Ruwer, einen Nebenfluss der Mosel. Im Lehr-Lern-Labor
(BioGeoLab) der Universität isolierten und analysierten sie die Umwelt-DNA
von Knochenfischen. Dabei stießen sie sowohl auf selten gewordene und
stark gefährdete Arten wie den Europäischen Aal und die Äsche als auch auf
invasive Arten wie die Schwarzmundgrundel. Sie lernten auch, überraschende
Ergebnisse zu interpretieren, beispielsweise wenn Umwelt-DNA des
Atlantischen Herings nachgewiesen wurde. Diese gelangt wahrscheinlich über
Fischfuttermittel aus Forellenzuchtbetrieben in heimische Gewässer.

Sensibilisierung für Umweltschutzfragen

„Bei dem von uns entwickelten Laborpraktikum liegt der Fokus – über die
angestrebte Verzahnung von Theorie und Praxis hinaus – auf einer
nachhaltigen Sensibilisierung für Biodiversitäts- und Umweltschutzfragen“,
so Jürgen Kopp. „Denn was Menschen nicht verstehen, das werden sie auch
nicht schätzen – und was sie nicht schätzen, das werden sie auch nicht
schützen.“

Das Projekt richtet sich daher neben Schüler*innen auch an Studierende und
Lehrkräfte. Unter anderem ist für September 2026 eine bundesweite
Lehrkräftefortbildung zu diesem Projekt geplant.

Das Projekt setzt in hohem Maße auf Citizen Science. Alle Bürger:innen
haben die Möglichkeit, auch unabhängig von Schule und Universität aktiv
mitzuwirken. „Interessierte, Hobby-Angler:innen oder Anglervereine können
sich an mich wenden, um den Artenbestand von Knochenfischen in einem
Gewässer ihrer Wahl untersuchen zu lassen“, verkündet Kopp. „Darüber
hinaus ist es auf Anfrage auch möglich, am Workflow eines eDNA-
Metabarcodings und der damit verbundenen Forschung laborpraktisch
mitzuwirken.“

Im Rahmen einer internationalen Tagung wurde der entwickelte Workflow
bereits im September 2025 öffentlich vorgestellt. Mehrere deutsche und
internationale Bildungseinrichtungen hatten daraufhin schon ihr Interesse
bekundet, vergleichbare Angebote in ihren jeweiligen Regionen zu
etablieren. Bevor es dazu kommt, soll aber erst ein vollumfängliches und
regelmäßiges Angebot im Lehr-Lern-Labor der Universität Trier fest
etabliert werden.

Das Projekt:
Das Projekt „Molekulare Ökologie – eDNA-Metabarcoding zur Bestimmung von
Knochenfischarten“ wird gefördert vom Ministerium für Bildung Rheinland-
Pfalz. Bei Interesse an Mitarbeit oder weiteren Informationen, wenden Sie
sich an Jürgen Kopp (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.).