Zum Hauptinhalt springen

Online-Lexikon für verfolgte Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit feiert Jubiläum

Pin It

Vor 20 Jahren, im April 2006, ging das „Lexikon verfolgter Musiker und
Musikerinnen der NS-Zeit“ online. Das Langzeitvorhaben „NS-Verfolgung und
Musikgeschichte“ der Akademie der Wissenschaften in Hamburg feiert dieses
Jubiläum mit einem Blick auf das bisher Erreichte und einem Ausblick auf
die sich im Rahmen des Langzeitvorhabens eröffnenden Perspektiven.

Aus
diesem Grund lädt das Projekt zur Jubiläumsfeier am 2. Juni 2026 um 19.30
Uhr ins Institut für Historische Musikwissenschaft der Universität
Hamburg. Auf dem Programm stehen ein Festvortrag des Historikers Martin
Rempe sowie musikalische Beiträge von Julian Prégardien, Tenor, und
Marlene Heiß, Klavier.

Das Duo interpretiert unter anderem Werke der Komponistin Ruth Schonthal.

Programm
20 Jahre LexM online

Festvortrag
Martin Rempe, Historiker
Konzert
Julian Prégardien, Tenor
Marlene Heiß, Klavier

Der Termin findet statt am:
Dienstag, 2. Juni 2026, 19:30 Uhr
Institut für Historische Musikwissenschaft, Raum 1002
Neue Rabenstraße 13
20354 Hamburg
(Nähe Dammtorbahnhof)

Anmeldung möglichst bis zum 17. Mai 2026
https://forms.gle/vxtAe2ggEGDczya16

Zum Langzeitvorhaben „NS-Verfolgung und Musikgeschichte. Revisionen aus
biographischer und geographischer Perspektive“
Die Verfolgung von Musikerinnen und Musikern durch das NS-Regime hat
massiv, dauerhaft und weltweit auf das immaterielle Kulturgut Musik
eingewirkt. In Deutschland ebenso wie in den annektierten und besetzten
Ländern kam es zu erheblichen Verlusten, im Exil aber auch zu produktiven
Entwicklungen in allen Bereichen des Musiklebens. Die Exilmusik-Forschung
begann Ende der 1970er-Jahre, doch in welchem Ausmaß die musikalische
Praxis zerstört wurde, ist noch nicht ausreichend erforscht. Insbesondere
die langfristigen Konsequenzen der Zwangsmigration von Musikerinnen und
Musikern sind in weiten Teilen unerschlossen. Die herrschende Sicht auf
die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts bezieht diese globalen
Verwerfungen zu wenig ein. Das Forschungsprojekt „NS-Verfolgung und
Musikgeschichte“ hat sich entsprechend zum Ziel gesetzt, diese Sicht zu
revidieren und zu vervollständigen. Das Langzeitvorhaben läuft bis Ende
2042.

Das Projekt konzentriert sich auf Musikerinnen und Musiker, die aus dem
deutschsprachigen Raum stammen. Reichhaltige, bisher nicht ausgeschöpfte
Quellen (vor allem ungedruckte und archivalische Bestände) sind zu
erschließen. Die personenbezogenen Erkenntnisse daraus fließen in das
Online-Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM) ein,
welches über die Website der Universität Hamburg frei zugänglich ist. Das
LexM ist das derzeit wichtigste Forschungsinstrument zum Thema. Es wird in
das neue Forschungsprojekt integriert und wesentlich erweitert.

Website des Langzeitvorhabens ➤ https://www.ns-verfolgung-und-
musikgeschichte.uni-hamburg.de/projekt.html

Online-Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM) ➤
https://www.lexm.uni-hamburg.de/content/index.xml